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Was sind Tumoren an der Wirbelsäule?

Bei Tumoren an der Wirbelsäule handelt es sich um Gewebeveränderungen, die in den Wirbelkörpern, im Spinalkanal oder in den umgebenden Strukturen entstehen. Sie können gutartig oder bösartig sein und je nach Lage Schmerzen, eine instabile Wirbelsäule oder neurologische Beschwerden verursachen.

Nicht jeder Tumor an der Wirbelsäule ist gleich Krebs. Gutartige Tumoren wachsen meist langsam und bilden keine Metastasen. Bösartige Tumoren können dagegen umliegendes Gewebe zerstören und sich weiter ausbreiten.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Tumoren:

Wirbelsäulenmetastasen kommen dabei deutlich häufiger vor als primäre Tumoren. Sie entstehen beispielsweise bei Brustkrebs, Prostatakrebs oder Lungenkrebs, wenn sich Tumorzellen in den Knochen der Wirbelsäule absiedeln. Je nach Lage können die Tumoren auf Nerven oder das Rückenmark drücken. Dadurch ist es möglich, dass neben Schmerzen auch Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Störungen von Blasen- und Darmfunktion auftreten.

Nicht jeder Tumor an der Wirbelsäule ist bösartig. Entscheidend ist, die Ursache genau zu bestimmen und daraus die Behandlung abzuleiten, die dazu passt.

Dr. med. Holger Oltmanns, Leitender Arzt Albertinen Wirbelsäulenzentrum am Standort Hamburg-Volksdorf

Welche Symptome können Tumoren an der Wirbelsäule verursachen?

Tumoren an der Wirbelsäule können sehr unterschiedliche Beschwerden auslösen. Welche Symptome auftreten, hängt vor allem davon ab, wo sich der Tumor befindet, wie schnell er wächst und ob Nerven oder das Rückenmark betroffen sind.

Meist verursacht ein Tumor an der Wirbelsäule zunächst keine Beschwerden. Im weiteren Verlauf kann er sich allerdings durch Rückenschmerzen bemerkbar machen. Die Schmerzen unterscheiden sich oft von gewöhnlichen Rückenbeschwerden, indem sie über längere Zeit bestehen, auch in Ruhe oder nachts auftreten und sich zunehmend verstärken.

Weitere mögliche Symptome sind:

Wirbelsäulenmetastasen können auch die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen. Manchmal brechen Wirbelkörper, ohne dass ein größerer Unfall vorausgegangen ist.

Doch: Nicht jede längere Episode von Rückenschmerzen weist auf einen Tumor hin. In den meisten Fällen stecken deutlich häufigere Ursachen wie Muskelverspannungen oder Verschleiß der Wirbel und Bandscheiben dahinter.

Warnzeichen für eine Bedrängung des Rückenmarks

Drückt ein Tumor auf das Rückenmark oder auf Nervenwurzeln, können sogenannte neurologische Ausfälle auftreten. Dazu gehören Gefühlsstörungen, zunehmende Schwäche in Armen oder Beinen oder Schwierigkeiten beim Gehen.

Besonders wichtig sind plötzlich auftretende Lähmungen oder Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang. In solchen Fällen sollte die Ursache umgehend abgeklärt werden, da eine rasche Behandlung entscheidend sein kann, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Wann sofort ärztliche Hilfe notwendig ist

Bitte suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf bei:

  • neu auftretenden Lähmungen
  • Taubheitsgefühlen in den Beinen
  • Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • rasch zunehmenden Rückenschmerzen
  • Gangunsicherheit

Tumoren an der Wirbelsäule: Ursachen und Risikofaktoren

Tumoren an der Wirbelsäule können unterschiedliche Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen primären Tumoren, die direkt in Knochen, Nerven oder anderen Strukturen der Wirbelsäule entstehen, und sekundären Tumoren, die als Metastasen anderer Krebserkrankungen auftreten. Sie entstehen, wenn sich Tumorzellen über Blut- oder Lymphbahnen in den Wirbelkörpern ansiedeln.

Häufige Ursprungstumoren sind:

Warum sich ein primärer Tumor an der Wirbelsäule entwickelt, lässt sich oft nicht eindeutig erklären.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für Tumoren an der Wirbelsäule?

Das Risiko für Wirbelsäulenmetastasen steigt bei Menschen, die bereits an einer Krebserkrankung leiden oder in der Vergangenheit daran erkrankt waren.

Neue oder ungewöhnlich starke Rückenschmerzen sollten in dieser Situation besonders sorgfältig abgeklärt werden.

Auch ohne bekannte Krebserkrankung können Tumoren an der Wirbelsäule auftreten.

Die meisten Rückenschmerzen haben jedoch andere, deutlich häufigere Ursachen wie Verschleiß, Muskelverspannungen oder Bandscheibenveränderungen.

Diagnose: Wie werden Tumoren an der Wirbelsäule festgestellt?

