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Was ist eine Pseudarthrose?

Normalerweise heilt ein Knochenbruch innerhalb weniger Wochen. Bei einer Pseudarthrose kommt dieser Prozess jedoch zum Stillstand: Der Knochen bleibt instabil, Schmerzen bestehen fort, und alltägliche Bewegungen werden zunehmend eingeschränkt. Von einer Pseudarthrose spricht man in der Regel, wenn sechs Monate nach dem Bruch keine ausreichende Heilung erkennbar ist. Davor handelt es sich um eine verzögerte Frakturheilung oder eine drohende Pseudarthrose.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Behandlung solcher komplizierten Frakturen – von der gründlichen Diagnostik bis zur speziellen Pseudarthrosen-Chirurgie.

Nicht heilende Frakturen entstehen selten zufällig. Instabilität, Durchblutungsstörungen oder Infektionen sind häufige Ursachen – und genau dort setzen wir in der Therapie an.

Dr. med. Olaf Pingen, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie

Ursachen und Risikofaktoren einer Pseudarthrose

Prinzipiell kann es alle Patientinnen und Patienten mit einem Knochenbruch treffen. Ursachen für eine ausbleibende Knochenbruchheilung können Faktoren sein, die der Patient selbst mitbringt. Auch äußere Faktoren spielen eine Rolle. Oft kommen mehrere Gründe zusammen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

Auch einige Vorerkrankungen können die Heilung eines Bruchs beeinträchtigen, etwa ein nicht optimal eingestellter Diabetes. Ebenso wirken sich manche Medikamente, zum Beispiel Kortisonpräparate oder Therapien in der Krebsbehandlung, auf die Knochenregeneration aus. Zudem heilt ein Knochenbruch im höheren Alter meist langsamer, da die körpereigenen Reparaturprozesse weniger aktiv sind.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg steht eine präzise Ursachenanalyse Ihrer Pseudarthrose an erster Stelle. Sie bildet die Grundlage für eine Therapie, die wirksam und individuell abgestimmt ist.

Welche Symptome gibt es bei einer Pseudarthrose?

Betroffene spüren oft anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich der Fraktur, besonders beim Belasten oder Bewegen. Auch Schwellungen, Instabilität, eine eingeschränkte Beweglichkeit oder ein „unsicheres“ Gefühl in der betroffenen Gliedmaße können Hinweise sein.

In einigen Fällen kommt es zu Fehlstellungen oder zu einem Knirschen bzw. Reibungsgefühl („Krepitation“). Lassen Sie die Frakturheilung ärztlich überprüfen, wenn die Beschwerden länger bestehen oder sich verstärken.

Wie wird eine Pseudarthrose diagnostiziert?

Damit die Therapie erfolgreich ist, müssen wir zunächst exakt klären, warum der Knochen nicht heilt. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg suchen wir bei der Diagnose nach mechanischen, biologischen oder infektiösen Ursachen.

Zur Diagnostik gehören:

Wenn wir alle Faktoren kennen, entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen zielgerichteten Behandlungsplan.

Wie wird eine Pseudarthrose behandelt?

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache der Pseudarthrose. Im Amalie kombinieren wir moderne operative Verfahren, biologische Therapien und individuelle Nachbehandlungskonzepte.

Entscheidend ist, mechanische Stabilität und biologische Heilung wiederherzustellen. Genau dort setzen unsere Therapien an.

Dr. med. Olaf Pingen, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie

Konservative Maßnahmen – wenn der Knochen noch heilen kann

In einigen Fällen lässt sich der Heilungsprozess durch unterstützende Maßnahmen wieder aktivieren:

Konservative Therapien kommen vor allem dann infrage, wenn der Bruch zwar verzögert, wir aber davon ausgehen, dass der Bruch noch von selbst heilen kann.

Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie (ESWT, Extracorporeal Shock Wave Therapy) kann eine schonende Ergänzung zur Behandlung sein. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg setzen wir hochenergetische, fokussierte Stoßwellen ein, die von außen gezielt auf die betroffene Stelle gerichtet werden. Diese Impulse regen die Durchblutung an, fördern die Aktivität der Knochenzellen und können so die Neubildung von Knochengewebe unterstützen. Die Behandlung erfolgt ambulant, ohne Operation und ohne Narben.

