
Dr. med. Simon Bühler
Chefarzt, Geburtshilfe
Chefarzt, Gynäkologie

Eine Diagnose wie Eierstockkrebs erfordert eine verlässliche, interdisziplinäre Versorgung. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg verbinden wir präzise Diagnostik, leitliniengerechte Therapie und menschliche Zuwendung – von der ersten Abklärung bis zur Nachsorge.
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Eierstöcke. Die Beschwerden sind häufig unspezifisch. Zudem hat der Tumor im Bauch- und Beckenraum Platz zu wachsen. Dadurch wird er oft erst entdeckt, wenn er schon größer ist. Umso wichtiger sind eine präzise Diagnostik und eine schnelle Therapieplanung.
Eierstockkrebs ist nicht gleich Eierstockkrebs. Tatsächlich werden unter dem medizinischen Begriff Ovarialkarzinom verschiedene Tumorarten zusammengefasst, die sich in Verlauf und Therapie unterscheiden können. Eine klare Zuordnung ist wichtig, um die Behandlung gezielt zu planen und die bestmögliche Prognose zu erreichen.
Aus ärztlicher Sicht werden drei Arten von Tumoren unterschieden:
Viele Frauen trifft die Diagnose völlig unerwartet. Dennoch gibt es Faktoren, von denen wir heute wissen, dass sie das Risiko erhöhen können.
Häufige Risikofaktoren sind:
Andere Dinge wiederum schützen vor Eierstockkrebs. Dazu gehören viele Geburten, längere Stillzeiten, die Anti-Baby-Pille sowie eine Sterilisation, bei der die Eileiter entfernt werden.
Wenn es in Ihrer Familie Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs gibt, empfehlen wir eine genetische Beratung. Gern unterstützen wir Sie dabei, die richtige Anlaufstelle zu finden.
Eine Diagnose wie Eierstockkrebs bringt viele Fragen mit sich. Unser Team sorgt dafür, dass keine Patientin diesen Weg allein gehen muss.
Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe
Eierstockkrebs zeigt zu Beginn häufig unspezifische oder wechselnde Beschwerden, die im Alltag leicht übersehen werden. Viele Frauen deuten die ersten Anzeichen eher als Folgen von Stress, hormonellen Schwankungen oder Verdauungsprobleme - daher suchen sie erst spät ärztlichen Rat. Achten Sie unbedingt auf körperliche Veränderungen, die länger anhalten oder immer wiederkehren, auch wenn sie zunächst harmlos erscheinen.
Mögliche Beschwerden können sein:
Sobald Beschwerden länger anhalten oder immer wiederkehren, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Vor allem Frauen über 50 sollten Warnzeichen ernst nehmen. Denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Erste Ansprechpersonen sind Ihre Frauenärztin oder Ihr Hausarzt.
Eine sichere Diagnose stützt sich auf mehrere Bausteine. Die Ärztinnen und Ärzte der Gynäkologie im Amalie arbeiten dafür mit verschiedenen Fachbereichen sowie externen Kooperationspartnern eng zusammen.
Diagnostische Verfahren:
Bei etwa drei Viertel der Patientinnen wird Eierstockkrebs erst entdeckt, wenn sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Er kann dann angrenzende Organe betreffen oder auch in weiter entfernte Bereiche des Körpers gestreut haben. Daher ist eine frühe Diagnose ungeheuer wichtig.
Für eine exakte Diagnose ist Teamarbeit entscheidend: Radiologie, Pathologie, Onkologie und Gynäkologie betrachten jeden Fall gemeinsam und entscheiden über die bestmögliche Therapie.
Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe
Die Therapie bei Eierstockkrebs richtet sich nach dem Fortschritt des Tumors, der Tumorart und der individuellen Situation der Patientin. Am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg behandeln wir auf der Basis der aktuellen Leitlinien und im engen Austausch aller beteiligten Disziplinen.