Der Verdacht auf einen Tumor an der Wirbelsäule lässt sich nur durch eine sorgfältige Diagnostik sicher beurteilen. Ziel ist es, die genaue Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors zu bestimmen und zu klären, ob Nerven, Rückenmark oder die Stabilität der Wirbelsäule betroffen sind.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg stehen dafür moderne bildgebende Verfahren und kurze Wege zwischen Diagnostik und Behandlung zur Verfügung. Bei komplexen Befunden arbeiten wir eng mit weiteren Fachbereichen zusammen und besprechen die Ergebnisse interdisziplinär in der Amalie Tumorkonferenz.

Ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung

Zu Beginn sprechen wir ausführlich über Ihre Beschwerden, bekannte Vorerkrankungen und frühere Krebserkrankungen. Anschließend prüfen wir unter anderem Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität und Reflexe, um mögliche neurologische Ausfälle frühzeitig zu erkennen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf einen Tumor an der Wirbelsäule. Sie zeigt Weichteile, Nerven, Rückenmark und Knochen besonders detailliert und hilft dabei, die Ausdehnung des Tumors genau zu beurteilen.

Computertomographie (CT) und weitere Bildgebung

Eine Computertomographie (CT) ergänzt die MRT, wenn die knöchernen Strukturen genauer beurteilt werden sollen. Je nach Fragestellung können weitere Untersuchungen wie PET-CT, Knochenszintigraphie oder spezielle Röntgenaufnahmen sinnvoll sein.

Gewebeprobe (Biopsie)

In vielen Fällen ist eine Gewebeprobe notwendig, um die Art des Tumors sicher zu bestimmen. Erst die feingewebliche Untersuchung ermöglicht eine genaue Diagnose und bildet die Grundlage für die weitere Behandlung.

Behandlung von Tumoren an der Wirbelsäule im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Die Behandlung von Tumoren an der Wirbelsäule richtet sich nach der Art des Tumors, seiner Lage und Ausdehnung sowie danach, ob Schmerzen, neurologische Ausfälle oder eine Instabilität der Wirbelsäule bestehen. Ebenso wichtig sind Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und mögliche Vorerkrankungen.

Nicht jeder Tumor muss operiert werden. Häufig stehen zunächst medikamentöse Therapien, eine Strahlentherapie oder unterstützende Maßnahmen im Vordergrund. Wenn die Stabilität der Wirbelsäule gefährdet ist oder Nerven und Rückenmark unter Druck geraten, kann eine Operation notwendig werden.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg entwickeln wir gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen ein individuelles Behandlungskonzept. Die Therapieplanung erfolgt im Rahmen der interdisziplinären Tumorkonferenz zusammen mit Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Internisten, Chirurgen sowie weiteren notwendigen Fachbereichen.

Medikamentöse Behandlung

Je nach Tumorart kommen unterschiedliche medikamentöse Therapien zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Antihormontherapie, Immuntherapie oder Chemotherapie sowie zielgerichtete Behandlungen. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vor allem von der zugrunde liegenden Tumorerkrankung und dem biologischen Verhalten des Tumors ab.

Strahlentherapie

Viele Tumoren und Wirbelsäulenmetastasen sprechen gut auf eine Strahlentherapie an.

Sie kann

Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten strahlentherapeutischen Zentren.

Operative Behandlung

Eine Operation wird vor allem dann erwogen, wenn ein Tumor das Rückenmark oder Nerven bedrängt, starke Schmerzen verursacht oder die Stabilität der Wirbelsäule gefährdet. Ziel ist es, neurologische Funktionen zu erhalten, die Wirbelsäule zu stabilisieren und Beschwerden nachhaltig zu lindern.

Je nach Befund kann der Eingriff sehr unterschiedlich aussehen. Möglich sind die Entlastung des Rückenmarks, die teilweise Entfernung von Tumorgewebe oder eine Stabilisierung mit Schrauben- und Stabsystemen. In manchen Fällen werden auch zerstörte Anteile eines Wirbelkörpers ersetzt.

Schmerztherapie und unterstützende Maßnahmen

Eine wirksame Schmerztherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Ergänzend können Physiotherapie, Orthesen und rehabilitative Maßnahmen helfen, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Nachsorge: Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Die Behandlung eines Tumors an der Wirbelsäule endet nicht mit der Operation. Häufig sind im Anschluss eine Bestrahlung oder eine medikamentöse Therapie sinnvoll oder erforderlich. Danach ist eine engmaschige Nachsorge wichtig, um den Behandlungserfolg zu überprüfen, neu auftretende Beschwerden frühzeitig zu erkennen und Sie bestmöglich im Alltag zu unterstützen.

