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Die Leber reagiert mit einem narbigen Umbau ihres Gewebes – es entsteht eine Leberzirrhose.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg

Was ist eine Leberzirrhose und wodurch sind die Patientinnen und Patienten gefährdet?

Die Leber übernimmt in gesundem Zustand lebenswichtige Aufgaben:

Ist das Gewebe dauerhaft geschädigt, kann die Leber diesen Aufgaben nicht mehr vollständig nachkommen. Besonders tückisch: Die Erkrankung schreitet häufig über viele Jahre hinweg unbemerkt voran. In Deutschland sind davon mehrere Hunderttausend Menschen betroffen.

Bei einer Leberzirrhose wird gesundes Lebergewebe nach und nach mit Narbengewebe durchsetzt. Die fein abgestimmte Struktur des Organs verändert sich mit Folgen für den gesamten Körper. Zentrales Problem ist vor allem der Rückstau des Blutstroms vor der vernarbten Leber, der sogenannte Pfortaderhochdruck.

Dadurch entstehen lebensbedrohliche Komplikationen für die Betroffenen:

Darüber hinaus sind Betroffene gefährdet, dass sie an einem Leberkrebs erkranken. Das Karzinom kann im Frühstadium noch gut behandelt werden, muss aber früh entdeckt werden. Umso entscheidender ist es, die Auslöser einer Leberzirrhose zu verstehen und erste Warnzeichen ernst zu nehmen.

Was sind die Ursachen einer Leberzirrhose?

In Deutschland sind rund 5 Millionen Menschen von einer Lebererkrankung betroffen.

Zu den häufigsten Auslösern zählen:

Darüber hinaus gibt es noch einige seltenere Erkrankungen, die zur Vernarbung der Leber beitragen können:

Werden diese oft lange symptomlosen Erkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann im Endstadium eine Leberzirrhose entstehen.

Welche Symptome treten bei einer Leberzirrhose auf?

Das Heimtückische an dieser Erkrankung ist ihr schleichender, symptomloser oder -armer Verlauf – sie bleibt oft jahrelang unbemerkt.

Im Frühstadium sind die Beschwerden meist unspezifisch:

Im Spätstadium werden die Zeichen deutlicher:

Spätestens dann ist die Leberfunktion meist deutlich beeinträchtigt.

Viele Patientinnen und Patienten spüren lange Zeit keine eindeutigen Beschwerden. Genau das erschwert eine frühzeitige Diagnose.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg

Warum ist eine frühe Diagnose so wichtig?

Wenn Lebererkrankungen rechtzeitig erkannt werden, kann die Entstehung einer Leberzirrhose verhindert werden. Auch wenn bereits eine Leberzirrhose vorliegt, kann die Behandlung der zugrundeliegenden Lebererkrankung verhindern, dass ein Pfortaderhochdruck mit seinen tödlichen Komplikationen auftritt.
Ein wichtiger Hinweis auf eine Lebererkrankung sind erhöhte Leberwerte im Blut. Auch ohne Beschwerden sollten diese stets ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird eine Leberzirrhose diagnostiziert?

Eine Leberzirrhose kann bereits in der ambulanten hausärztlichen Versorgung, in internistischen oder gastroenterologischen Praxen früh und vor Auftreten von Symptomen diagnostiziert werden. Eine Krankenhausbehandlung im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus wird in der Regel erst dann nötig, wenn schwere Komplikationen der Leberzirrhose auftreten, oder Eingriffe  notwendig sind.

Die Diagnostik beinhaltet verschiedene Bausteine:

Laboruntersuchungen (Leberwerte)

Häufig weisen erhöhte Leberwerte bei einer Blutuntersuchung als Erstes auf eine fortschreitende Lebererkrankung oder eine Leberzirrhose hin. Die Blutuntersuchung gibt Hinweise auf die Funktion der Leber und mögliche Schädigungen, etwa durch Entzündung oder eingeschränkte Eiweißproduktion. Spezielle Labor-Scores können zeigen, ob eine fortgeschrittene Lebervernarbung vorliegt. Sie helfen, die Gefährdung der Patientinnen und Patienten einzuschätzen.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zur Abklärung von Leberauffälligkeiten gehören ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dabei erfassen wir am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus mögliche Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, Alkoholkonsum oder Stoffwechselstörungen.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik ist die Bildgebung. Gerade der moderne Ultraschall kann Strukturveränderungen der Leber sichtbar zu machen. Er zeigt Größe, Struktur und Durchblutung der Leber sowie mögliche Begleitveränderungen.

CT oder MRT bei Bedarf

Bei unklaren Befunden oder zur weiteren Differenzierung kommen zusätzliche Verfahren zum Einsatz, etwa eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Endoskopie bei Verdacht auf Ösophagusvarizen

Bei dieser Spiegelung der Speiseröhre kann man mögliche Krampfadern frühzeitig erkennen und bei Bedarf behandeln. Im Blutungsnotfall ist die Endoskopie die Methode der Wahl, um die Blutung zu stoppen.

Wie wird eine Leberzirrhose am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus behandelt?

