
Dr. med. Matthias Gasthaus
Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie

Bei einer Lungenembolie verstopft ein Blutgerinnsel ein Gefäß in der Lunge. Die Embolie ist ein medizinischer Notfall. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg klären wir rasch die Situation ab, damit Sie schnell Sicherheit bekommen.
Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß in der Lunge verstopft. Dadurch wird die Durchblutung in Teilen der Lunge unterbrochen, was den Gasaustausch beeinträchtigen kann. In den meisten Fällen stammt dieses Gerinnsel aus den tiefen Beinvenen und gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge. Je nach Größe und Lage des Gefäßverschlusses können die Beschwerden mild bis lebensbedrohlich sein.
Die Beschwerden bei einer Lungenembolie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Symptome treten plötzlich auf und wirken bedrohlich, andere sind unspezifischer und werden daher zunächst nicht richtig eingeordnet. In manchen Fällen verläuft eine Lungenembolie zunächst auch ohne deutliche Beschwerden.
Typische Anzeichen sind:
Die Stärke der Symptome hängt davon ab, wie groß das betroffene Gefäß ist und wie stark die Lunge beeinträchtigt wird.
Eine Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein. Bei folgenden Beschwerden sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen oder eine Notaufnahme aufsuchen:
Auch bei unklaren Beschwerden und bestehenden Risikofaktoren ist eine schnelle ärztliche Abklärung sinnvoll. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus stehen wir rund um die Uhr bereit und sorgen dafür, dass Sie schnell die richtige Behandlung erhalten.
Eine Lungenembolie entsteht meist, wenn sich ein Blutgerinnsel in einer Vene bildet und in die Lunge wandert. In den meisten Fällen stammt dieses Gerinnsel aus den tiefen Bein- oder Beckenvenen; man spricht dann von einer Thrombose. Es gelangt mit dem Blutstrom über das Herz in die Lungengefäße.
Da Lungenembolie und Thrombose eng miteinander verbunden sind, werden sie gemeinsam als sogenannte venöse Thromboembolie bezeichnet.
Typische Hinweise auf eine Thrombose können sein:
Nicht jede Thrombose verursacht Beschwerden. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und einen Verdacht ärztlich abklären zu lassen.
Eine Lungenembolie kann sich auch schleichend zu einer chronischen Erkrankung entwickeln, indem sich wiederholt kleine Gerinnsel in den Lungengefäßen festsetzen und diese im Laufe der Zeit zunehmend verengen oder verschließen. Die Gerinnsel dann medikamentös aufzulösen ist oft schwierig, da chronische Ablagerungen verhärten.
In ausgewählten Situationen kann jedoch ein operativer Eingriff sinnvoll sein: Bei der sogenannten pulmonalen Thrombendarteriektomie (PTE) werden die Ablagerungen mechanisch aus den Gefäßen entfernt, um den Blutfluss wiederherzustellen. Das Verfahren ist komplex und risikoreich, so dass wir jeden einzelnen Fall sorgfältig prüfen, ob der potenzielle Nutzen die Risiken überwiegt.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass sich Blutgerinnsel bilden und eine Lungenembolie entsteht. Häufig wirken mehrere Auslöser zusammen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Auch akute Erkrankungen oder Verletzungen können das Risiko vorübergehend erhöhen.
Viele dieser Faktoren lassen sich beeinflussen und sind ein wichtiger Ansatzpunkt, um einer Lungenembolie vorzubeugen.
Bei Verdacht auf eine Lungenembolie ist eine schnelle und präzise Diagnostik entscheidend. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus nutzen wir bewährte und moderne Verfahren und sorgen mit kurzen Wegen dafür, dass alle notwendigen Untersuchungen ohne Verzögerung erfolgen. Welche davon im Einzelfall notwendig sind, hängt von Ihren Beschwerden und den bisherigen Befunden ab.
Zunächst klären wir im Gespräch Ihre Beschwerden, mögliche Risikofaktoren und den zeitlichen Verlauf. Ergänzend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der wir unter anderem Atmung, Kreislauf und mögliche Hinweise auf eine Thrombose beurteilen.
Spezielle Blutwerte geben uns Hinweise auf eine Lungenembolie. Dazu zählen insbesondere die sogenannten D-Dimere, die bei der Auflösung von Blutgerinnseln entstehen. D-Dimere helfen vor allem dabei, eine Lungenembolie auszuschließen.
Die CT-Angiographie ist die wichtigste bildgebende Untersuchung zur Diagnose einer Lungenembolie. Dabei werden die Blutgefäße der Lunge mithilfe eines Kontrastmittels sichtbar gemacht. So lassen sich Gefäßverschlüsse zuverlässig erkennen.
Wir untersuchen per Ultraschall gezielt die Beinvenen auf mögliche Blutgerinnsel, da viele Lungenembolien aus einer Thrombose in den Beinvenen entstehen.