Jede Form von Eierstockkrebs sollte – wenn möglich - operiert werden. Die Operation hat das Ziel, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und damit die Wirksamkeit weiterer Therapien zu verbessern. Falls notwendig, werden auch befallene Organe oder Organteile entfernt. Welche operative Methode gewählt wird, entscheidet das Team anhand des individuellen Befundes. Dabei haben wir immer Ihre Sicherheit und die bestmögliche Lebensqualität im Blick.
Eine Chemotherapie sollte immer ergänzend zur Operation zum Einsatz kommen.
In manchen Fällen wird sie eingesetzt, um den Tumor vor einer geplanten Operation zu verkleinern (neoadjuvante Chemotherapie).
Nach einer Operation kann sie als adjuvante Therapie
Die Chemotherapie wird nach klar definierten Leitlinien geplant. In der Regel erfolgt sie in mehreren Zyklen, damit sich gesundes Gewebe zwischen den Behandlungen erholen kann.
Wir begleiten Sie engmaschig, um Nebenwirkungen früh zu erkennen, zu lindern und die Therapie so verträglich wie möglich für Sie zu gestalten.
Verfügung, die individuell auf die Biologie des Tumors abgestimmt werden. Dazu zählen die sogenannten zielgerichteten Therapien, etwa PARP-Inhibitoren, die helfen, Krebszellen gezielt anzugreifen. Der Antikörper Bevacizumab (Avastin) verhindert, dass neue Blutgefäße entstehen, die den Krebs mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen und hemmt das Krebswachstum.
Ergänzend kommen unterstützende Maßnahmen zum Einsatz:
Sie helfen, Nebenwirkungen zu lindern, die Lebensqualität zu stabilisieren und die Behandlung ganzheitlich zu unterstützen.
Durch die enge Zusammenarbeit von Gynäkologie, niedergelassener Onkologie, Radiologie und Pathologie profitieren Patientinnen von Therapieentscheidungen, die aus verschiedenen fachlichen Perspektiven gemeinsam getroffen werden.
Welche Vorteile entstehen für Sie?
In der interdisziplinären Tumorkonferenz am Amalie werden alle Befunde nach aktuellen Leitlinien bewertet. Zugleich fließen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Therapieansätze ein. So entsteht für jede Patientin ein individuell abgestimmter Behandlungsplan, der medizinische Sicherheit mit dem neuesten Stand in der Therapieforschung verbindet.
Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit bedeutet für Patientinnen vor allem eines: maximale Sicherheit in allen Therapieentscheidungen.
Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe
Nach der Therapie begleiten wir unsere Patientinnen medizinisch, psychosozial und organisatorisch weiter. Denn sowohl die Erkrankung selbst als auch ihre Behandlung können Körper und Seele belasten. Es besteht außerdem ein gewisses Risiko, dass der Tumor erneut auftritt. Die Nachsorge hat daher das Ziel, Rückfälle und mögliche Spätfolgen der Therapie früh zu erkennen und zu behandeln.
Nach dem Abschluss der Behandlung finden regelmäßige Kontrolltermine statt. Wie häufig diese Untersuchungen notwendig sind, richtet sich nach Ihrer persönlichen Erkrankungssituation und Ihrem Bedarf.
Das gehört zu Nachsorge:
Nach abgeschlossener Therapie beginnt die Nachsorge. Sie hilft, Rückfälle früh zu erkennen, Nebenwirkungen zu behandeln und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.
Die Nachsorge ist ein wichtiger Teil der Behandlung, der von den niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen durchgeführt wird. Ziel ist es, dass Sie körperlich wie seelisch gut weiterheilen. Je nach Therapie können auch körperliche Folgen auftreten – etwa Lymphödeme, Veränderungen von Scheidengewebe oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Sprechen Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Arzt darauf an.
Die Nachsorge umfasst:
Eine Krebsdiagnose ist emotional belastend. Unsere Psychologinnen und Psychologen unterstützen Sie bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung und helfen Ihnen, Strategien für den Alltag zu entwickeln und zu neuer Stabilität zu finden.