Welche Kontrollen notwendig sind, hängt unter anderem von der Tumorart, der gewählten Behandlung und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg stimmen wir die Nachsorge mit den weiterbehandelnden Fachärztinnen und Fachärzten auf Ihre Bedürfnisse ab.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Je nach Befund erfolgen in bestimmten Abständen ärztliche Untersuchungen sowie bildgebende Kontrollen, beispielsweise mit MRT, CT oder Röntgen. So lässt sich beurteilen, ob die Behandlung erfolgreich war und ob sich Veränderungen an der Wirbelsäule zeigen.

Rehabilitation und Mobilität

Nach einer Operation oder bei anhaltenden Beschwerden kann eine stationäre oder ambulante Rehabilitation sinnvoll sein. Ziel ist es, Ihre Beweglichkeit, Muskelkraft und Sicherheit im Alltag zu verbessern. Physiotherapie und gezieltes Training helfen dabei, die Belastbarkeit schrittweise wieder aufzubauen.

Schmerztherapie und Unterstützung im Alltag

Auch nach Abschluss der eigentlichen Tumorbehandlung können Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bestehen. Eine individuell abgestimmte Schmerztherapie sowie unterstützende Maßnahmen helfen dabei, Ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Unser Team: Persönlich für Sie da

Tumoren an der Wirbelsäule sind für viele Betroffene mit großen Sorgen verbunden. Neben Rückenschmerzen können Instabilität, neurologische Beschwerden oder die Diagnose einer Krebserkrankung das Leben von einem Tag auf den anderen verändern.

In der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg betreuen wir Patientinnen und Patienten mit Tumoren an der Wirbelsäule interdisziplinär. Die Klinik arbeitet dabei eng mit Radiologie, externer Onkologie, Strahlentherapie, Schmerztherapie und Physiotherapie zusammen. Komplexe Fälle besprechen wir gemeinsam in der Amalie Tumorkonferenz.

Unser Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten oder wiederherzustellen und die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.

Ihr Experte für die Behandlung von Rückenschmerzen in Hamburg

Dr. med. Holger Oltmanns ist Leitender Arzt des Albertinen Wirbelsäulenzentrums am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen und konservativen Behandlung komplexer Erkrankungen der Wirbelsäule. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Eingriffen bei Wirbelsäulentumoren und Wirbelsäulenmetastasen, wenn Schmerzen, Instabilität oder eine Bedrängung des Rückenmarks eine gezielte Behandlung erforderlich machen. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er für jede Patientin und jeden Patienten ein passendes, persönlich zugeschnittenes Behandlungskonzept.

Bei Tumoren an der Wirbelsäule geht es nicht nur um die Operation. Entscheidend ist, gemeinsam einen Behandlungsweg zu finden, der medizinisch sinnvoll ist und Ihre Lebensqualität bestmöglich erhält.

Dr. med. Holger Oltmanns, Leitender Arzt Albertinen Wirbelsäulenzentrum am Standort Hamburg-Volksdorf

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Vereinbarung eines Untersuchungstermins bei Beschwerden der Wirbelsäule oder dem Verdacht auf eine Spinalkanalstenose wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Albertinen Wirbelsäulenzentrums am Standort Hamburg-Volksdorf. Es ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Dringliche Fälle nach Absprache kurzfristig möglich.

Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag bis Freitag 10:00-14:00 Uhr sowie nach Vereinbarung

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zu Tumoren an der Wirbelsäule

Anhaltende Rückenschmerzen, nächtliche Beschwerden oder neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Schwäche oder Gangunsicherheit können Hinweise sein. Die meisten Rückenschmerzen haben jedoch andere Ursachen. Sicherheit bringt erst eine gezielte Diagnostik.

Nein. Es gibt sowohl gutartige als auch bösartige Tumoren. Oft handelt es sich auch um Metastasen anderer Krebserkrankungen, die sich in den Wirbelkörpern absiedeln.

Wirbelsäulenmetastasen sind Tochtergeschwülste anderer Tumoren, zum Beispiel bei Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs. Sie sind deutlich häufiger als primäre Tumoren der Wirbelsäule.

Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn Schmerzen stark zunehmen, die Wirbelsäule instabil wird oder Nerven und Rückenmark unter Druck geraten. Ziel ist es, neurologische Funktionen zu erhalten und die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Ja. Viele Tumoren und Metastasen lassen sich mit Medikamenten, Strahlentherapie und einer gezielten Schmerztherapie wirksam behandeln.

In den allermeisten Fällen nicht. Rückenschmerzen entstehen wesentlich häufiger durch Verschleiß, Muskelverspannungen oder Bandscheibenprobleme. Bei einer bekannten Krebserkrankung sollten neue oder ungewöhnliche Beschwerden jedoch zeitnah abgeklärt werden.

Je nach Tumorart kommen Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie, Schmerztherapie und rehabilitative Maßnahmen infrage. Häufig werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert.

Dann können Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Probleme mit Blase und Darm auftreten. Eine schnelle Diagnostik und Behandlung ist in dieser Situation besonders wichtig.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Dauer und Ablauf hängen von der Tumorart, der gewählten Therapie und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.