Der Herzultraschall (Echokardiographie) liefert uns wichtige Hinweise, ob das Herz durch die Lungenembolie belastet ist. Das hilft uns, die Schwere der Erkrankung einzuschätzen und die weitere Therapie zu planen.
Nicht jede Lungenembolie verläuft gleich. Umso wichtiger ist eine individuelle Einschätzung, damit wir die Behandlung genau an die Situation anpassen können.
Dr. Matthias Gasthaus, Chefarzt Innere Medizin - Kardiologie
Die Lungenembolie ist ein medizinischer Notfall und muss umgehend behandelt werden.
Ziel der Therapie ist es, das weitere Wachstum des Blutgerinnsels zu verhindern, neue Gerinnsel zu vermeiden und die Durchblutung der Lunge zu verbessern.
Welche Behandlung notwendig ist, hängt vor allem von der Schwere der Lungenembolie und der Kreislaufsituation ab.
Die wichtigste Grundlage der Behandlung ist die sogenannte Antikoagulation – also eine gezielte medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung. Ziel ist es, das weitere Wachstum des Gerinnsels zu verhindern und neue Blutgerinnsel zu vermeiden. Zu den Maßnahmen zählen je nach Schweregrad körperliche Schonung sowie eine unterstützende Sauerstoffgabe.
Bei schweren oder lebensbedrohlichen Lungenembolien kann eine sogenannte Lysetherapie notwendig sein. Die verwendeten Medikamente lösen gezielt das Blutgerinnsel auf. Währenddessen überwachen wir Sie kontinuierlich, da ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.
In spezialisierten Fällen entfernen wir seit einiger Zeit sehr erfolgreich Gerinnsel mittels kathetergestützter Therapie (kathetergestützte Thrombektomie). Dafür wird ein Herzkatheter von der Leiste bis in das verstopfte Lungengefäß vorgeschoben, um den Blutpfropf abzusaugen und so das Gefäß wieder zu öffnen.
In Ausnahmen, vornehmend chronischen Fällen wird das Blutgerinnsel mithilfe eines herzchirurgischen Eingriffs entfernt. Auch bei chronischen Lungenembolien aufgrund ständiger Verschleppung kleinerer Blutgerinnsel kann eine chirurgische Intervention hilfreich sein. Dabei wiegen wir die Risiken des komplexen Eingriffs immer gegen den erwarteten Nutzen ab.
Bei einer Lungenembolie kommt es oft auf jede Minute an. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus greifen Diagnostik und Therapie nahtlos ineinander. So können wir schnell entscheiden, welche Behandlung notwendig ist und unmittelbar reagieren.
Die Behandlung erfolgt bei uns interdisziplinär. Fachärztinnen und Fachärzte aus Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin stimmen die Therapie gemeinsam ab. So können wir rasch entscheiden, welche Maßnahmen in Ihrem individuellen Fall notwendig und sinnvoll sind.
Dank moderner diagnostischer Verfahren können wir eine Lungenembolie schnell und zuverlässig erkennen. Kurze Wege und eingespielte Abläufe sorgen dafür, dass wir wichtige Untersuchungen ohne Verzögerung durchführen können.
Je nach Schwere der Erkrankung behandeln wir Sie stationär oder intensivmedizinisch. Dabei überwachen wir Atmung, Kreislauf und weitere wichtige Körperfunktionen engmaschig und passen die Therapie kontinuierlich an.
Eine gezielte Nachsorge hilft, Komplikationen zu vermeiden und das Risiko für erneute Ereignisse zu senken. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus begleiten wir Sie auch nach der akuten Behandlung. Wir besprechen gemeinsam das weitere Procedere und geben klare Empfehlungen für die folgende Versorgung. Die weitere Behandlung erfolgt bei Ihrer Lungenfachärztin oder Ihrem Lungenfacharzt in der Niederlassung.
Nach einer Lungenembolie ist in der Regel eine längerfristige Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten notwendig, oft über mehrere Monate und länger. Die Tabletten verhindern, dass sich erneut Blutgerinnsel bilden. Wie lange die Therapie erforderlich ist, hängt von der Ursache und Ihrem individuellen Risiko ab. Bei den regelmäßigen Kontrollterminen passen wir die Behandlung bestmöglich auf Ihre Bedürfnisse und Ihren Gesundheitszustand an.
Bewegung ist sehr wichtig, um weiteren Thrombosen vorzubeugen. Schon leichte körperliche Aktivität verbessert den Blutfluss und senkt das Risiko für neue Gerinnsel.
Je nach persönlicher Situation empfehlen wir:
Nicht jede Lungenembolie lässt sich verhindern. Doch schon kleine Maßnahmen können das Risiko deutlich reduzieren, insbesondere bei bestehenden Risikofaktoren. Wichtig ist vor allem, die Bildung von Blutgerinnseln zu vermeiden und den Blutfluss in den Venen zu fördern.
