
dr. med. (univ. Pecs) Zsófia Danckwardt
Leitende Oberärztin, Gynäkologie
Sektionsleitung Urogynäkologie, Gynäkologie

Beckenbodenschwäche kann belastend sein, ob durch Urinverlust oder ein unangenehmes Senkungsgefühl. In der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses klären wir Ihre Beschwerden sorgfältig ab und finden die passende Therapie.
Der Beckenboden ist ein fein abgestimmtes System aus Muskeln, Bindegewebe und Nerven, das Blase, Gebärmutter und Darm stützt. Aufgrund der anatomischen Verhältnisse und hormonellen sowie lebensbedingten Veränderungen trifft eine Beckenbodenschwäche vor allem Frauen.
Typisch sind ein ungewollter Urinverlust (Inkontinenz), ein Druck- oder Senkungsgefühl oder Probleme beim Wasserlassen. Eine Beckenbodenschwäche kann daher den Alltag erheblich beeinträchtigen und die Lebensqualität deutlich vermindern. Viele Frauen empfinden den Zustand als belastend. Neben Medikamenten und gezielten operativen Eingriffen können konservative Maßnahmen wie Blasen- und Beckenbodentraining helfen.
Eine Beckenbodenschwäche kann sich sehr unterschiedlich äußern.
Häufige Beschwerden sind:
Vielen Betroffenen sind die Beschwerden sehr unangenehm und sie verschweigen diese lieber. Dabei lässt sich eine Beckenbodenschwäche meist gut behandeln – je früher, desto besser. Vereinbaren Sie daher am besten direkt einen Termin in der Urogynäkologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg.
Eine Beckenbodenschwäche entsteht meist nicht durch eine einzige Ursache. Vielmehr sind es mehrere Faktoren, die das Gewebe mit der Zeit belasten. Neben den unten genannten Auslösern können auch bestimmte Medikamente, neurologische Erkrankungen oder Operationen im Beckenbereich eine Beckenbodenschwäche begünstigen.
Häufige Gründe sind:
Viele dieser Faktoren wirken über Jahre zusammen – eine präzise Diagnostik hilft, die individuelle Ursache zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Viele Frauen sprechen erst spät über ihre Beschwerden. Mir ist wichtig, dass sie wissen: Beckenbodenprobleme sind gut behandelbar. Gemeinsam finden wir eine Lösung, die spürbar entlastet.
dr. med. Zsófia Danckwardt (univ. Pecs), Leitende Ärztin Urogynäkologie
Urinverlust kann viele Ursachen haben. In der Urogynäkologie unterscheiden wir verschiedene Formen der Inkontinenz. Die genaue Einordnung ist entscheidend für die passende Therapie bei Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz. Nachfolgend erklären wir die häufigsten Inkontinenzformen.
Wenn die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist, kann sie den Schließmechanismus der Harnröhre nicht ausreichend unterstützen. Dadurch kann selbst bei normalem Druckaufbau im Bauchraum (z. B. beim Husten, Niesen, Lachen, Heben schwerer Lasten) unwillkürlich Urin austreten.
Die betroffene Person muss mehrmals am Tag auf Toilette gehen, teilweise auch nachts. Bei manchen äußern sich die Beschwerden als plötzlicher, starker Harndrang mit unkontrolliertem Urinverlust. Die meisten Frauen kämpfen jahrelang mit den unangenehmen Symptomen.
Hier treten sowohl die typischen Beschwerden einer Belastungsinkontinenz als auch die einer Dranginkontinenz auf. Bei dieser Form der Inkontinenz ist zu entscheiden, welche Form für den Betroffenen den größten Leidensdruck verursacht.
Eine präzise Diagnostik ist die Grundlage jeder erfolgreichen Behandlung von Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz. Da Belastungs-, Drang- oder Mischinkontinenz unterschiedliche Ursachen haben können, prüfen wir alle relevanten Faktoren – von der Beckenbodenfunktion bis zu möglichen Senkungen der Organe.
In unserer urogynäkologischen Sprechstunde am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus setzen wir dafür unter anderem ein:
In bestimmten Fällen, etwa wenn die Inkontinenzform unklar ist, sind weitere Untersuchungen wie urodynamische Messungen, Blasenspiegelung oder bildgebende Verfahren wie MRT notwendig.
