
dr. med. (univ. Pecs) Zsófia Danckwardt
Leitende Oberärztin, Gynäkologie
Sektionsleitung Urogynäkologie, Gynäkologie

Blasenschwäche kann den Alltag stark einschränken. Viele Betroffene zögern dennoch, Hilfe zu suchen. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg bieten wir eine sorgfältige Diagnostik und individuell abgestimmte Therapien bei Harninkontinenz.
Blasenschwäche, medizinisch Harninkontinenz, bezeichnet den unwillkürlichen Verlust von Urin. Die Kontrolle über die Blase ist dabei eingeschränkt. Das kann verschiedene Ursachen haben. Die Beschwerden reichen von gelegentlichem Urinverlust bis hin zu starkem Harndrang oder kontinuierlichem „Tröpfeln“.
Die Symptome einer Blasenschwäche können sehr unterschiedlich sein und sich im Alltag unterschiedlich stark bemerkbar machen. Typisch ist, dass die Kontrolle über die Blase eingeschränkt ist.
Häufige Beschwerden sind:
Viele Betroffene empfinden diese Symptome als belastend. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, die Beschwerden gezielt zu behandeln und zu vermeiden, dass sich die Probleme weiter verschlechtern.
Je nach Ursache und Symptomatik werden verschiedene Formen der Harninkontinenz unterschieden. Die genaue Einordnung ist entscheidend für die passende Therapie.
Bei der Belastungsinkontinenz tritt Urinverlust vor allem bei körperlicher Belastung auf – etwa beim Husten, Niesen oder Heben. Ursache ist häufig eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur, die den Verschluss der Harnröhre nicht ausreichend unterstützt.
Die Dranginkontinenz ist durch einen plötzlich einsetzenden, starken Harndrang gekennzeichnet. Betroffene müssen sehr häufig zur Toilette und schaffen es nicht immer rechtzeitig. Oft liegt eine überaktive Blase zugrunde.
Bei der Mischinkontinenz treten Symptome beider Formen gemeinsam auf. Darüber hinaus gibt es weitere seltenere Formen, etwa durch neurologische Erkrankungen oder nach Operationen. Eine genaue Diagnostik ist hier besonders wichtig.
Blasenschwäche entsteht meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen körperliche Veränderungen, insbesondere im höheren Lebensalter, neurologische Erkrankungen oder äußere Einflüsse wie bestimmte Medikamente oder Lebensgewohnheiten.
Frauen sind häufiger betroffen, insbesondere durch Schwangerschaft, Geburt oder hormonelle Veränderungen. Beim Mann spielen häufig Prostataerkrankungen eine Rolle.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit bei beiden Geschlechtern zu.
Viele Patientinnen haben lange gezögert, bevor sie zu uns kommen. Umso wichtiger ist es mir, dass sie hier offen über ihre Beschwerden sprechen können.
dr. med. (univ. Pecs) Zsófia Danckwardt, Leitende Ärztin Urogynäkologie
Bei Frauen spielen häufig folgende Ursachen eine Rolle:
Beim Mann sind häufig diese Faktoren entscheidend:
Blasenschwäche entsteht häufig durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Einige Einflüsse erhöhen das Risiko, dass die Kontrolle über die Blase im Laufe der Zeit nachlässt.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:
Oft wirken mehrere dieser Faktoren zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Viele dieser Faktoren lassen sich beeinflussen oder gezielt behandeln – ein wichtiger Ansatzpunkt für die Therapie.
Eine gründliche Diagnostik ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. In der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses nehmen wir uns Zeit für eine umfassende Abklärung Ihrer Symptome und finden gemeinsam heraus, worin die Ursache der Inkontinenz liegt.
Im Gespräch klären wir Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten. Ein „Blasentagebuch“ (Miktionsprotokoll) kann hierbei hilfreich sein.
Bei Frauen beurteilen wir die Beckenbodenfunktion und mögliche Senkungen der Organe.
Bildgebende Verfahren und Funktionsmessungen zeigen, wie Blase und Harnröhre arbeiten und wo mögliche Störungen liegen.
Urin- und Laboruntersuchungen helfen uns, Infektionen oder andere mögliche Ursachen auszuschließen.
Die Behandlung der Blasenschwäche richtet sich nach der Ursache, der Form der Inkontinenz und dem individuellen Leidensdruck. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und die Kontrolle über die Blase im Alltag zu verbessern.
Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg bieten wir dafür ein abgestuftes Behandlungskonzept an – von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Verfahren.
In vielen Fällen beginnt die Therapie ohne Operation. Ziel ist es, die Blasenfunktion zu stabilisieren und Beschwerden zu reduzieren.
Wichtige Bausteine sind:
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Form der Inkontinenz und Ihrer persönlichen Situation ab.
Bei bestimmten Formen der Blasenschwäche, insbesondere der Dranginkontinenz, können Medikamente helfen. Sie wirken regulierend auf die Blasenmuskulatur und können den starken Harndrang deutlich reduzieren.
In einigen Fällen kommt auch eine lokale Hormontherapie infrage, etwa bei hormonell bedingten Veränderungen in den Wechseljahren.
Wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirken, kann zudem eine Therapie mit Botulinumtoxin (Botox) eingesetzt werden. Dabei wird die Blasenmuskulatur gezielt entspannt, um unkontrollierten Harndrang zu verringern.
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Welche Methode infrage kommt, hängt von der genauen Diagnose und Ihren Beschwerden ab. Im Amalie Hamburg bieten wir ein breites Spektrum urogynäkologischer OP-Verfahren an.
