
Dr. med. Matthias Gasthaus
Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie

Lungenentzündungen zählen zu den häufigsten akuten Lungenerkrankungen. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg stehen erfahrene Medizinerinnen und Mediziner bereit, um Komplikationen früh zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Bei einer Lungenentzündung – medizinisch Pneumonie – ist das Lungengewebe entzündet. Meist sind dabei die Lungenbläschen betroffen, also die Bereiche, in denen der Sauerstoffaustausch stattfindet. Durch die Entzündung sammelt sich Flüssigkeit in den betroffenen Abschnitten der Lunge, sodass weniger Sauerstoff ins Blut gelangt.
Am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit akuten Lungenerkrankungen wie einer Lungenentzündung (Pneumonie) in der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie von spezialisierten Lungenfachärztinnen und -ärzten behandelt. Das Fachgebiet der Lungenheilkunde wird medizinisch als Pneumologie bezeichnet.
Eine Lungenentzündung kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Am häufigsten sind Infektionen. Es gibt jedoch auch nichtinfektiöse Auslöser. Beide Formen einer Lungenentzündung werden unterschiedlich behandelt – es ist daher wichtig, die genaue Ursache zu erkennen.
Lungenentzündungen können von verschiedenen Erregern ausgelöst werden.
Bakterien
In den meisten Fällen verursachen Bakterien wie zum Beispiel Pneumokokken die Erkrankung. Sie führen häufig zu einer klassischen, akut einsetzenden Lungenentzündung.
Viren
Auch Viren können eine Pneumonie hervorrufen, zum Beispiel:
Virale Lungenentzündungen betreffen vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Atypische Erreger
Bestimmte Keime wie Mycoplasma pneumoniae oder Chlamydophila pneumoniae lösen sogenannte atypische Pneumonien aus. Sie beginnen oft schleichend und zeigen etwas andere Krankheitszeichen als klassische bakterielle Formen.
In einigen Fällen entsteht eine Lungenentzündung ohne Beteiligung von Erregern. Man spricht auch von einer Pneumonitis.
Reizstoffe in der Luft
Auslöser können etwa Chemikalien, Rauch oder giftige Dämpfe (toxische Pneumonitis) sein.
Aspiration
Eine aspirationsbedingte Lungenentzündung ist die Folge, wenn Speisereste, Magensaft oder Flüssigkeiten in die Lunge gelangen, zum Beispiel bei Schluckstörungen.
Allergische und immunologische Formen
Dazu gehört zum Beispiel die Hypersensitivitätspneumonitis („Vogelhalterlunge“, „Bauernlunge“).
Medikamente oder Strahlentherapie
Einige Wirkstoffe oder Bestrahlungen im Brustbereich können dazu führen, dass sich das Lungengewebe entzündet.
Autoimmunerkrankungen
Bestimmte rheumatologische Erkrankungen können ebenfalls eine Pneumonitis hervorrufen.
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Häufig beginnt die Erkrankung plötzlich und geht mit einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einher.
Typisch sind:
Gerade älteren Menschen oder Säuglingen können statt der klassischen Anzeichen andere Symptome im Vordergrund stehen:
Solche Symptome sollten frühzeitig abgeklärt werden, besonders, wenn bereits Vorerkrankungen wie COPD, Herzschwäche oder eine Immunschwäche bestehen.
Grundsätzlich kann eine Lungenentzündung jede und jeden treffen, egal, ob jung oder alt. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko für einen schweren Verlauf oder für wiederkehrende Infektionen. Besonders bei älteren, chronisch erkrankten Menschen oder Säuglingen kann eine Pneumonie schwer verlaufen. Umso wichtiger ist eine rasche Diagnostik und Behandlung.
Zu den Risikofaktoren gehören:
Die Diagnose einer Lungenentzündung besteht aus mehreren Schritten. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses verfügen wir über ein breites Spektrum moderner diagnostischer Verfahren. Viele davon kommen bei chronischen Lungenerkrankungen routinemäßig zum Einsatz, können aber auch bei komplexen oder unklaren Lungenentzündungen eine wichtige Rolle spielen. So entsteht Schritt für Schritt ein genaues Bild der Erkrankung – die Grundlage für eine sichere und zielgerichtete Behandlung in unserer Klinik.
Wir sprechen mit Ihnen über Ihre aktuellen Beschwerden: Seit wann bestehen Husten, Fieber, Atemnot oder Schüttelfrost? Gab es einen plötzlichen Leistungsabfall? Diese Informationen helfen uns, den Verlauf einzuordnen.
