Zum Seiteninhalt springen

Was ist ein Gebärmutterpolyp?

Ein Gebärmutterpolyp (medizinisch: Endometriumpolyp) ist eine gutartige Wucherung der Schleimhautzellen im Inneren der Gebärmutter. Etwas Gebärmuttergewebe ragt somit in die Gebärmutterhöhle. Die Größe kann zwischen einigen Millimetern und wenigen Zentimetern variieren. Ein Polyp im Uterus kann einzeln oder zusammen mit weiteren auftreten.

Welche Symptome verursacht ein Gebärmutterpolyp?

Gebärmutterpolypen machen sich vor allem durch folgende Beschwerden bemerkbar:

Treten diese Symptome auf, sollte die Frauenärztin oder der Gynäkologe immer eine vaginale Ultraschalluntersuchung machen.

Häufig macht ein Gebärmutterpolyp jedoch keine Symptome und wird zufällig entdeckt, meist bei einer vaginalen Ultraschalluntersuchung.

Wir wissen, dass die Diagnose für viele Frauen erstmal erschreckend klingt, da ein Gebärmutterpolyp in seltenen Fällen auch bösartig sein kann. Doch selbst wenn empfohlen wird, einen Gebärmutterpolyp zu entfernen: Die Wucherung ist in den allermeisten Fällen gutartig. Gemeinsam besprechen wir in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe , was die beste Lösung für Sie ist.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe

Wie entsteht ein Gebärmutterpolyp?

Ein Polyp im Uterus entsteht häufig durch ein hormonelles Ungleichgewicht, gerade wenn der Östrogenspiegel erhöht ist. Deshalb sind Frauen in den Wechseljahren – meist zwischen 40 und 65 Jahren - von Gebärmutterpolypen besonders oft betroffen. Sie kommen aber in jedem Alter vor. 

Weitere Faktoren, die das Wachstum von Polypen begünstigen, sind vor allem:

Wie wird ein Polyp in der Gebärmutter diagnostiziert?

Die Diagnose eines Gebärmutterpolyps (Endometriumpolyp) beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch über Symptome wie Blutungen, unerfüllter Kinderwunsch und Medikamenteneinnahme. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung lassen sich Polypen nur dann ertasten, wenn sie am Gebärmutterhals (Zervix) auftreten. Polypen in der Gebärmutter (Uterus) werden dagegen mit einem vaginalen Ultraschall sichtbar. Sie zeigen sich als verdickte oder abgesetzte Bereiche der Schleimhaut.

Ist der Befund durch den Standard-Ultraschall nicht eindeutig, wird die Gebärmutter mithilfe einer Sonohysterographie (Hydrosonographie) untersucht: Eine kleine Menge Kochsalzlösung gelangt über einen dünnen Schlauch in die Gebärmutter. Diese Flüssigkeit trennt die Schleimhautschichten voneinander, so dass Polypen im anschließenden Ultraschall deutlicher zu erkennen sind. Die Untersuchung ist nur wenig schmerzhaft, benötigt keine Narkose und dauert nur wenige Minuten.

Die oben genannten Untersuchungen werden in der Regel ambulant durchgeführt.

Wie wird ein Endometriumpolyp behandelt?

Das hängt von der Größe, den Symptomen und dem individuellen Risiko ab.

Konservative Behandlung eines Gebärmutterpolyps

Bei der konservativen Behandlung eines Gebärmutterpolyps wird lediglich abgewartet. Die Wucherung sollte dann weniger als einen Zentimeter groß sein, keine Beschwerden machen und regelmäßig mit Ultraschall kontrolliert werden. Hormonelle Schwankungen oder Abbauprozesse in der Gebärmutterschleimhaut können dazu führen, dass sich der Gebärmutterpolyp von alleine zurückbildet.

Medikamentöse Behandlung eines Gebärmutterpolyps

Auch eine medikamentöse Behandlung mit Gestagenpräparaten oder einer kombinierten Hormontherapie ist möglich. Sie können das Wachstum hemmen oder Blutungen abschwächen. Diese Möglichkeit ist allerdings keine dauerhafte Lösung, da Gebärmutterpolypen dazu neigen, zurückzukehren, wenn die hormonelle Behandlung beendet wird.

Operative Entfernung eines Gebärmutterpolyps

Goldstandard ist die operative Entfernung eines Gebärmutterpolyps, die sogenannte hysteroskopische Polypektomie.

