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Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts. Anders als Colitis ulcerosa, die ausschließlich den Dickdarm betrifft, kann Morbus Crohn den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen – vom Mund bis zum After. Am häufigsten betroffen ist der Übergang zwischen Dünndarm und Dickdarm, das sogenannte terminale Ileum.

In Deutschland leben bis zu 400.000 Menschen mit Morbus Crohn. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt aber häufig zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr.

Charakteristisch ist das sogenannte diskontinuierliche Befallsmuster: Die Entzündung springt gewissermaßen. Gesunde Darmabschnitte wechseln sich mit entzündeten ab. Das unterscheidet Morbus Crohn von der Colitis ulcerosa, bei der die Entzündung gleichmäßig vom Mastdarm aufsteigt.

Ein weiteres typisches Merkmal: Bei Morbus Crohn greift die Entzündung nicht nur die Schleimhaut an, sondern zieht sich durch alle Schichten der Darmwand. Medizinisch spricht man von einer transmuralen Entzündung. Das erklärt, warum Morbus Crohn zu Komplikationen wie Fisteln (ungewollte Verbindungsgänge zwischen Darm und benachbarten Organen) oder Stenosen (narbigen Verengungen) führen kann.

Morbus Crohn ist so individuell wie die Menschen, die daran erkranken. Das Befallsmuster, die Schwere der Schübe und die Komplikationen sind von Person zu Person sehr verschieden. Deshalb muss die Behandlungsstrategie individuell geplant werden.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Welche Beschwerden sind typisch für Morbus Crohn?

Morbus Crohn verläuft oft in Schüben: Phasen mit zum Teil erheblichen Beschwerden wechseln sich dann mit weitgehend beschwerdefreien Zeiten ab. Die Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – je nachdem, welcher Abschnitt des Verdauungstrakts betroffen ist und wie schwer die Entzündung ist.

Anzeichen für Morbus Crohn:

Komplikationen bei Morbus Crohn

Durch die tiefgreifende, transmurale Entzündung kann Morbus Crohn im Verlauf zu zahlreichen Komplikationen führen, die über eine reine Schleimhautentzündung hinausgehen.

Stenosen

Wiederholte Entzündungsschübe hinterlassen Narbengewebe in der Darmwand. Mit der Zeit können diese Narben den Darm so stark verengen, dass der Stuhlgang beeinträchtigt wird. Betroffene berichten über krampfartige Schmerzen nach dem Essen, Blähungen oder das Gefühl, dass der Darm blockiert ist.

Fisteln

Bei einer Fistel bahnt sich die Entzündung einen Weg durch alle Wandschichten des Darms hindurch in benachbartes Gewebe oder Organe. Am häufigsten entstehen Fisteln im Bereich des Afters (perianale Fisteln), aber auch zwischen Darmschlingen oder in Richtung Blase, Vagina oder Bauchhaut. Fisteln sind schmerzhaft und können zu Infektionen führen.

Abszesse

Ein Abszess entsteht, wenn eine Fistel oder eine tiefe Entzündung zu einer eingekapselten Eiteransammlung führt. Dieser medizinische Notfall muss meist antibiotisch und chirurgisch behandelt werden.

Mangelzustände

Morbus Crohn befällt bevorzugt den Dünndarm, wo die Nährstoffe aufgenommen werden. Daher führt die Erkrankung häufig zu Mangelzuständen. Besonders oft fehlen Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Zink und Folsäure. Die Folgen können Blutarmut, Knochen- und Muskelschwäche oder erhöhte Infektanfälligkeit sein.

Beschwerden außerhalb des Darms

Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen treten sogenannte extraintestinale Manifestationen auf – Beschwerden, die den Körper jenseits des Verdauungstrakts betreffen:

Diese Manifestationen können vor, während oder unabhängig von einem Darmschub auftreten und bedürfen einer eigenen Behandlung. Dafür stimmen wir uns im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus mit den anderen Fachkliniken ab.

Welche Ursachen hat Morbus Crohn?

Morbus Crohn entsteht nach heutigem Wissen durch ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, einem fehlgeleiteten Immunsystem, Veränderungen des Darmmikrobioms und Umweltfaktoren.