Unsere Ärztinnen und Ärzte hören die Lunge sorgfältig ab. Rasselgeräusche oder ein abgeschwächtes Atemgeräusch können auf eine Lungenentzündung hindeuten.
Entzündungswerte, Blutkulturen und die Sauerstoffsättigung zeigen, wie stark der Körper belastet ist und geben Hinweise darauf, ob eine bakterielle Infektion vorliegt.
Das Röntgenbild ist häufig der entscheidende Schritt. Es zeigt, ob und welche Lungenbereiche entzündet sind.
Ein CT der Lunge liefert detailliertere Bilder und wird eingesetzt, wenn der Befund im Röntgen nicht eindeutig ist oder bei schweren Verläufen.
Eine Lungenspiegelung ist sinnvoll, wenn die Ursache unklar bleibt oder wenn Sekretproben aus tieferen Lungenabschnitten gewonnen werden müssen.
Lungenfunktionsmessungen wie Spirometrie oder Bodyplethysmografie dienen vor allem dazu, die Atemwegsfunktion zu beurteilen. Sie kommen zum Einsatz, wenn geklärt werden soll, ob zusätzlich eine Erkrankung wie COPD oder Asthma vorliegt und helfen uns, den Verlauf der Lungenentzündung zu beurteilen.
Bei Lungenentzündungen ist eine strukturierte Diagnostik entscheidend. Sie legt die Basis für eine Therapie, die wir genau auf die aktuelle Situation abstimmen.
Dr. med. Matthias Gasthaus, Chefarzt Innere Medizin - Kardiologie
Die Behandlung einer Lungenentzündung hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und wodurch die Entzündung ausgelöst wurde. Ihre persönliche Situation steht dabei immer im Mittelpunkt.
Bakterielle Lungenentzündungen werden meist mit Antibiotika behandelt. Bei schweren Verläufen oder stark erhöhten Entzündungswerten erfolgt die Gabe über die Vene, damit sie schneller wirken.
Die Gabe von Sauerstoff stabilisiert Atmung, Kreislauf und Belastbarkeit, wenn die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist.
Atemphysiotherapie hilft dabei, Schleim zu lösen, die Atemmechanik zu verbessern und eine Atemnot zu reduzieren.
Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist nötig bei starker Atemnot, hohem Fieber, niedriger Sauerstoffsättigung oder bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen. Die Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Innere Medizin arbeiten eng mit Intensivmedizin, Radiologie und weiteren Fachbereichen zusammen, um Komplikationen früh zu erkennen und diese angemessen zu behandeln.
Bei einer Lungenentzündung kann sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand ansammeln – ein sogenannter Pleuraerguss. Bei der Pleurapunktion wird nach einer lokalen Betäubung mit einer dünnen Nadel Flüssigkeit abgezogen. Das entlastet die Lunge und erleichtert das Atmen. Die Probe kann im Labor zum Beispiel auf Erreger untersucht werden.
Bei größeren Flüssigkeitsmengen oder falls sich Eiter gebildet hat, ist häufig eine Thoraxdrainage sinnvoll. Hierbei wird ein kleiner Kunststoffschlauch in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand gelegt, über den die Flüssigkeit kontinuierlich ablaufen kann. Die Lunge kann sich wieder besser ausdehnen und die Entzündung abheilen.
Schwere Pneumonien benötigen eine engmaschige Überwachung mit Blutgasanalysen, bildgebenden Verfahren, erweiterter Labordiagnostik und – je nach Situation – unterstützenden Atemverfahren wie High-Flow-Sauerstoff. Eventuell ist auch eine Intensivüberwachung möglich, wie wir sie im Amalie anbieten.
Auch wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind, braucht die Lunge oft noch Zeit, um sich vollständig zu erholen. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses begleiten wir Sie daher in Abstimmung mit Ihrer behandelnden Praxis gegebenenfalls weiter.
Regelmäßige Kontrollen bei Ihrer niedergelassen Ärztin oder Ihrem Arzt – zum Beispiel eine körperliche Untersuchung, ein Röntgenbild oder eine Lungenfunktionsprüfung – helfen, den Heilungsverlauf zu beurteilen und mögliche Folgebeschwerden früh zu erkennen. So können Sie wieder gut in Ihren Alltag zurückfinden.
Die folgenden Maßnahmen können dazu beitragen, eine Lungenentzündung zu verhindern oder zumindest den Verlauf deutlich abzumildern.
Insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen werden die Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Beide Erreger sind häufige Auslöser einer Pneumonie.
Tabakrauch schwächt die Abwehrmechanismen der Atemwege. Ein Rauchstopp ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Infektionen der Atemwege vorzubeugen.
