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Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entwickelt sich aus Gewebeveränderungen (Dysplasien) am Muttermund. Die häufigste Ursache ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomavirus (HPV), die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. HPV ist sehr verbreitet. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von allein aus.

Nur wenn eine Infektion über viele Jahre bestehen bleibt, können sich Krebsvorstufen entwickeln, aus denen ein bösartiger Tumor entstehen kann. Diese Veränderungen entstehen meist langsam – über Jahre oder sogar Jahrzehnte. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Gebärmutterhalskrebs: Welche Formen gibt es?

Gebärmutterhalskrebs ist nicht gleich Gebärmutterhalskrebs. Je nachdem, aus welchen Zellen der Tumor entsteht, unterscheiden sich Verlauf, Behandlung und Prognose.

Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwei Hauptformen:

Seltener treten Mischformen oder andere Tumorvarianten auf. Im Evangelischen Krankenhaus Amalie Sieveking erfolgt die genaue Einordnung stets über eine feingewebliche Untersuchung (Histologie). Sie wird von unseren Partnern in der Pathologie unter Aufsicht unseres spezialisierten gynäkologischen Onkologen durchgeführt. Diese präzise Diagnostik ist entscheidend, da sie die weitere Therapieplanung maßgeblich beeinflusst.

HPV: Risikofaktoren und Vorsorge

Viele Frauen mit Zervixkarzinom berichten keine besonderen Vorerkrankungen. Dennoch kennt man heute Faktoren, die das Risiko beeinflussen.

Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs:

Zu den schützenden Faktoren gehören:

Patientinnen mit auffälligen Pap-Befunden sollten sich entsprechend den Leitlinien einer sogenannten Abklärungskolposkopie unterziehen. Dabei wird der Muttermund unter starker Vergrößerung (Kolposkopie) betrachtet und mit Essigsäure und einer jodhaltigen Lösung   betupft, um Auffälligkeiten sichtbar zu machen. Gegebenenfalls werden zudem Gewebeproben entnommen (Biopsie), um sie anschließend zu untersuchen. Sollte danach eine weitere Abklärung notwendig sein, stehen wir Ihnen im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus dafür gern zur Verfügung.

Viele Frauen wissen nicht, dass HPV oft jahrelang unbemerkt bleibt. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb genauso wichtig wie eine gute Therapie.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Wie läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab?

Die gynäkologische Vorsorge folgt in Deutschland einem altersabhängigen Programm.

Zunächst untersucht die Ärztin oder der Arzt den äußeren und inneren Genitalbereich. Anschließend wird – abhängig vom Alter – ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen:

Die Untersuchung dauert jeweils nur wenige Minuten, ist in der Regel schmerzfrei und ermöglicht es, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zuverlässig und früh zu erkennen, oft lange bevor Beschwerden auftreten.

Die HPV-Impfung – zentrales Element der Prävention

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen einige Arten von HPV, die besonders häufig Gebärmutterhalskrebs auslösen. Sie schützt zuverlässig vor den gefährlichsten Virusvarianten und damit vor den meisten Krebsvorstufen.

Wichtig zu wissen:

Welche Symptome können auf Gebärmutterhalskrebs hinweisen?

In frühen Stadien verursacht Gebärmutterhalskrebs oft kaum Beschwerden. Häufig wird er bei der Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Treten Symptome auf, sind sie meist unspezifisch.

Mögliche Anzeichen:

Wann sollte man zur Ärztin oder zum Arzt?

Sie sollten immer dann ärztlichen Rat einholen, wenn Blutungen außerhalb des normalen Zyklus auftreten oder Ausfluss und Unterbauchschmerzen bestehen. Regelmäßige Vorsorge ermöglicht es, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Gebärmutterhalskrebs: Wie erfolgt die Diagnose im Amalie?

Bei der Diagnose von Gebärmutterhalskrebs arbeiten wir eng mit den Fachbereichen Pathologie und Radiologie zusammen. Darüber hinaus kooperieren wir mit niedergelassenen Onkologinnen und Onkologen. Dabei erstellen wir auf der Grundlage der geltenden Leitlinien und nach den Standards der gynäkologischen Krebszentren einen individuellen Therapieplan für Sie.

Eine sichere Diagnose basiert auf mehreren Bausteinen:

Alle Befunde werden mit dem beteiligten Fachrichtungen in der Tumorkonferenz der Interdisziplinäre Tumormedizin am Amalie Hamburg diskutiert.

