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Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheiben wirken wie Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln. Sie dämpfen Stöße und federn Belastungen der Wirbelsäule ab. Mit der Zeit verlieren sie Flüssigkeit und werden rissig. Dann kann sich das weiche Bandscheibenmaterial zwischen zwei Wirbelkörpern nach außen wölben oder austreten. Schmerzen und Beschwerden wie Taubheit oder Kraftverlust entstehen, weil Bandscheibengewebe auf Nerven im Bereich des Rückenmarks drückt. Die Symptome reichen je nach Lokalisation von akuten Rückenschmerzen bis hin zu ausgeprägten Beschwerden, die in Beine oder Gesäß und seltener in die Arme ausstrahlen.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg setzen wir auf eine umfassende Diagnostik und eine auf Sie zugeschnittene Behandlung.

Bandscheibenvorfall: Welche Ursachen und Risikofaktoren?

Mit der Zeit nutzen sich die Bandscheiben ab, verlieren an Elastizität und bekommen Risse. Meist wirken mehrere Faktoren bei einem Bandscheibenvorfall zusammen.

Häufige Gründe:

Bandscheibenvorfall: Welche Symptome treten auf?

Typisch sind plötzliche, stechende Rückenschmerzen, die je nach Lage des Bandscheibenvorfalls in die Beine oder Arme ausstrahlen können.

Bandscheibenvorfall HWS

Typisch für einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) sind Nacken- und Schulterschmerzen, die in Arm, Hand oder Finger ausstrahlen, teilweise mit Kopfschmerzen oder seltener mit Schwindel.

Bandscheibenvorfall LWS

Die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule (LWS) ziehen oft über Gesäß und Bein bis in den Fuß, teilweise mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen.

Wann muss ich zum Arzt?

Viele Beschwerden gehen von allein zurück. Es gibt jedoch Situationen, in denen ärztlicher Rat wichtig ist. Das trifft vor allem auf Beschwerden zu, bei denen der Bandscheibenkern auf Nerven drückt:

Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Am Anfang steht eine gründliche körperliche Untersuchung. Im Amalie prüfen wir zunächst sorgfältig, ob die Beschwerden tatsächlich die Folge eines Bandscheibenvorfalls sind oder aber durch muskuläre Verspannungen oder eine andere Ursache entstehen.

Unsere Diagnostik umfasst:

Erst wenn die Ursache eindeutig geklärt ist, entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen passenden Therapieplan.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Bei einem Bandscheibenvorfall nimmt die konservative Therapie eine wichtige Stelle ein: In neun von zehn Fällen heilt ein Bandscheibenvorfall ohne OP – im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg-Volksdorf begleiten wir Sie dabei eng und leitliniengerecht. Verschiedene interventionelle Verfahren können zum Einsatz kommen, wenn konservative Methoden nicht ausreichen. Eine Operation erfolgt in der Regel nur bei Lähmungen, Problemen von Darm und Blase oder Beschwerden, die trotz intensiver Behandlung über Wochen anhalten.

Konservative Therapie

Konservative Behandlungen stehen bei Bandscheibenvorfällen an erster Stelle und können die Beschwerden innerhalb weniger Wochen meist deutlich lindern.

Konservative Maßnahmen:

Interventionelle Verfahren

Bei stärkeren Beschwerden können interventionelle Verfahren Schmerzen sehr gezielt lindern. Dabei werden Medikamente direkt an den gereizten Nerv oder das betroffene Wirbelsäulensegment gebracht. Bekannte Verfahren sind unter anderem CT-gesteuerte Infiltrationen, periradikuläre Therapien (PRT) oder Facetteninjektionen.

Diese Methoden sind minimalinvasiv, schonend und oft eine wertvolle Ergänzung zur konservativen Therapie, besonders wenn starke Schmerzen die Physiotherapie erschweren. Viele Patientinnen und Patienten gewinnen dadurch rasch mehr Beweglichkeit und können weitere Behandlungsschritte besser wahrnehmen.

CT-gesteuerte periradikuläre Therapie (PRT)
Unter CT- oder Röntgenkontrolle wird eine Nadel millimetergenau an die betroffene Nervenwurzel geführt. Dort werden ein lokales Betäubungsmittel und Kortison injiziert. Der gereizte Nerv beruhigt sich, die Schmerzen werden reduziert. Die Methode ist auch unter dem Begriff „Nervenwurzelinfiltration“ bekannt.

Epidurale Injektion oder Epiduralblockade
Schmerzmittel oder Kortison werden in den Epiduralraum - also im Raum rund um die Nervenwurzeln - injiziert, um Entzündungen und Schwellungen im Bereich des Bandscheibenvorfalls zu mindern und Schmerzen zu lindern.

Facetteninfiltration
Die Methode wird vor allem bei Wirbelgelenksschmerzen eingesetzt, die allerdings häufig ein Begleitproblem bei Abnutzungserscheinungen in der Lendenwirbelsäule sind. Technisch ist das Vorgehen ähnlich wie bei der PRT: unter Bildgebung wird an das schmerzende Wirbelgelenk gespritzt. Die Injektion kann die Gelenke entlasten und die Beweglichkeit verbessern.

Welche Operationsverfahren stehen zur Verfügung?

Nur ein geringer Teil aller Bandscheibenvorfälle muss operiert werden. Eine operative Behandlung eines Bandscheibenvorfalls kommt bei uns bei im Amalie in Hamburg in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder deutliche neurologische Beeinträchtigungen vorliegen.