Fehlgeleitetes Immunsystem und familiäre Vererbung

Bei Morbus Crohn reagiert das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Darmbakterien. Dadurch entsteht eine anhaltende Entzündung der Darmwand. Eine erbliche Veranlagung kann das Risiko zusätzlich erhöhen. Morbus Crohn tritt daher in manchen Familien gehäuft auf.

Darmmikrobiom und Darmbarriere

Auch Veränderungen der natürlichen Darmflora und einer gestörten Schutzfunktion der Darmschleimhaut scheinen an der Entstehung der Erkrankung beteiligt zu sein. Dadurch können Bakterien leichter in die Darmwand eindringen und Entzündungen fördern.

Umweltfaktoren

Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren gehört das Rauchen. Es erhöht das Erkrankungsrisiko und verschlechtert nachweislich den Verlauf. Auch Antibiotika, Ernährungsgewohnheiten und andere Umwelteinflüsse werden als mögliche Mitursachen diskutiert.

Wichtig ist: Morbus Crohn ist keine psychosomatische Erkrankung. Stress kann Beschwerden und Schübe jedoch verstärken.

Wie wird Morbus Crohn am Amalie diagnostiziert?

Die Diagnose von Morbus Crohn in der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie basiert auf mehreren Bausteinen. Die Beschwerden sind oft unspezifisch und können viele Ursachen haben. Entscheidend ist eine strukturierte Abklärung, die Beschwerden, Laborwerte und Bildgebung zusammenführt und andere Erkrankungen sicher ausschließt.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Am Anfang steht bei uns im Amalie in der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie ein ausführliches Gespräch, bei dem geklärt wird: Wie lange bestehen die Beschwerden? Wie häufig treten Schübe auf? Sind Verwandte ebenfalls betroffen? Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Häufig findet sich bei Morbus Crohn ein Druckschmerz im rechten Unterbauch, dem Bereich des terminalen Ileums. Auch der After wird beurteilt, da Fisteln oder Abszesse ein wichtiges Diagnosezeichen sein können.

Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen liefern wichtige Hinweise auf das Ausmaß der Entzündung und mögliche Mangelzustände. Dazu gehören:

Der Stuhlmarker Calprotectin ist besonders wertvoll. Dieses Eiweiß wird von weißen Blutkörperchen im Darm freigesetzt und lässt sich im Stuhl messen. Ein erhöhter Calprotectin-Wert weist auf eine aktive Entzündung im Darm hin. Damit lässt sich ein echter Entzündungsschub von funktionellen Beschwerden wie dem Reizdarmsyndrom unterscheiden. Eine Stuhluntersuchung hilft, Infektionen als Ursache der Beschwerden auszuschließen.

Darmspiegelung

Die Darmspiegelung – genauer gesagt eine Ileocoloskopie, die sowohl den gesamten Dickdarm als auch das terminale Ileum beurteilt – ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Morbus Crohn. Sie zeigt das typische diskontinuierliche Befallsmuster, entzündliche Veränderungen der Schleimhaut, Geschwüre (Ulzera) und Verengungen.

Gleichzeitig werden Gewebeproben aus verschiedenen Darmabschnitten entnommen. Die Untersuchung der Proben kann Hinweise auf Morbus Crohn zeigen: sogenannte Granulome, also kleine Ansammlungen von Immunzellen, die zwar nur bei einem Teil der Betroffenen vorkommen, aber als spezifisches Zeichen gelten.

Erweiterte Dünndarm-Bildgebung

Für eine bessere Sichtbarmachung des gesamten Darms kommen ergänzende Bildgebungsverfahren zum Einsatz:

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Morbus Crohn muss sorgfältig von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden, die ähnliche Beschwerden verursachen können:

Manchmal bleibt die Abgrenzung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zunächst unklar. Man spricht dann von einer unklassifizierten Kolitis (IBDU). In diesen Fällen können weitere Verlaufsbeobachtungen und wiederholte Untersuchungen zur Klärung beitragen.