Die urogynäkologische Abteilung des Amalie zählt zu den spezialisierten Anlaufstellen für moderne Beckenbodendiagnostik in Hamburg. Nach der ausführlichen Untersuchung entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan.
Je nach Ursache und Leidensdruck setzen wir in der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses konservative, medikamentöse oder operative Verfahren ein.
Bei Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz stehen zunächst konservative Behandlungsformen im Vordergrund. Sie stärken die Muskulatur, verbessern die Blasenkontrolle und bilden die Basis jeder erfolgreichen Therapie. Hier nennen wir Ihnen die wichtigsten konservativen Behandlungsformen.
Beckenbodentraining
Ein wichtiger Baustein in der Behandlung ist das Beckenbodentraining. Viele Frauen können die Beckenbodenmuskulatur anfangs nicht willentlich anspannen. Übungen und physiotherapeutische Anleitung helfen, das Körpergefühl zurückzugewinnen.
Pessar-Therapie
Ein Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel, das vaginal eingeführt wird, um die Beckenorgane – meist Blase, Gebärmutter oder Darm – sanft zu stützen. So lindert es Beschwerden bei Senkungen oder Belastungsinkontinenz – besonders, wenn eine Operation nicht gewünscht oder (noch) nicht notwendig ist. In unserer urogynäkologischen Sprechstunde passen wir Form und Größe individuell an.
Biofeedback und Elektrostimulation
Eine Therapie mit Biofeedback und Elektrostimulation ist hilfreich, wenn die bewusste Muskelanspannung des Beckenbodens schwerfällt. Beim Biofeedback wird die Aktivität des Beckenbodens zum Beispiel auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. So können Sie gezielt üben, den Beckenboden zu aktivieren. Die Elektrostimulation unterstützt die Muskulatur mit sanften Impulsen und erleichtert Ihnen das Anspannen, bis das Training eigenständig gelingt.
Bei Beckenbodenschwäche und insbesondere bei Dranginkontinenz können Medikamente eine konservativen Therapie sinnvoll ergänzen. Sie beruhigen die Blasenmuskulatur oder stärken das Gewebe und verbessern so die Kontrolle über den Harndrang. Viele Frauen berichten schon nach wenigen Wochen über spürbare Verbesserungen der Symptome der Beckenbodenschwäche.
Östrogenpräparate
Die lokale Anwendung von Östrogen (z. B. als Creme, Vaginaltabletten) kann die Gewebequalität im Genital- und Harnbereich verbessern, die Elastizität wiederherstellen und die Symptome der Inkontinenz und Trockenheit reduzieren. Die Therapie wirkt lokal und ist daher gut verträglich.
Medikamente bei Dranginkontinenz
Dazu gehören Anticholinergika oder Beta-3-Agonisten, die die Blasenmuskulatur beruhigen und plötzlichen Harndrang reduzieren. Welche Substanz geeignet ist, hängt von Beschwerden, Alter und Verträglichkeit ab – wir besprechen das individuell.
Bei großem Leidensdruck und erfolglosen konservativen Therapiemaßnahmen stehen moderne und schonende operative Therapien zur Verfügung. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg bieten wir ein breites Spektrum an Beckenboden-Operationen an.
Operationen im Beckenbodenbereich sind oft anspruchsvoll und erfordern besondere Erfahrung sowie sorgfältiges chirurgisches Vorgehen. Welche Methode sinnvoll ist, hängt immer von der genauen Diagnose, dem Befund im Ultraschall und Ihren persönlichen Beschwerden ab. In einem ausführlichen Gespräch erläutern wir Ihnen transparent die möglichen Verfahren mit ihren Vorteilen und Grenzen. Unser Ziel ist eine Behandlung, die medizinisch sinnvoll ist und gleichzeitig zu Ihrem Alltag und Ihren Erwartungen passt.
Operative Verfahren im Beckenbodenbereich sind oft komplex – aber mit Erfahrung und einer sorgfältigen Auswahl des richtigen Eingriffs lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen.
dr. med. Zsófia Danckwardt (univ. Pecs), Leitende Ärztin Urogynäkologie
Nach einer operativen Therapie erfolgt die Nachsorge durch die niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte. Bei komplexen Fällen oder bei notwendiger weiterer Therapie übernehmen wir in der Urogynäkologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses die weitere Nachbetreuung.