Wir geben individuelle Prognosen zum Verlauf Ihrer Krebserkrankung nur im ärztlichen Gespräch, nie generalisiert. Jede Patientin durchlebt ihre eigene Situation. Unsere Aufgabe ist es daher, die bestmöglichen Bedingungen für eine gute Behandlung zu schaffen.
Das Evangelische Amalie Sieveking Krankenhaus ist die richtige Adresse, wenn Sie unter Eierstockkrebs leiden. Wir bieten Ihnen:
Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus Gynäkologie, niedergelassener Onkologie, Radiologie, Pathologie, Pflege und Psychotherapie eng zusammen. Diese Kooperation stellt sicher, dass jede Patientin eine Therapie erhält, die medizinisch fundiert und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Wir bieten Ihnen eine Versorgung, die Sicherheit schafft und Raum für Fragen und persönliche Bedürfnisse lässt.
Unsere spezialisierten Pflegekräfte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie der Sozialdienst begleiten Sie während der gesamten Behandlung. Sie unterstützen Sie und Ihre Angehörigen bei körperlichen Beschwerden, seelischen Belastungen, organisatorischen Fragen und dem Übergang zurück in den Alltag.

Chefarzt, Geburtshilfe
Chefarzt, Gynäkologie
Dr. Simon Bühler leitet die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Er verfügt über langjährige operative Erfahrung in der Behandlung gynäkologischer Tumorerkrankungen und ist spezialisiert auf komplexe Operationen des Unterbauchs. Er ist zertifizierter gynäkologischer Onkologe und führt die entsprechende Zusatzbezeichung. Unter seiner Führung steht das Amalie für eine leitliniengerechte, moderne Tumortherapie mit menschlicher Zuwendung.
Jede Patientin bringt ihre eigene Lebensgeschichte und Situation mit. Unser Ziel ist es, medizinische Exzellenz mit einer persönlichen, tragenden Betreuung zu verbinden.
Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe
Für die Vereinbarung eines Termins in der gynäkologischen Ambulanz wenden Sie sich bitte an die gynäkologische Ambulanz.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag bis Freitag | 08:00–15:00 Uhr |
Chefarztsekretärinnen:
Beeke Braasch/Annika Zoroofchi
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Leider gibt es keine verlässliche Routine-Früherkennung. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind dennoch wichtig. Bei familiärer Belastung kann eine genetische Beratung helfen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
Typisch sind unspezifische Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen oder eine Zunahme des Bauchumfangs. Auch Müdigkeit und Gewichtszunahme können auftreten. Halten Beschwerden an oder kehren sie wieder, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Das hängt stark vom Tumorstadium, der Tumorart und vom Erfolg der Operation ab. Moderne Therapien – etwa PARP-Inhibitoren – verbessern die Prognose vieler Frauen. Eine individuelle Einschätzung erfolgt immer im ärztlichen Gespräch.
In den meisten Fällen ja. Die Operation ist ein zentraler Baustein der Therapie und dient dazu, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen. Sie wird sorgfältig geplant und durch erfahrene Operateurinnen und Operateure durchgeführt.
Möglich sind Müdigkeit, Haarausfall, Übelkeit oder veränderte Blutwerte. Viele Nebenwirkungen lassen sich heute gut behandeln. Das Team begleitet Patientinnen engmaschig, um Beschwerden früh zu lindern.
Etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle hängen mit genetischen Veränderungen wie BRCA1 oder BRCA2 zusammen. Bei familiärer Belastung empfehlen wir eine humangenetische Beratung, um das individuelle Risiko zu klären.
Nach der Therapie finden regelmäßige Kontrollen statt – mit körperlicher Untersuchung, Ultraschall, Laborwerten und Gesprächen. Wichtig ist auch die psychoonkologische Unterstützung, um Belastungen früh zu erkennen und den Alltag gut zu bewältigen.