Die Diagnose Morbus Crohn ist manchmal ein langer Weg. Nicht wenige Patientinnen und Patienten berichten, dass sie jahrelang mit Beschwerden gelebt haben, bevor die richtige Ursache gefunden wurde. Uns ist es wichtig, schnell und gründlich abzuklären – und die Betroffenen von Anfang an gut zu begleiten.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Wie wird Morbus Crohn behandelt?

Morbus Crohn ist bislang nicht heilbar. Ziel der Therapie ist es, die entzündlichen Schübe zu beenden, Komplikationen zu verhüten und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, dem betroffenen Darmabschnitt, dem Vorhandensein von Komplikationen und dem individuellen Ansprechen auf frühere Therapien. Im Amalie entwickeln wir für jede Patientin und jeden Patienten einen maßgeschneiderten Behandlungsplan.

Induktionstherapie: Den Schub beenden

Beim akuten Schub steht die sogenannte Induktionstherapie im Vordergrund: Das Ziel ist es, die Entzündung schnell zu dämpfen und die Beschwerden zu lindern.

Remissionserhaltende Therapie: Den Schub verhindern

Nach Erreichen der Remission ist es entscheidend, diese dauerhaft zu erhalten. Je nach Schweregrad und Risikoprofil kommen verschiedene Substanzklassen zum Einsatz:

Ernährung und Mikronährstoff-Ausgleich

Eine gezielte Ernährungsberatung und Nährstoffsubstitution ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Regelmäßige Kontrollen von Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Zink und Folsäure und gegebenenfalls deren Einnahme sind fester Bestandteil unserer Betreuung im Amalie.

Wann ist eine Operation im Amalie sinnvoll?

Trotz moderner Therapien ist bei einem Teil der Betroffenen im Verlauf ein chirurgischer Eingriff notwendig. Eine Operation in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und koloproktologischen Chirurgie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus kommt in Betracht bei:

Eine Operation führt nicht zur Heilung, da die Erkrankung nach einer Darmresektion im verbleibenden Darm wiederkehren kann. Ziel ist es daher, so wenig Darmgewebe wie möglich zu entfernen und die Operation technisch schonend oder sogar minimal-invasiv durchzuführen. Im Amalie arbeiten Gastroenterologie und Viszeralchirurgie eng zusammen, um den optimalen Zeitpunkt und Umfang eines Eingriffs gemeinsam abzuwägen.

Da am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus mit der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie und der Allgemein-, Viszeral- und koloproktologischen Chirurgie gleich zwei Spezialzentren für Morbus Crohn vereint sind, gibt es keinen Informationsverlust.

Ob Medikamente, Ernährungstherapie oder Operation – die beste Behandlung ist die, die zu dem jeweiligen Menschen, seiner Erkrankung und seiner Lebenssituation passt. Das besprechen wir mit unseren Patientinnen und Patienten offen und auf Augenhöhe.

Prof. Dr. med. Christoph Isbert, Leiter der Allgemein-, Viszeral- und koloproktologische Chirurgie sowie des Amalie Pouch Zentrums Hamburg, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus

Leben mit Morbus Crohn: Was können Betroffene selbst tun?

Morbus Crohn ist eine lebenslange Erkrankung. Das bedeutet aber nicht, dass sie das Leben bestimmen muss. Mit dem richtigen Umgang, einer guten Therapie und einem verlässlichen Behandlungsteam führen viele Betroffene ein weitgehend normales Leben.

Ernährung

Eine spezielle Morbus-Crohn-Diät gibt es nicht. Was bekömmlich ist, ist sehr individuell und hängt auch davon ab, welcher Darmabschnitt betroffen ist. Einige allgemeine Hinweise:

Ein Ernährungstagebuch kann helfen, persönliche Unverträglichkeiten zu erkennen. Eine professionelle Ernährungsberatung ist bei Morbus Crohn besonders wertvoll.

Stress und psychische Belastung bei Morbus Crohn

Stress kann Schübe begünstigen oder verstärken: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin beeinflussen direkt die Aktivität des Darmnervensystems und die Immunantwort in der Darmschleimhaut. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und psychologische Unterstützung können deshalb einen wirklichen Unterschied machen. Viele Betroffene profitieren zudem von einer kognitiven Verhaltenstherapie, die hilft, den Umgang mit der chronischen Erkrankung zu verbessern.