Wann sollte man einen Gebärmutterpolyp entfernen lassen?

Die Wucherung …

… ist mehr als einen Zentimeter groß.

… wächst schnell.

… hat eine auffällige Form.

… ragt deutlich in die Gebärmutterhöhle oder den Gebärmutterhals hinein.

… verursacht unregelmäßige, starke oder lange Blutungen.

… ist vermutlich durch eine Therapie mit bestimmten Medikamenten oder eine bekannter Östrogendominanz entstanden.

… ist in der Postmenopause diagnostiziert worden.

Auch ein unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten sind eine klare Indikation für eine Entfernung von Gebärmutterpolypen.

Ist eine Gebärmutterpolyp-OP immer sinnvoll oder notwendig?

Ob eine Operation notwendig ist, entscheiden wir im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg gemeinsam mit Ihnen. Während einer ausführlichen Anamnese besprechen wir alle Befunde und erklären Ihnen als Patientin die nächsten Schritte.

Wenn sich der Verdacht auf einen Polypen ergeben hat, so sollte er in den allermeisten Fällen auch entfernt werden, da nur so sicher geklärt werden kann, ob es sich um eine gutartige Veränderung handelt oder nicht. Ganz wichtig zu wissen ist jedoch: Die Polypen-Entfernung ist eine der kürzesten und schonendsten gynäkologischen Eingriffe.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe

Sind Gebärmutterpolypen gefährlich oder bösartig?

In den allermeisten Fällen nicht. Trotzdem können sich in weniger als einem Prozent der Fälle bösartige oder atypische Zellveränderungen entwickeln. Betroffen sind davon vor allem Polypen mit atypischem Wachstum sowie Frauen nach der Menopause.

Um eine mögliche Krebsvorstufe oder ein Endometriumkarzinom auszuschließen, wird entnommenes Polypen-Gewebe immer bei einer histologischen Untersuchung mikroskopisch auf Zellveränderungen untersucht.

Wie läuft ein Gebärmutterpolyp-Operation am Amalie in Hamburg ab?

Eine Gebärmutterpolyp-Operation erfolgt bei uns in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe fast immer ambulant und minimalinvasiv mithilfe einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie). Bei dieser hysteroskopischen Polypektomie wird ein Hysteroskop die Vagina in die Gebärmutter eingebracht: ein dünner Stab, in den eine Kamera, Licht und feine, mikrochirurgische Instrumente integriert sind. So kann die Chirurgin oder der Chirurg den Polypen genau erkennen und schonend entfernen.

Die Gebärmutterspiegelung benötigt sterile OP-Bedingungen und eine Kurzzeitnarkose oder Spinalanästhesie.

Die Schmerzen sind minimal, die Blutungsneigung gering und die Komplikationsrate mit deutlich weniger als 2 Prozent sehr niedrig. Nach rund zwei bis vier Stunden ist es meist möglich, in Begleitung nach Hause zu gehen.

Das entfernte Gewebe wird nach der Gebärmutterpoly-OP immer zur histologischen Untersuchung an ein Labor geschickt. Hier kann festgestellt werden, ob es sich um gutartige oder bösartige Zellen handelt.

Wir arbeiten mit höchst modernen Operationsverfahren. So können wir einen Gebärmutterpolyp präzise entfernen, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe

Unser Team: Persönlich für Sie da

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg ist auf ambulante OPs mit minimalinvasiver Chirurgie spezialisiert. Unser erfahrenes Team arbeitet mit modernsten, besonders schonenden Operationsmethoden, die individuell auf Ihre Situation abgestimmt werden.

Gebärmutterpolypen operieren wir minimalinvasiv. Kleine Schnitte bedeuten weniger Belastung, eine schnellere Heilung und ein geringeres Risiko für Komplikationen.

Ihr Experte für die Behandlung von Gebärmutterpolyp in Hamburg

Dr. Simon Bühler ist seit 2023 Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Er ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit den Zusatzbezeichnungen Gynäkologische Onkologie, operative Gynäkologie und Senior Mamma Operateur.