Entsprechend wird eine Operation nur dann empfohlen, wenn:

In diesen Fällen behandeln wir Sie im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg mit modernen, minimalinvasiven und möglichst schonende OP-Verfahren.

Moderne Wirbelsäulenchirurgie bedeutet bei Bandscheibenvorfällen: kleine Zugänge, kurze Erholungszeit und maximale Schonung von Muskulatur und Nerven.

Dr. med. Olaf Pingen, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie

Mikrochirurgische Diskektomie

Der weltweit häufigste Eingriff bei Bandscheibenvorfall: Durch einen sehr kleinen Hautschnitt wird das ausgetretene Bandscheibenmaterial unter dem Operationsmikroskop entfernt. Die umliegenden Strukturen werden maximal geschont.

Endoskopische Bandscheibenoperation

Noch weniger invasiv: Über ein dünnes Rohr und eine Kamera kann der Bandscheibenvorfall entfernt werden. Vorteil: sehr kleine Hautöffnung, schnelle Erholung.

Minimalinvasive Dekompressionsverfahren

Bei knöchernen Einengungen oder begleitenden Stenosen kann eine gezielte Entlastung des Nervs erfolgen. Auch hier wird über sehr kleine Zugänge behandelt.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Die Zeit nach der Therapie eines Bandscheibenvorfalls – egal ob konservativ oder operativ – ist entscheidend für einen nachhaltigen Behandlungserfolg. Im Amalie begleiten wir Sie engmaschig, damit Ihre Beschwerden langfristig zurückgehen.

Bausteine der Nachsorge:

Mit regelmäßigen Kontrollen in der Wirbelsäulensprechstunde sorgen wir dafür, dass sich Ihre Wirbelsäule wie erwartet stabilisiert. Die vollständige Belastbarkeit ist meist nach 6 bis 12 Wochen erreicht, abhängig von Beschwerdebild und beruflicher Tätigkeit.

Unser Team: Persönlich für Sie da

In der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses werden Sie bei einem Bandscheibenvorfall von einem erfahrenen, interdisziplinären Team betreut. Wir verbinden moderne Diagnostik und leitliniengerechte Therapie mit einer persönlichen, zugewandten Begleitung. Ziel ist eine Behandlung, die Schmerzen lindert, Nerven entlastet und Ihnen Orientierung gibt.

Zu unserem Team gehören:

Wir beurteilen jeden Befund gemeinsam und stimmen konservative, interventionelle und operative Verfahren sorgfältig aufeinander ab. So entsteht ein individueller Behandlungsplan, der medizinisch präzise ist und sich an Ihrem Alltag orientiert.

Ihr Experte für die Behandlung von Bandscheibenvorfall in Hamburg

Als Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie verfügt Dr. med. Olaf Pingen über langjährige Erfahrung in der konservativen wie operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Sein Schwerpunkt liegt auf der sicheren Entlastung gereizter Nerven und der Anwendung moderner, minimalinvasiver Techniken, die eine schnelle Erholung ermöglichen. Besonders wichtig ist ihm die sorgfältige Indiktionsstellung. Nur so lässt sich die Therapie finden, die Schmerzen zuverlässig lindert und den Patientinnen und Patienten ihre Beweglichkeit zurückbringt.

Im Amalie setzen wir auf moderne, schonende Verfahren, immer mit dem Ziel, Schmerzen effektiv zu lindern und die Lebensqualität der Menschen spürbar zu verbessern.

Dr. med. Olaf Pingen, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Vereinbarung eines Untersuchungstermins bei Rückenbeschwerden wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.

Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag, Mittwoch, Freitag 08:00-10:00 Uhr

Zentrale Terminvergabe

Privatsprechstunde Dr. med. Olaf Pingen

Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

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Durchgangsarzt-Sprechstunde (D-Arzt)

Für die Behandlung von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen vereinbaren Sie bitte über die zentrale Terminvergabe einen Untersuchungstermin in der Durchgangsarzt-Sprechstunde.

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Montag, Mittwoch, Freitag 08:00-10:00 Uhr

Zentrale Terminvergabe

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zum Bandscheibenvorfall

Oft bessern sich die Beschwerden innerhalb von 2 – 6 Wochen, abhängig von Größe und Lage des Vorfalls, Muskelzustand, Alltagsbelastung und konsequenten Übungen. In 80 bis 90 Prozent der Fälle ist keine Operation nötig.

Nein. Meist hilft eine konservative Therapie sehr gut. Operiert wird bei nur sehr starken anhaltenden Schmerzen oder deutlichen neurologischen Ausfällen wie einem sogenannten Cauda-equina-Syndrom mit Blasen-, Darm- oder Gefühlsstörungen.

Typisch sind Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Bein oder Arm, Taubheit, Kribbeln, Kraftverlust oder Schmerzen beim Bewegen. Bei plötzlichen Lähmungen oder Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen.

Leichte Lasten können meist nah am Körper gehoben werden. Schweres Heben besser vermeiden. Langsam steigern, Drehbewegungen vermeiden und aus den Knien heben. Im Amalie erhalten Sie individuelle Empfehlungen.

Das ist sehr individuell und hängt von Beschwerden, Beruf und Verlauf ab: Viele Patientinnen und Patienten können nach ein bis zwei Wochen wieder arbeiten, bei körperlicher Arbeit kann es länger dauern. Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Situation sinnvoll und machbar ist.