Krebsvorsorge

Menschen mit Morbus Crohn haben bei langjährigem Dickdarmbefall ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Regelmäßige Vorsorge-Darmspiegelungen sind daher ein wichtiger Bestandteil der Langzeitbetreuung. Die Häufigkeit richtet sich nach der Krankheitsdauer, dem Ausmaß des Befalls und weiteren Risikofaktoren. Im Amalie empfehlen wir Ihnen individuell abgestimmte Kontrollintervalle.

Impfungen

Bestimmte Medikamente gegen Morbus Crohn (insbesondere Biologika und Immunmodulatoren) schwächen das Immunsystem und können die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Deshalb ist ein aktueller Impfschutz besonders wichtig. Vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie empfehlen wir, den Impfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen. Lebendimpfstoffe sollten unter laufender immunsuppressiver Therapie in der Regel nicht verabreicht werden.

Unser Team: Persönlich für Sie da

Die Behandlung von Morbus Crohn erfordert Erfahrung, Kontinuität und ein eng abgestimmtes interdisziplinäres Zusammenspiel. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg betreuen wir Patientinnen und Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen umfassend – von der ersten Abklärung über die laufende Therapie bis zum Komplikationsmanagement. Dafür arbeiten wir mit verschiedenen Kliniken und Fachbereichen zusammen. So können wir medikamentöse, ernährungsmedizinische und operative Behandlungswege optimal planen und begleiten.

Unser Ziel ist es, Ihre Erkrankung bestmöglich zu kontrollieren und Ihnen langfristig eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Besonders wichtig ist uns, die enge Abstimmung mit den niedergelassenen Gastroenterologinnen und Gastroenterologen, die die ambulante Behandlung vor und nach dem Krankenhausaufenthalt durchführen.

Ihre Experten für die Behandlung von Morbus Crohn in Hamburg

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen, darunter Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Sein Schwerpunkt liegt auf einer strukturierten Abklärung, einer individuell abgestimmten Therapieplanung – einschließlich moderner Biologika und Small molecules – und der langfristigen Begleitung chronisch erkrankter Patientinnen und Patienten. Wichtig ist ihm, dass medizinische Entscheidungen nachvollziehbar sind und gemeinsam getroffen werden.

Morbus Crohn ist eine komplexe Erkrankung – aber eine, bei der wir heute wirklich viel bewegen können. Die Therapiemöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Wir nutzen sie konsequent im Sinne unserer Patientinnen und Patienten.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Prof. Dr. med. Christoph Isbert ist Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und koloproktologische Chirurgie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg und Leiter des Amalie Pouch Zentrums Hamburg. Als Facharzt für Chirurgie mit den Schwerpunkten Viszeralchirurgie, Koloproktologie und onkologische Chirurgie verfügt er über große Erfahrung in der Behandlung komplexer Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Prof. Isbert engagiert sich zudem als Vorsitzender der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Coloproktologie (CACP) auf nationaler Fachebene. In den Ärztelisten von FOCUS und STERN 2026 wird er als Top-Mediziner geführt.

Eine Operation bei Morbus Crohn bedeutet nicht das Ende von Lebensqualität. Selbst wenn Darmanteile entfernt werden müssen, ist mit der richtigen chirurgischen Strategie und Nachsorge oft ein stabiles, gutes Leben möglich.

Prof. Dr. med. Christoph Isbert, Leiter der Allgemein-, Viszeral- und koloproktologische Chirurgie sowie des Amalie Pouch Zentrums Hamburg, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus

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Mittwoch 10:00 -12:00 Uhr
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Privatsprechstunde Prof. Dr. med. Christoph Isbert

Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

Sprechstunde

Dienstag und nach Vereinbarung

Terminvereinbarung und Aufnahmemanagement

Planbare Krankenhausaufenthalte, vorstationäre Untersuchungen, ambulante Endoskopien und Sonographien können über das Aufnahme- und Diagnostik-Zentrum (ADZ) vereinbart werden.