Kolposkopie: mit fokussiertem Blick

Dabei betrachtet die Ärztin oder der Arzt den Gebärmutterhals und -mund unter leichter Vergrößerung. Die Untersuchung ist schmerzarm und gibt sofort Hinweise darauf, ob eine Gewebeprobe nötig ist.

Durch die strukturierte Diagnostik erkennen wir Tumorstadien sehr genau – das ist die Grundlage für jede gute Therapieentscheidung.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Gebärmutterhalskrebs: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung eines Zervikarzinoms am Amalie richtet sich nach Stadium, Tumorart und individuellen Faktoren wie Alter, Kinderwunsch oder Begleiterkrankungen. Jede Therapieentscheidung erfolgt nach Leitlinien und im interdisziplinären Austausch. Diese interdisziplinäre Tumormedizin ist ein wesentlicher Vorteil des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses. Denn hier betrachten wir alle Untersuchungsergebnisse, bewerten sie nach aktuellen medizinischen Erkenntnissen und im Zusammenhang mit Ihrer persönlichen Situation. Wichtig ist uns, alle Behandlungsschritte gemeinsam und in Ruhe zu besprechen. Viele Frauen fragen sich, wie sich eine Operation auf ihr Körpergefühl oder ihre Sexualität auswirkt – auch hierfür nehmen wir uns Zeit.

Operationen am Gebärmutterhalskrebs

Bei frühen Stadien kann der Tumor häufig operativ entfernt werden. Je nach Befund wählen wir am Amalie zwischen verschiedenen Verfahren.

Konisation
Bei der Konisation wird ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Gebärmutterhals entfernt. Meist erfolgt der Eingriff bei Krebsvorstufen oder sehr frühen Tumoren. Er dauert 10 bis 20 Minuten und erfolgt in kurzer Narkose. Viele Patientinnen können die Klinik am selben Tag verlassen. Leichte Blutungen oder Ziehen sind normal und klingen rasch ab.

Radikale Hysterektomie
Bei fortgeschritteneren Tumoren wird die Gebärmutter gemeinsam mit dem Gebärmutterhals entfernt. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, der stationäre Aufenthalt beträgt meist einige Tage. Eine Schwangerschaft ist danach nicht mehr möglich. Schmerzen lassen sich gut behandeln. Nach einigen Wochen können Sie wieder in Ihren Alltag zurückkehren.

Strahlentherapie und kombinierte Radiochemotherapie

Bei fortgeschrittenen Stadien von Gebärmutterhalskrebs ist oft eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie die wichtigste Behandlung. Sie hilft, Tumoren gezielt zu zerstören, Rückfallrisiken zu senken und die Gebärmutter zu erhalten. Die Therapie wird in enger Abstimmung mit unseren Kooperationspartnern am Universitären Cancer Center (UCC) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf geplant.

Unterstützende Maßnahmen (Supportive Care)

Eine Krebstherapie fordert nicht nur den Körper, sondern auch das seelische Gleichgewicht. Deshalb achten wir im Amalie darauf, Sie ganzheitlich zu unterstützen.

Ergänzend zur medizinischen Behandlung stehen folgende Angebote bereit:

Sie stabilisieren die Lebensqualität und unterstützen körperlich wie emotional.

Interdisziplinäre Tumormedizin am Amalie – Ihre Vorteile

Krebstherapie bedeutet viele Entscheidungen. Unsere Fachbereiche arbeiten eng vernetzt, besprechen jeden Fall gemeinsam und sorgen dafür, dass jede Therapieempfehlung sicher, fachlich gut begründet und für Sie verständlich ist.

Ihre Vorteile:

Nachsorge bei Gebärmutterhalskrebs

Nach abgeschlossener Therapie beginnt die Nachsorge. Sie hilft, Rückfälle früh zu erkennen, Nebenwirkungen zu behandeln und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.

Was gehört zur Nachsorge?

Die Nachsorge ist ein wichtiger Teil der Behandlung, der von den niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen durchgeführt wird. Ziel ist es, dass Sie körperlich wie seelisch gut weiterheilen. Je nach Therapie können auch körperliche Folgen auftreten – etwa Lymphödeme, Veränderungen von Scheidengewebe oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Sprechen Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Arzt darauf an.

Die Nachsorge umfasst:

Psychologische Unterstützung

Eine Krebsdiagnose ist emotional belastend. Unsere Psychologinnen unterstützen Sie bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung und helfen Ihnen, Strategien für den Alltag zu entwickeln und zu neuer Stabilität zu finden.