Da viele Erreger über Tröpfcheninfektionen weitergegeben werden, hilft regelmäßiges Händewaschen, das Risiko für eine Lungenentzündung zu reduzieren.
Bei akuten Erkältungen oder Grippe gilt: ausruhen und körperliche Belastung reduzieren, bis man vollständig genesen ist.
Ausreichender Schlaf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen das Immunsystem und machen Atemwegsinfekte weniger wahrscheinlich.
In der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Lungenentzündung von einem erfahrenen, interdisziplinären Team betreut. Gerade bei akuten Erkrankungen wie einer Pneumonie sind eine strukturierte Diagnostik und eine schnelle, gezielte Behandlung entscheidend. Unser Ziel ist es, Komplikationen früh zu erkennen und Sie sicher durch die akute Krankheitsphase zu begleiten.
Dabei arbeiten wir eng mit Pflege, Physiotherapie, Radiologie, Intensivmedizin und weiteren Fachbereichen im Haus zusammen. So können wir den Schweregrad der Erkrankung zuverlässig einschätzen und die Therapie individuell an Ihre Situation anpassen.
Zum Team gehören:

Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie
Dr. med. Matthias Gasthaus ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie und Pneumologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Als Facharzt für Pneumologie verfügt er über langjährige Erfahrung in der Behandlung akuter und chronischer Lungenerkrankungen, darunter auch schwere und komplexe Verläufe von Lungenentzündungen.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf einer präzisen Diagnostik, der leitliniengerechten Therapie und der engmaschigen klinischen Überwachung – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko für Komplikationen. Wichtig ist ihm eine Medizin, die fachlich fundiert ist und zugleich Sicherheit und Orientierung gibt.
Wichtig ist, die Entwicklung einer Lungenentzündung eng zu begleiten. So können wir rechtzeitig reagieren und unseren Patientinnen und Patienten eine stabile Behandlung ermöglichen.
Dr. Matthias Gasthaus, Chefarzt Innere Medizin - Kardiologie
Für die Vereinbarung eines Untersuchungstermins zur Abklärung einer COPD wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.
Die Zeiten unserer pneumologischen Sprechstunde:
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag bis Donnerstag | 08:00-15:30 Uhr |
| Freitag | 08:00-14:00 Uhr |
Die Anmeldung von Privatpatientinnen und -patienten sowie die Terminierung von Privatsprechstunden erfolgen über das Chefarztsekretariat.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Mittwochs | 10:00-12:00 Uhr |
und nach Vereinbarung
Chefarztsekretärin:
Birte Kobrow
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Eine Lungenentzündung entsteht, wenn Bakterien oder Viren in das Lungengewebe gelangen und dort eine Entzündung auslösen. Häufige Auslöser sind Pneumokokken, Grippeviren oder RSV.
Die Pneumokokken-Impfung wird umgangssprachlich auch als Impfung gegen Lungenentzündung bezeichnet, da Pneumokokken die häufigsten bakteriellen Erreger einer Lungenentzündung sind. Auch eine Grippeimpfung kann das Risiko einer Lungenentzündung deutlich senken.
Nicht zwingend. Pneumokokken können zum Beispiel auch im Nasen- und Rachenraum gesunder Menschen vorkommen, ohne Beschwerden zu verursachen. Ein gut arbeitendes Immunsystem hält sie unter Kontrolle. Trotzdem ist bei engem Kontakt mit erkrankten Personen eine gute Händehygiene wichtig.
Typisch sind Husten, Fieber, Schüttelfrost, Atemnot, Brustschmerzen und ein deutliches Schwächegefühl. Bei älteren Menschen können auch weniger typische Beschwerden wie Verwirrtheit oder Appetitverlust im Vordergrund stehen.
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Fieber länger als zwei bis drei Tage anhält, der Husten stärker wird oder Sie sich sehr abgeschlagen fühlen.
Grundsätzlich zeigen Frauen und Männer ähnliche Symptome. Der Verlauf kann bei beiden Geschlechtern schwer sein, besonders bei Vorerkrankungen oder höherem Alter.
Viele Beschwerden bessern sich innerhalb von ein bis zwei Wochen, die vollständige Erholung kann jedoch mehrere Wochen dauern. Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit halten manchmal länger an.
Der Verlauf reicht von leicht bis schwer. Besonders ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen können Komplikationen entwickeln. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose deutlich.
Bakterielle Pneumonien werden meist mit Antibiotika behandelt. Bei Bedarf kommen Sauerstoffgabe, Atemtherapie, Flüssigkeitszufuhr und eine engmaschige Überwachung hinzu. Die genaue Therapie richtet sich nach Erreger, Schweregrad und Vorerkrankungen.