Dazu gehören unter anderem:
Auch komplexe Eingriffe, etwa bei kombinierten Beckenbodenproblemen, können im Amalie durchgeführt werden.
Die Entscheidung für eine Operation erfolgt immer nach ausführlicher Beratung und sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten.
Auch nach einem operativen Eingriff sind wir für Sie da. Schließlich ist eine strukturierte Nachsorge ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Blasenschwäche. Sie hilft dabei, den Behandlungserfolg zu sichern und mögliche neuauftretende Beschwerden frühzeitig zu erkennen. In den meisten Fällen erfolgt die Nachsorge bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Bei komplexen oder voroperierten Patientinnen und Patienten prüfen wir in der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses in regelmäßigen Kontrollterminen, wie sich Ihre Symptome entwickelt haben und ob Anpassungen sinnvoll sind. Bei diesen Terminen nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und besprechen, welche Maßnahmen Sie im Alltag unterstützen können.
Auch im Alltag können Sie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Blasenkontrolle zu verbessern. Wichtig ist dabei, Maßnahmen zu wählen, die gut in Ihren Alltag passen und regelmäßig umgesetzt werden können.
Hilfreich sind vor allem:
Welche Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll sind, besprechen wir individuell mit Ihnen im Rahmen der Behandlung.
In der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses betreuen wir Patientinnen mit Blasenschwäche und Inkontinenz in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen. Beschwerden rund um die Blase sind oft sensibel und können unterschiedliche Ursachen haben – umso wichtiger sind eine sorgfältige Abklärung und eine individuell abgestimmte Behandlung.
Da Blasenschwäche häufig im Zusammenhang mit Veränderungen im Beckenbereich steht, arbeiten wir eng mit der Urologie sowie weiteren spezialisierten Fachbereichen im Haus zusammen. So können wir konservative, medikamentöse und operative Therapien sinnvoll aufeinander abstimmen und eine umfassende Versorgung gewährleisten.
Unser Ziel ist es, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen und gemeinsam eine Behandlung zu finden, die spürbar entlastet und im Alltag gut umsetzbar ist.

Leitende Oberärztin, Gynäkologie
Sektionsleitung Urogynäkologie, Gynäkologie
dr. med. (univ. Pecs) Zsófia Danckwardt ist Leitende Ärztin der Urogynäkologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus.
Sie ist spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung von Blasenschwäche und Inkontinenz – von konservativen Verfahren bis hin zu operativen Eingriffen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf individuell abgestimmten Therapiekonzepten und einer sorgfältigen Indikationsstellung. In ihrer täglichen Arbeit verbindet sie fachliche Erfahrung mit einer einfühlsamen und respektvollen Betreuung.
Blasenschwäche ist für viele ein sensibles Thema. Umso wichtiger ist es, die Beschwerden ernst zu nehmen und in Ruhe zu klären, was dahintersteckt.
dr. med. (univ. Pecs) Zsófia Danckwardt, Leitende Ärztin Urogynäkologie
Für die Abklärung und Behandlung einer Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer urogynäkologischen Sprechstunde.
Tel.: +49 40 64411-8675
Sprechstunde nach Vereinbarung.
Chefarztsekretärinnen:
Beeke Braasch/Annika Zoroofchi
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 10 Millionen Menschen an Blasenschwäche. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit bei beiden Geschlechtern zu.
Die erste Anlaufstelle ist häufig die Hausärztin oder der Hausarzt. Je nach Ursache erfolgt die weitere Abklärung in spezialisierten Fachbereichen wie der Urologie oder der Urogynäkologie. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus ist die Urogynäkologie auf die Diagnostik und Behandlung von Blasenschwäche spezialisiert.
Blasenschwäche tritt im Alter häufiger auf, ist aber keine normale Begleiterscheinung, die einfach hingenommen werden muss. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, insbesondere bei höherem Leidensdruck. Häufig liegen behandelbare Ursachen zugrunde.
Die Abklärung erfolgt durch ein Zusammenspiel aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und speziellen Tests. Dazu gehören unter anderem Blasentagebücher, Ultraschalluntersuchungen oder urodynamische Messungen. Ziel ist es, die genaue Form der Inkontinenz zu erkennen und die Behandlung gezielt zu planen.
Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Blase. Er stabilisiert die Organe im Becken und unterstützt den Verschluss der Harnröhre. Ist die Muskulatur geschwächt, kann es leichter zu ungewolltem Urinverlust kommen.
Ja, häufig bessern sich die Beschwerden nach einer Geburt wieder, insbesondere durch gezieltes Beckenbodentraining. In manchen Fällen bleiben jedoch Symptome bestehen, die weiter abgeklärt werden sollten.
Die Behandlung richtet sich nach der Form der Inkontinenz und Ihren individuellen Beschwerden. Häufig werden zunächst konservative Maßnahmen eingesetzt. Wenn diese nicht ausreichen, kommen medikamentöse oder operative Verfahren infrage.
Bei einer überaktiven Blase kann Botulinumtoxin (Botox) in die Blasenmuskulatur injiziert werden. Es reduziert die übermäßige Aktivität der Muskulatur und kann so starken Harndrang und unkontrollierten Urinverlust deutlich verringern. Die Wirkung hält meist mehrere Monate an und kann bei Bedarf wiederholt werden.
Eine Operation kommt in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Beschwerden den Alltag deutlich beeinträchtigen. Welche Methode infrage kommt, hängt von der genauen Diagnose ab und wird individuell besprochen.
In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden deutlich verbessern oder gut kontrollieren. Ob eine vollständige Heilung möglich ist, hängt von der Ursache und der Form der Inkontinenz ab.