Prognose – warum pauschale Aussagen nicht möglich sind

Die Prognose hängt vom Tumorstadium und Ihrer persönlichen Situation ab. Im ärztlichen Gespräch erklären wir verständlich, welche Faktoren konkret bei Ihnen eine Rolle spielen und welche Therapieziele realistisch sind.

Ihre Vorteile im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus

Viele Patientinnen schätzen die ruhige Lage des Hauses in Hamburg-Volksdorf und die persönliche Atmosphäre, die Sicherheit und Vertrauen schafft. Als Schwerpunktklinik für gynäkologische Tumoren verfügt das Amalie über besondere operative und onkologische Erfahrung. Doch eine gute Krebsbehandlung braucht mehr als Medizin: Sie braucht ein Umfeld, in dem man sich sicher, verstanden und gut begleitet fühlt. Genau dafür stehen wir.

Wir bieten:

Unser Team: Persönlich für Sie da

In der Gynäkologie und gynäkologischen Onkologie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Frauen mit Gebärmutterhalskrebs interdisziplinär und leitliniengerecht behandelt. Eine Krebsdiagnose ist für viele Patientinnen mit großer Unsicherheit verbunden. Umso wichtiger sind eine präzise Diagnostik, klare Therapieentscheidungen und eine Begleitung, die medizinische Kompetenz mit menschlicher Nähe verbindet. Unsere spezialisierten Teams begleiten Sie während der gesamten Behandlung – medizinisch, emotional und organisatorisch.

Dabei arbeiten die internen und externen Fachbereiche eng zusammen: von der Gynäkologie und Radiologie über Pathologie und Onkologie bis hin zur interdisziplinären Tumorkonferenz. So stellen wir sicher, dass alle Befunde gemeinsam bewertet und Therapieempfehlungen individuell auf Ihre persönliche Situation abgestimmt werden.

Zum Team gehören:

Ihr Experte für die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs in Hamburg

Dr. med. Simon Bühler ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus sowie zertifizierter gynäkologischer Onkologe. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen und multimodalen Behandlung von gynäkologischen Tumorerkrankungen. Als erfahrener Operateur beherrscht er auch sehr komplexe operative Verfahren.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der sicheren chirurgischen Therapie, der sorgfältigen Abwägung aller Behandlungsoptionen und einer verständlichen Kommunikation. Wichtig ist ihm, dass Patientinnen ihre Therapieentscheidungen nachvollziehen können und sich während der gesamten Behandlung gut begleitet fühlen.

Gerade beim Gebärmutterhalskrebs kommt es auf chirurgische Erfahrung an. Unser Ziel ist es, Tumoren sicher zu behandeln und zugleich die Lebensqualität der Frauen bestmöglich zu erhalten.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Vereinbarung eines Termins in der gynäkologischen Ambulanz wenden Sie sich bitte an die gynäkologische Ambulanz.

Die Zeiten unserer Sprechstunde

Wochentag Uhrzeit
Montag bis Freitag 08:00–15:00 Uhr

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Gebärmutterhalskrebs: Häufige Fragen unserer Patientinnen

Der Pap-Test untersucht Zellveränderungen, der HPV-Test prüft auf Viren, die diese Veränderungen auslösen können. Gemeinsam sind sie ein starkes Früherkennungsinstrument.

Ja – die Impfung schützt vor den wichtigsten, aber nicht allen HPV-Typen. Deshalb bleiben Vorsorgeuntersuchungen wichtig.

Zwischenblutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, ungewöhnlicher Ausfluss oder Unterbauchschmerzen. Diese Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.

Das hängt vom Stadium ab. Frühstadien werden häufig operiert. Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren ist oft die kombinierte Radiochemotherapie Standard.

Bei sehr frühen Stadien gibt es fertilitätserhaltende Behandlungen. Unsere Ärztinnen und Ärzte beraten Sie hierzu individuell.

Das Wichtigste sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Neue Beschwerden wie Schmerzen, Gewichtsverlust oder Blutungen sollten frühzeitig abgeklärt werden.

Anders als beim Eierstockkrebs spielt eine genetische Ursache nur selten eine Rolle. Viel wichtiger sind HPV-Infektionen und Vorsorge.

Ja. Eine Zweitmeinung kann helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen. Im Amalie unterstützen wir Sie gern dabei, Befunde zu verstehen und Therapieoptionen abzuwägen.

In manchen Fällen sind Rückfälle möglich. Wichtig sind deshalb regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Neue Beschwerden sollten frühzeitig abgeklärt werden.