Dazu gehören zum Beispiel:
Unser Ziel ist es, Sie nach einer Lungenembolie sicher zu begleiten und gemeinsam Wege zu finden, wie Sie Ihren Alltag möglichst unbeschwert gestalten können. Bei erhöhtem Risiko – etwa nach Operationen oder bei bestimmten Vorerkrankungen – können zusätzlich blutverdünnende Medikamente sinnvoll sein. In der Regel empfehlen wir Ihnen eine Verlaufskontrolle mittels Herzecho nach nach drei bis sechs Monaten, die Sie ambulant in Ihrer kardiologischen Praxis durchführen lassen können.
In der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses betreuen wir Patientinnen und Patienten mit Lungenembolie in einem erfahrenen, interdisziplinären Team. Gerade bei akuten Erkrankungen wie einer Lungenembolie ist Präzision entscheidend. Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin arbeiten eng zusammen, um Diagnostik und Therapie schnell und abgestimmt umzusetzen. Unser Ziel ist es, die Erkrankung rasch zu erkennen, Komplikationen zu vermeiden und Sie sicher durch die akute Phase zu begleiten – medizinisch und menschlich.

Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie
Dr. med. Matthias Gasthaus leitet die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie und Pneumologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Als Facharzt für Pneumologie verfügt er über langjährige Erfahrung in der Behandlung akuter und chronischer Lungenerkrankungen sowie von Gefäßerkrankungen der Lunge, darunter auch komplexe Verläufe der Lungenembolie.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf einer präzisen Diagnostik, der leitliniengerechten Therapie und der engmaschigen klinischen Überwachung – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko für Komplikationen. Wichtig ist ihm eine Medizin, die fachlich fundiert ist und zugleich Sicherheit und Orientierung gibt.
Die Diagnose Lungenembolie löst oft Angst aus. Uns ist wichtig, dass Sie verstehen, was gerade passiert und dass Sie sich mit einer klaren, gut abgestimmten Behandlung bei uns sicher fühlen können.
Dr. Matthias Gasthaus, Chefarzt Innere Medizin - Kardiologie
Für Terminvereinbarungen in unserer Sprechstunde wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.
Sprechstunde:
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag bis Donnerstag | 08:00-15:30 Uhr |
| Freitag | 08:00-14:00 Uhr |
Die Anmeldung von Privatpatientinnen und -patienten sowie die Terminierung von Privatsprechstunden erfolgen über das Chefarztsekretariat.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Mittwochs | 10:00-12:00 Uhr |
und nach Vereinbarung
Chefarztsekretärin:
Birte Kobrow
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Typisch sind plötzlich einsetzende Atemnot, Brustschmerzen und ein Gefühl von Enge oder Druck. Auch Herzrasen, Schwindel oder Unsicherheit können auftreten. Wichtig ist: Nicht jede Lungenembolie verursacht eindeutige Beschwerden – bei unklaren Symptomen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Bei plötzlich auftretender Atemnot, starken Brustschmerzen oder Kreislaufproblemen sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen. Eine Lungenembolie ist ein medizinischer Notfall und muss schnell behandelt werden.
Bereits bei ersten Anzeichen wie ungeklärter Atemnot, anhaltendem Husten oder Brustschmerzen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Besonders bei bestehenden Risikofaktoren sollte nicht abgewartet werden.
Zu den häufigsten Symptomen zählen plötzlich einsetzende Atemnot, Brustschmerzen, Husten, Herzrasen und Unruhe. In manchen Fällen verläuft eine Lungenembolie jedoch zunächst ohne deutliche Beschwerden.
Ja, eine Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein. Vor allem größere Gefäßverschlüsse können den Kreislauf stark belasten. Eine schnelle Diagnose und Behandlung verbessern die Prognose deutlich.
Die akute Behandlung erfolgt meist im Krankenhaus. Anschließend ist in der Regel eine mehrmonatige Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten notwendig. Die genaue Dauer hängt von Ursache und individuellem Risiko ab.
Wichtig ist, längere Phasen der Bewegungslosigkeit zu vermeiden und verordnete Medikamente regelmäßig einzunehmen. Änderungen, etwa bei Reisen oder sportlicher Aktivität, sollten ärztlich abgestimmt werden.
In vielen Fällen ja. Bewegung ist wichtig für die Erholung und zur Vorbeugung weiterer Thrombosen. Art und Intensität sollten individuell angepasst und ärztlich besprochen werden.
Stress allein gilt nicht als direkte Ursache. Er kann jedoch indirekt Einfluss nehmen, etwa durch Bewegungsmangel oder andere Risikofaktoren. Entscheidend sind meist körperliche Auslöser wie Thrombosen.