Bereits kleine Veränderungen im Alltag helfen, den Beckenboden zu stärken:
Eine regelmäßige Aktivierung des Beckenbodens im Alltag kann dessen Kraft und Stabilität nachhaltig stärken.
In der Urogynäkologie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Frauen mit Beckenbodenschwäche und Inkontinenz von einem erfahrenen, spezialisierten Team betreut. Beckenbodenerkrankungen sind oft sensibel und vielschichtig – umso wichtiger sind eine sorgfältige Diagnostik, eine individuelle Beratung und ein geschützter Rahmen. Unser Ziel ist es, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen und gemeinsam eine Behandlung zu finden, die spürbar entlastet und alltagstauglich ist.
Da Beckenbodenprobleme häufig mehrere Organsysteme betreffen, arbeiten wir eng mit Prof. Dr. Christoph Isbert (Klinik für Allgemein-, Viszeral- und koloproktologischen Chirurgie) und Fachärztinnen und -ärzten für Urologie sowie weiteren Fachbereichen im Haus zusammen. So können wir konservative, medikamentöse und operative Verfahren sinnvoll aufeinander abstimmen.
Zum Team gehören:

Leitende Oberärztin, Gynäkologie
Sektionsleitung Urogynäkologie, Gynäkologie
Frau dr. Zsófia Danckwardt ist Leitende Ärztin der Urogynäkologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Sie ist spezialisiert auf die konservative und operative Behandlung von Beckenbodenschwäche, Senkungsbeschwerden und Inkontinenz. Zu ihren Schwerpunkten gehören die moderne urogynäkologische Diagnostik, die Pessar-Therapie sowie rekonstruktive Beckenbodenchirurgie einschließlich vaginaler Netzchirurgie.
In ihrer Arbeit verbindet sie hohe fachliche Expertise mit einer empathischen, zugewandten Betreuung. Besonders wichtig ist ihr, dass Patientinnen verstehen, welche Ursachen hinter ihren Beschwerden stehen – und dass sie wissen, dass Beckenbodenschwäche gut behandelbar ist.
Beckenbodenschwäche betrifft viele Frauen – und sie ist gut behandelbar. Das Wichtigste ist, dass Betroffene wissen: Sie müssen diese Beschwerden nicht hinnehmen. Wir finden eine Lösung, die spürbar entlastet.
Dr. med. Zsófia Danckwardt (univ. Pecs), Leitende Ärztin Urogynäkologie
Für die Abklärung und Behandlung einer Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer urogynäkologischen Sprechstunde.
Tel.: +49 40 64411-8675
Sprechstunde nach Vereinbarung.
Chefarztsekretärinnen:
Beeke Braasch/Annika Zoroofchi
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Wenn Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen – etwa durch Urinverlust, Druckgefühl oder Schmerzen – ist eine urogynäkologische Abklärung sinnvoll. Je früher Sie kommen, desto besser lässt sich eine Beckenbodenschwäche behandeln.
Eine Beckenbodenschwäche ist in vielen Fällen gut behandelbar, besonders bei frühzeitiger Therapie. Training, Physiotherapie und moderne Therapien können die Beschwerden deutlich lindern.
Wir nutzen verschiedene Verfahren wie gezieltes Beckenbodentraining, Pessar-Therapie und – wenn nötig – operative Verfahren. Wir klären im individuellen Gespräch mit Ihnen, welche Behandlung sinnvoll ist.
Nur wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, eine deutliche Senkung oder Inkontinenz vorliegt, die die Lebensqualität einschränkt, sollten wir über einen operativen Eingriff sprechen. Viele Beckenbodensenkungen lassen sich ohne OP stabilisieren.
Der Beckenboden braucht mehrere Wochen bis Monate, um wieder zu Kräften zu kommen. Regelmäßiges Training und gegebenenfalls Physiotherapie helfen dabei. Fangen Sie am besten schon während der Schwangerschaft mit Beckenbodentraining an.
Ja, sehr. Der Beckenboden erholt sich besser und schneller, wenn er regelmäßig trainiert wird.
Er tritt häufiger auf, ist aber keinesfalls „normal“. Der Grund dafür: Der Östrogenmangel schwächt das Gewebe. Lokale Hormone und Training können daher viel verbessern.
Vieles! Regelmäßig üben, ausreichend trinken, Stress reduzieren, nicht schwer heben, die Körperhaltung verbessern und die Blase nicht „vorsorglich“ entleeren.