
Dr. med. Matthias Gasthaus
Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie

Atemnot, Erschöpfung oder hartnäckiger Husten können auf eine COPD hinweisen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, lässt sich aber durch frühe Diagnose und gezielte Therapie gut beeinflussen. Im Amalie stehen dafür moderne Verfahren zur Verfügung.
Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Atemwege und das Lungengewebe chronisch entzündet. Das führt zu dauerhaften Veränderungen der Atemwege und zu bleibenden Schäden im Lungengewebe. So ist zum Beispiel beim Lungenemphysem – eine häufige Folge einer fortgeschrittenen COPD – das Lungengewebe überbläht und zerstört.
COPD entwickelt sich meist langsam und schreitet unbehandelt fort. Durch eine frühe Diagnose und eine konsequente Behandlung lässt sich der Verlauf jedoch günstig beeinflussen.
Zwischen fünf und zehn von 100 Menschen über 40 Jahre sind von COPD betroffen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Erkrankung weltweit zu den häufigsten Todesursachen.
COPD beginnt oft schleichend. Häufig halten Betroffene die Beschwerden zunächst für eine Bronchitis oder Raucherhusten.
Zu den Symptomen von COPD gehören:
Bei vielen Menschen kommt es im Verlauf zu plötzlichen Verschlechterungen, auch akute Exazerbation genannt. Sie geht mit plötzlichen Anfällen von Atemnot und einem verstärkten Husten mit Auswurf einher.
Der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD ist das Rauchen. Nicht jede Raucherin oder jeder Raucher erkrankt zwar zwangsläufig an COPD. Aber die meisten Menschen mit COPD rauchen oder haben einmal geraucht. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Hintergrund: Durch die dauerhafte Reizung der Atemwege durch Giftstoffe im Tabakrauch können die Flimmerhärchen nicht mehr optimal arbeiten. Die Selbstreinigungsprozesse der Lunge werden beeinträchtigt. Dies führt zu chronischer Entzündung, vermehrtem Schleim und einer Verengung der Bronchien sowie zur Zerstörung der Lungenbläschen.
Weitere Risikofaktoren sind:
Das Risiko erhöht sich, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Männer und Frauen erkranken in etwa gleich häufig an COPD.
Die Diagnose einer COPD im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über bestehende Beschwerden, das Rauchverhalten und mögliche Risikofaktoren. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, die in frühen Stadien oft unauffällig ist. Hinweise auf verengte Atemwege, etwa eine verlängerte Ausatmung oder pfeifende und brummende Atemgeräusche, zeigen sich meist erst in fortgeschritteneren Krankheitsstadien.
Für die Diagnosestellung wichtige Untersuchungen sind:
Am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie einer COPD in der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie von spezialisierten Lungenfachärztinnen und -ärzten behandelt. Das Fachgebiet der Lungenheilkunde wird medizinisch als Pneumologie bezeichnet.
Die Behandlung einer COPD richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Beschwerden. Ziel ist es, die Atemwegsverengung zu lindern, akute Schübe zu vermeiden und die Lebensqualität spürbar zu verbessern. Dafür kommen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zum Einsatz.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen bilden die Grundlage jeder COPD-Behandlung und begleiten Betroffene langfristig. Sie ergänzen die medikamentöse Therapie und tragen wesentlich dazu bei, Beschwerden zu lindern und die körperliche Belastbarkeit zu verbessern.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus arbeiten Pneumologinnen und Pneumologen, Physiotherapie und weitere Fachbereiche eng zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten einen auf die jeweilige Situation abgestimmten Behandlungsplan zu erstellen.
Die medikamentöse Therapie orientiert sich daran, wie ausgeprägt Beschwerden wie Atemnot sind und ist abhängig davon, wie häufig es zu akuten Schüben kommt. Das Ziel ist es, die Atmung zu erleichtern, Entzündungen zu dämpfen und akute Verschlechterungen (Exazerbationen) möglichst zu verhindern. Die Therapie wird regelmäßig überprüft und an den Verlauf der Erkrankung angepasst.