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zu Morbus Crohn

Beide sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen, unterscheiden sich aber deutlich. Bei Colitis ulcerosa ist ausschließlich der Dickdarm betroffen, und die Entzündung beschränkt sich auf die innerste Schleimhautschicht. Bei Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungstrakt befallen sein – vom Mund bis zum After – und die Entzündung durchdringt alle Schichten der Darmwand. Außerdem ist das Befallsmuster bei Morbus Crohn typischerweise diskontinuierlich: Es gibt entzündete und gesunde Abschnitte nebeneinander.

Eine vollständige medikamentöse Heilung ist bislang nicht möglich. Im Unterschied zur Colitis ulcerosa führt auch eine Operation nicht zur Heilung, da Morbus Crohn im verbleibenden Darm wiederkehren kann. Mit der richtigen Therapie lässt sich die Erkrankung jedoch in vielen Fällen gut kontrollieren – lange beschwerdefreie Phasen sind möglich.

Rauchen verschlechtert den Verlauf von Morbus Crohn nachweislich: Es erhöht das Risiko für Schübe, für Komplikationen wie Stenosen und Fisteln und für einen Rückfall nach einer Operation. Positiv formuliert: Der Rauchstopp ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die Betroffene selbst ergreifen können, um die Krankheitsaktivität zu senken und Operationen zu verhindern.

Biologika sind gezielt wirksame Medikamente, die spezifische Botenstoffe oder Zellen des Immunsystems blockieren und so die Entzündung dämpfen. Bei Morbus Crohn eingesetzt werden vor allem TNF-alpha-Blocker (Infliximab, Adalimumab), Integrin-Hemmer (Vedolizumab) und Interleukin-Hemmer (Ustekinumab). Sie kommen insbesondere bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung oder nach unzureichendem Ansprechen auf konventionelle Medikamente zum Einsatz. Im Amalie entscheiden wir individuell, welche Substanz für Sie geeignet ist.

Oft ist das erforderlich. Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung mit Neigung zu Rückfällen. Eine konsequente remissionserhaltende Therapie kann bei schweren Verläufen helfen, Schübe zu verhindern, Komplikationen zu vermeiden und langfristige Schäden am Darm zu begrenzen. Ob und wie Medikamente abgebaut werden können, hängt vom individuellen Verlauf ab und wird im Amalie regelmäßig neu bewertet.

Ja. Viele Frauen mit Morbus Crohn haben problemlose Schwangerschaften. Wichtig ist, die Erkrankung gut zu kontrollieren – eine aktive Erkrankung erhöht das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft. Einige Medikamente müssen vor oder während der Schwangerschaft angepasst werden. Besprechen Sie eine geplante Schwangerschaft frühzeitig und offen mit Ihrem Behandlungsteam.

Gezielte Substitution nachgewiesener Mangelzustände – etwa Vitamin B12, Vitamin D, Eisen oder Zink – ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Dagegen gibt es für die meisten auf dem Markt angebotenen Nahrungsergänzungsmittel und alternativen Präparate keinen wissenschaftlich belegten Nutzen bei Morbus Crohn. Im Zweifel immer mit dem Behandlungsteam besprechen.

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrem Behandlungsteam auf. Je früher ein Schub erkannt und behandelt wird, desto besser lässt er sich kontrollieren und desto geringer ist das Risiko für Komplikationen. Warten Sie nicht zu lange – gerade bei Fieber, starken Bauchschmerzen, deutlicher Verschlechterung des Allgemeinbefindens oder Veränderungen im Bereich des Afters sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe suchen.

Das hängt vom Krankheitsstadium, der aktuellen Therapie und dem individuellen Verlauf ab. In der Regel sind regelmäßige Blutkontrollen, Stuhl-Calprotectin-Messungen und gelegentliche Darmspiegelungen sinnvoll.

Ja. In beschwerdefreien Phasen ist regelmäßige körperliche Aktivität ausdrücklich gewünscht. Sie verbessert die Lebensqualität, kann Ermüdung und depressive Verstimmungen lindern und wirkt sich günstig auf das Immunsystem aus. Im akuten Schub sollte die Belastung individuell angepasst werden. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, was für Sie gerade passt.