Wichtig ist uns, gemeinsam zu prüfen, ob die Stoßwellentherapie in Ihrer individuellen Situation eine wirksame Option ist oder ob ein anderes Verfahren bessere Erfolgsaussichten bietet.

Welche operative Behandlung bei Pseudarthrose?

Ein operativer Eingriff ist notwendig, wenn der Knochen nicht mehr selbstständig heilt. Am Amalie nutzen wir verschiedene operative Verfahren, damit der Knochen wieder stabile Bedingungen für die Heilung erhält.

Osteosynthese

Bei einer Osteosynthese wird die Bruchstelle mit Hilfe von Schrauben, Platten oder Nägeln stabilisiert. Mitunter ist bereits eine solche Operation erfolgt, und das eingesetzte Material ist nicht mehr ausreichend stabil sind oder ungünstig positioniert wurde. Dann wird es ersetzt oder korrigiert. Die neue Stabilität verleiht ihm optimale Bedingungen für den Heilungsprozess.

Knochentransplantation (Spongiosaplastik)

Bei kleineren Defekten oder mäßig verzögerter Heilung kann eine Spongiosaplastik die Knochenneubildung gezielt unterstützen. Dabei übertragen wir körpereigenes Knochenmaterial – meist aus dem Beckenkamm – oder nutzen synthetische Ersatzstoffe. Dieses Material dient als „Gerüst“, auf dem neuer Knochen wachsen kann. Die Spongiosaplastik wird häufig zusätzlich zu stabilisierenden Verfahren eingesetzt und bietet vielen Patientinnen und Patienten eine sichere Grundlage für die Heilung.

Vaskularisierte (durchblutete) Knochentransplantation

Bestehen größere Defekte, sind frühere Operationen erfolglos geblieben oder ist das umliegende Gewebe stark beschädigt, reicht eine einfache Spongiosaplastik nicht mehr aus. In solchen Fällen setzen wir auf eine mikrochirurgische, durchblutete Knochentransplantation. Dabei wird ein Knochenspan – oft mit Haut- oder Weichteilgewebe – mitsamt seiner Blutgefäße verpflanzt und über feine Gefäßnähte angeschlossen. Diese Technik bietet dem Knochen optimale biologische Bedingungen, um auch komplexe Pseudarthrosen zuverlässig zur Heilung zu bringen.

Behandlung einer Infektpseudarthrose

Bei einer Infektpseudarthrose müssen alle entzündungsverursachenden Keime gründlich entfernt werden. Das geschieht in der Regel durch eine sorgfältige Reinigung des betroffenen Gewebes - das sogenannte Debridement - und eine Behandlung mit Antibiotika, die auf die verursachenden Keime abgestimmt ist. Anschließend wird der Knochen stabil fixiert, so dass er in Ruhe heilen kann.

Biologische Augmentation

Bei der biologischen Augmentation werden Wachstumsfaktoren oder spezielle Knochenersatzstoffe eingesetzt, um die Heilungsfähigkeit des Knochens zu verbessern. Diese Substanzen fördern die Neubildung von Knochengewebe gezielt dort, wo der Heilprozess ins Stocken geraten ist. Das Verfahren wird häufig mit anderen Maßnahmen wie stabilisierenden Osteosyntheseverfahren oder Knochentransplantationen kombiniert.

Fixateur externe

Ein Fixateur extern stabilisiert einen Knochenbruch von außen. Schrauben oder Drähte werden im Knochen verankert und außen über Stangen zu einem Rahmen verbunden. Das Verfahren eignet sich besonders bei offenen oder komplexen Brüchen sowie bei schweren Weichteilschäden, weil es die verletzte Region schont und eine frühe Mobilisierung ermöglicht.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Nach der Behandlung begleiten wir Sie mit regelmäßigen Kontrollen und einer sorgfältig abgestimmten Nachsorge. So stellen wir sicher, dass der Knochen stabil weiterheilt und Sie Schritt für Schritt wieder voll belastbar werden.

Wichtige Bausteine der Nachbehandlung:

Die Rückkehr in Arbeit oder Sport hängt von der Art des Bruchs, dem Operationsverfahren und dem individuellen Verlauf ab. Gern beraten wir Sie im dazu Amalie persönlich und mit realistischen Zeitangaben.