Sie entspannen die Muskulatur in den Atemwegen und verbessern so den Luftstrom. Die kurz- und langwirksamen Wirkstoffe können einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.
Bei Menschen, die häufiger unter Exazerbationen leiden, können Kortikosteroide zum Einatmen (inhalative Kortikosteroide) sinnvoll sein. Sie wirken gezielt dort, wo sich die Entzündung in den Atemwegen abspielt.
Je nach Schweregrad können langwirksame, bronchienerweiternde Mittel miteinander kombiniert oder um ein inhalatives Kortikosteroid ergänzt werden.
Bei einer deutlichen Verschlechterung einer COPD können vorübergehend Kortikosteroide in Tablettenform oder – bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion – Antibiotika notwendig sein. In schweren Fällen wird zusätzlich Sauerstoff oder eine unterstützende Atemtherapie eingesetzt.
Der Verlauf einer COPD kann sehr unterschiedlich sein. Zur Einordnung des Schweregrads dient die GOLD-Klassifikation mit vier Stadien (GOLD 1–4). Sie berücksichtigt neben der Lungenfunktion auch Einschränkungen im Alltag und wie oft akute Verschlechterungen auftreten.
Solche akuten Episoden – Exazerbationen – spielen eine wichtige Rolle für die Prognose. Sie können die Lungenfunktion nachhaltig beeinträchtigen und das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen. Bei der Behandlung von pneumologischen Patientinnen und Patienten im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses achten wir deshalb besonders auf eine stabile Symptomkontrolle und das frühzeitige Erkennen dieser Ereignisse.
Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie können den Verlauf günstig beeinflussen und die Lebensqualität über viele Jahre erhalten.
Es gibt verschiedene Wege, mit denen Sie den Verlauf einer COPD positiv beeinflussen können. Sie ergänzen die medizinische Behandlung und lassen sich gut in den Alltag integrieren. In Kombination mit der passenden medizinischen Therapie können diese Schritte helfen, den Atem zu entlasten, den Alltag besser zu bewältigen und die Erkrankung langfristig zu stabilisieren.
Der Verzicht auf Tabakrauch ist der wichtigste Schritt. Wer trotz COPD weiter raucht, verliert deutlich schneller an Lungenfunktion als ehemalige Raucherinnen und Raucher.
Auch Passivrauch sowie Staub- oder Gasbelastungen sollten – soweit möglich – reduziert werden, um zusätzliche Reizungen der Atemwege zu vermeiden.
Gezielte körperliche Aktivität stärkt die Atemmuskulatur und kann helfen, die Belastbarkeit zu erhalten oder zu verbessern.
Zunehmender Husten, mehr Auswurf oder Atemnot bei geringerer Belastung können auf eine Verschlechterung hindeuten. Dann sollte früh reagiert werden.
Eine sorgfältige Inhalationstechnik verbessert die Wirkung der Medikamente und stellt sicher, dass sie die Atemwege optimal erreichen.
Methoden wie kontrollierte Atmung oder ein angepasster Belastungsrhythmus – also ein bewusst dosiertes Tempo mit eingeplanten Pausen – helfen, Atemnot vorzubeugen.
Menschen mit COPD werden im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus von einem erfahrenen, interdisziplinären Team betreut. Wir sind spezialisiert auf chronische Atemwegserkrankungen, die eine sorgfältige Diagnostik und eine langfristige Begleitung benötigen. Ziel ist eine Behandlung, die Beschwerden lindert, akute Verschlechterungen vermeidet und Ihnen im Alltag Sicherheit gibt.