Er studierte Humanmedizin in Brüssel und Ulm. Seine Facharztausbildung absolvierte er in Stuttgart, wo er bis 2003 als Oberarzt tätig war. Im Anschluss praktizierte Bühler zwölf Jahre an der deutschen Klinik in Santiago de Chile in Lateinamerika. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er die Leitung des zertifizierten Brustzentrums in Schwerin und arbeitete danach als Oberarzt in der Asklepios Klinik Nord. Zuletzt war Dr. Simon Bühler als Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe in der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg tätig.

Dr. Simon Bühler ist Experte für die gynäkologisch-onkologische Chirurgie, insbesondere auch der Lehre der weiblichen Brust (Senologie), und verfügt darüber hinaus über langjährige Erfahrung in der Geburtsmedizin.

Wir möchten Ihnen die bestmögliche Behandlung bieten. Unsere medizinischen Qualitäts-Standards sind auf höchstem Niveau und unsere Betreuung persönlich und empathisch.

Dr. med. Simon Bühler, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Wenn Sie die Diagnose Gebärmutterpolyp (Endometriumpolyp) bekommen haben und Ihnen eine OP empfohlen wurde, sind wir gerne für Sie da. Bei einem Termin besprechen wir Ihre bisherigen Befunde und überlegen gemeinsam, welche Therapieoptionen sinnvoll sind.

Vereinbaren Sie jederzeit einen Termin in unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Unser Team nimmt sich Zeit, hört Ihnen zu und begleitet Sie Schritt für Schritt.

Für einen Termin zur Sprechstunde oder Entfernung eines Gebärmutterpolyps melden Sie sich gerne über die gynäkologische Ambulanz an.

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zu Gebärmutterpolypen

Ein Gebärmutterpolyp ist selten bösartig. Trotzdem wird jeder entfernte Polyp für eine histologische Untersuchung ins Labor geschickt, um absolut sicher zu sein, dass es sich bei den veränderten Zellen nicht um eine Krebsvorstufe handelt.

In vielen Fällen machen Polypen keine Beschwerden. Oft verursacht ein Gebärmutterpolyp aber auch häufigere und stärkere Blutungen, wiederkehrende Schmierblutungen und Blutungen nach der Menopause. Manche Polypen können auch eine Schwangerschaft erschweren. In diesen Fällen sollte immer eine vaginale Ultraschalluntersuchung gemacht werden.

Polypen in der Gebärmutter können nur durch einen vaginalen Ultraschall erkannt werden, der allerdings nicht Teil der regulären gynäkologischen Vorsorge ist. Eine Sonographie kann deshalb unter Umständen als jährliche individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) sinnvoll sein.

Ein hormonelles Ungleichgewicht, vor allem durch einen Östrogenüberschuss. Im Vorfeld vermeiden lassen sich Gebärmutterpolypen oft nicht. Was das Risiko aber deutlich reduziert:

  1. Hormonelle Balance fördern, etwa durch Stressreduktion, ausreichender Schlaf, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung.
  2. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen machen, damit Polypen oder andere Schleimhautveränderungen früh erkannt und behandelt werden können.
  3.  Risikofaktoren vermeiden wie Übergewicht, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.

Kleine Polypen, die keine Symptome verursachen, kann man erst mal beobachten. In den meisten Fällen wird ein Gebärmutterpolyp aber entfernt: Sie neigen dazu, größer zu werden und dadurch mehr Beschwerden zu verursachen. Gebärmutterpolypen, die nach den Wechseljahren auftreten, sollte immer entfernt werden: Das Risiko einer bösartigen Veränderung steigt nach der Menopause leicht.

Bei einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), die ambulant und unter einer leichten Narkose erfolgt, wird ein dünnes, mit Kamera, Licht und mikrochirurgischen ausgestattetes Instrument (Hysteroskop) über die Vagina in die Gebärmutter eingeführt. Der Polyp kann dadurch sehr schonend entfernen werden.

Frauen können auch mit einem Gebärmutterpolyp schwanger werden. Sie können jedoch unter anderem die Einnistung der Eizelle stören. Bei unerfülltem Kinderwunsch wird daher empfohlen, den Polyp aus der Gebärmutter zu entfernen.

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die meist im Eierstock, manchmal auch in der Gebärmutter entstehen. Myome sind feste, gutartige Muskelgeschwülste in der Gebärmutterwand, die oft größer und strukturierter als Polypen sind. Beides kann in Einzelfällen mit Medikamenten behandelt oder in einer Operation entfernt werden.