Unser Team: Persönlich für Sie da

In der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Pseudarthrosen von einem erfahrenen, interdisziplinären Team betreut. Nicht heilende Knochenbrüche stellen besondere Anforderungen an Diagnostik und Therapie. Umso wichtiger ist ein präzises Verständnis der Ursachen und ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept.

Wir arbeiten eng mit Radiologie, , Anästhesie, Physiotherapie und der Pflege zusammen. So können wir mechanische, biologische und infektiöse Faktoren zuverlässig einordnen und operative sowie konservative Verfahren sinnvoll kombinieren. Ziel ist es, stabile Voraussetzungen für die Knochenheilung zu schaffen und Ihnen Schritt für Schritt die Rückkehr in einen belastbaren Alltag zu ermöglichen.

Zu unserem Team gehören:

Ihr Experte für die Behandlung von Pseudarthrose in Hamburg

Dr. med. Olaf Pingen ist Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie – Wirbelsäulenchirurgie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung komplexer Knochenheilungsstörungen und Pseudarthrosen. Sein Schwerpunkt liegt auf stabilen Rekonstruktionsverfahren, modernen Osteosynthesetechniken und mikrochirurgischen Verfahren zur Wiederherstellung der Knochenheilung.

Im Fokus seiner Arbeit steht eine sorgfältige Ursachenanalyse: Nur wenn Instabilität, Durchblutungsstörungen oder Infektionen gezielt adressiert werden, kann der Knochen dauerhaft heilen.

Wichtig ist mir, dass Patientinnen und Patienten verstehen, warum die Heilung stockt – und dass sie wissen: Eine Pseudarthrose ist behandelbar. Gemeinsam schaffen wir wieder Stabilität und Perspektive.

Dr. med. Olaf Pingen, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie - Wirbelsäulenchirurgie

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Abklärung und Behandlung einer Pseudarthrose oder einer verzögerten Frakturheilung wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.

Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag, Mittwoch, Freitag 08:00-10:00 Uh

Zentrale Terminvergabe

Privatsprechstunde Dr. med. Olaf Pingen

Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag, Mittwoch, Freitag 08:00-10:00 Uhr

Und nach Vereinbarung.

Durchgangsarzt-Sprechstunde (D-Arzt)

Für die Behandlung von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen vereinbaren Sie bitte über die zentrale Terminvergabe einen Untersuchungstermin in der Durchgangsarzt-Sprechstunde.

Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag, Mittwoch, Freitag 08:00-10:00 Uhr

Zentrale Terminvergabe

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Häufige Fragen zu nicht heilenden Knochenbrüchen (Pseudarthrosen)

Anhaltende oder zunehmende Schmerzen, Instabilität oder eine eingeschränkte Belastbarkeit können Hinweise sein. Auch Schwellungen oder fehlende Knochenneubildung im Röntgenbild sprechen dafür. Das klären wir im Amalie schnell und sicher ab.

Eine Operation ist sinnvoll, wenn der Bruch über Monate nicht zusammenwächst, Sie Schmerzen haben oder der Bruch instabil ist. Bei Infektpseudarthrosen muss immer operiert werden.

Das Ausheilen dauert in der Regel 6 – 12 Wochen, kann aber auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Bei einer Infektpseudarthrose behandeln wir bei Bedarf in zwei und mehr Stufen, sodass sich die Behandlungsdauer auch auf sechs Monate verlängern kann.

Das hängt von Stabilität, Schmerzen und der Art Ihrer Tätigkeit ab. Leichte Arbeiten sind manchmal möglich, körperliche Belastung eher nicht. Im Amalie beraten wir Sie individuell zur Rückkehr in den Beruf nach der Behandlung.

Aufhören zu rauchen, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und konsequente Übungen fördern die Heilung. Ausreichend Vitamin D, Kalzium und Flüssigkeit helfen zusätzlich. Auch eine gute Kontrolle von Diabetes verbessert die Chancen.

Lebensbedrohlich ist sie selten, doch sie kann Schmerzen verursachen und Ihre Beweglichkeit und Belastbarkeit einschränken.

Grundsätzlich ja – etwa bei erneuter Verletzung oder starker Belastung. Nach stabiler Heilung ist das Risiko jedoch gering.

In vielen Fällen ja. Nach einer erfolgreichen Behandlung und konsequenter Nachsorge gewinnen die meisten Patientinnen und Patienten ihre Beweglichkeit und Belastbarkeit für Sport und Alltag weitgehend zurück.