Dabei arbeiten wir eng mit Pflege, Physiotherapie und weiteren Fachbereichen im Haus zusammen. Auf dieser Basis entwickeln wir für jede Patientin und jeden Patienten einen individuell abgestimmten Behandlungsplan, der medizinisch fundiert ist und sich an Ihren persönlichen Bedürfnissen orientiert.
Zum Team gehören:
Atemphysiotherapie und therapeutische Fachbereiche

Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie
Dr. Matthias Gasthaus ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie und Pneumologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Als Facharzt für Pneumologie verfügt er über langjährige Erfahrung in der Behandlung chronischer Lungenerkrankungen wie COPD. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der stabilen Langzeitbetreuung, der Vermeidung von Exazerbationen und der individuellen Anpassung der Therapie an den Krankheitsverlauf.
In seiner Arbeit verbindet er wissenschaftliche Expertise mit einer strukturierten, zugewandten Betreuung. Wichtig ist ihm, dass Betroffene ihre Erkrankung verstehen und aktiv mitgestalten können.
Atemnot macht vielen Menschen Angst. Unser Ziel ist es, diese Belastung zu verringern und gemeinsam Wege zu finden, die Erkrankung stabil zu halten.
Dr. med. Matthias Gasthaus, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie
Für die Vereinbarung eines Untersuchungstermins zur Abklärung einer COPD wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.
Die Zeiten unserer pneumologischen Sprechstunde:
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag bis Donnerstag | 08:00-15:30 Uhr |
| Freitag | 08:00-14:00 Uhr |
Die Anmeldung von Privatpatientinnen und -patienten sowie die Terminierung von Privatsprechstunden erfolgen über das Chefarztsekretariat.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Mittwochs | 10:00-12:00 Uhr |
und nach Vereinbarung
Chefarztsekretärin:
Birte Kobrow
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
COPD ist eine dauerhaft fortschreitende Erkrankung der Atemwege und des Lungengewebes, die zu Atemnot, Husten und einer Verengung der Atemwege führt.
Typische Beschwerden sind chronischer Husten, vermehrter Schleim, Atemnot – zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe – sowie eine zunehmende Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Wenn Atemnot neu auftritt, sich verstärkt oder länger anhält, ebenso bei dauerhaftem Husten, vermehrtem Auswurf oder wiederkehrenden Infekten. Auch eine plötzliche Verschlechterung sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
COPD gilt als nicht heilbar. Der Verlauf lässt sich jedoch durch konsequente Therapie, Rauchstopp und eine gute Infektvorsorge deutlich verlangsamen und stabilisieren.
Die Lebenserwartung bei COPD ist sehr unterschiedlich und hängt vom Schweregrad, von akuten Verschlechterungen und vom Rauchstatus ab. Wer früh behandelt wird, nicht mehr raucht und die Therapie konsequent umsetzt, kann den Verlauf meist gut stabilisieren.
Die Behandlung umfasst nicht-medikamentöse (z.B. Rauchstopp, Atemphysiotherapie, körperliches Training) sowie medikamentöse Therapien zur Erweiterung der Atemwege und Reduktion von Entzündungen. Bei Bedarf auch Sauerstoffgabe oder Atemtherapien.
Rauchen, häufige Atemwegsinfekte, Luftschadstoffe, mangelnde Bewegung und eine unzureichende medikamentöse Therapie können zu einer raschen Verschlechterung führen. Auch Exazerbationen beschleunigen den Krankheitsverlauf.
Rückenschmerzen gehören nicht zu den klassischen Symptomen, können jedoch bei fortgeschrittener Erkrankung auftreten – etwa durch veränderte Atemmuster, Überlastung der Atemmuskulatur oder eine erhöhte Atemarbeit. Sie sollten bei zunehmenden Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
COPD ist ein Überbegriff für chronische Bronchitis und Lungenemphysem. Ein Emphysem beschreibt die Zerstörung von Lungengewebe, wodurch die Lunge weniger elastisch wird. Viele Betroffene haben eine Kombination beider Veränderungen.