Oft wissen Betroffene gar nicht, dass sie an einer Leberzirrhose erkrankt sind - bis zum ersten Mal eine Komplikation, wie z.B. Aszites oder eine Ösophagusvarizenblutung, auftritt und eine Notfallbehandlung im Krankenhaus notwendig wird. Die Behandlung einer Leberzirrhose erfolgt im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus strukturiert, individuell und leitliniengerecht.

Im Vordergrund steht hier zunächst die Akutbehandlung mit dem Ziel, die lebensbedrohliche Komplikation zu kontrollieren und die Patientin/den Patienten zu stabilisieren. Entscheidend ist aber auch, die Erkrankung in ihrem gesamten Verlauf zu verstehen und gezielt zu behandeln.

Im nächsten Schritt richtet sich unser Augenmerk also darauf, die Ursache der Leberzirrhose zu identifizieren und ggf. eine Behandlung einzuleiten. Nach der anfänglichen Stabilisierung soll die Therapie das Fortschreiten der Erkrankung bremsen, Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität möglichst lange erhalten. Zum Abschluss der Akutbehandlung werden in der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Amalie Empfehlungen für die weitere Überwachung und Behandlung des Krankheitsbilds erstellt.

Auch im stabilen Stadium muss eine Leberzirrhose nämlich standardisiert überwacht werden. Dies kann durch erfahrene niedergelassene Ärztinnen und Ärzte erfolgen, in manchen Fällen ist auch eine spezialisierte weitere Überwachung des Krankheitsverlaufs und der Therapie sinnvoll.  

Zwischen dem Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus als akademischem Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und dem universitären Leberzentrum des UKE bestehen enge Kooperationen. Bei Patientinnen und Patienten, bei denen eine Lebertransplantation im Raum steht, bei seltenen oder weit fortgeschrittenen Lebererkrankungen stellen wir nach der Akutbehandlung in unserem Krankenhaus den Kontakt zu den Spezialsprechstunden des UKE-Leberzentrums her, um die spezialisierte ambulante Weiterbetreuung sicherzustellen.

Es gibt mehrere Therapiestrategien:

Behandlung von Komplikationen des Pfortaderhochdrucks

Aszites (Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum):

Ösophagus- oder Magenvarizenblutung:

Hepatische Enzephalopathie:

Spezielle Therapie des Pfortaderhochdrucks, TIPS:

Diese Komplikationen können den Verlauf erheblich beeinflussen und erfordern eine eng abgestimmte Therapie.

Behandlung der Ursache

Es sollte immer die Möglichkeit der zugrunde liegenden Erkrankung gesucht werden, um diese zu therapieren. Nur so lässt sich der Krankheitsverlauf nachhaltig beeinflussen.

Je nach Ursache kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage:

Wird die Ursache konsequent behandelt, kann sich die Leberfunktion in vielen Fällen stabilisieren – auch im Stadium der Zirrhose.

Lebertransplantation

Für manche Patientinnen und Patienten mit einer Leberzirrhose im Endstadium, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht, kann eine Lebertransplantation eine lebensrettende Maßnahme bedeuten. In dieser Situation erfolgt die Abklärung der Behandlungsmöglichkeiten in enger Kooperation mit dem UKE-Lebertransplantationszentrum.

Regelmäßige Verlaufskontrollen

Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist die kontinuierliche Überwachung der Leberzirrhose. So lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln. Nach Abschluss der Krankenhausbehandlung beraten wir unsere Patientinnen und Patienten, was solche Kontrollen beinhalten sollen. Dazu gehören insbesondere:

Die Intervalle richten sich nach dem individuellen Krankheitsverlauf.

Interdisziplinäre Betreuung

Lebererkrankungen betreffen häufig mehrere Organsysteme. Deshalb arbeiten im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus verschiedene Fachbereiche eng zusammen.

Beteiligt sind insbesondere:

Befunde werden gemeinsam bewertet und Therapieentscheidungen abgestimmt getroffen.

Leberzirrhose ist nicht gleich Leberzirrhose. Selbst in einem fortgeschrittenen Stadium können wir den Verlauf gezielt beeinflussen und Komplikationen verhindern.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg

Unser Team: Persönlich für Sie da

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Lebererkrankungen von einem erfahrenen, interdisziplinären Team betreut – mit hoher fachlicher Expertise und persönlicher Betreuung.

Gerade bei chronischen Erkrankungen wie der Leberzirrhose ist eine verlässliche, kontinuierliche Begleitung entscheidend. Wir arbeiten eng vernetzt mit Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Radiologie und weiteren Fachbereichen. Alle Befunde werden strukturiert zusammengeführt und gemeinsam bewertet. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell passende, medizinisch sinnvolle Strategie zu entwickeln – von der frühen Diagnostik über die Behandlung bis zur langfristigen Betreuung.

Wir nehmen uns Zeit, erklären Zusammenhänge verständlich und besprechen alle nächsten Schritte transparent mit Ihnen. Denn eine gute Therapie beginnt damit, dass Sie Ihre Erkrankung verstehen und Entscheidungen nachvollziehen können.

Ihr Experte für die Behandlung von Leberzirrhose in Hamburg

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Lebererkrankungen – von frühen Stoffwechselveränderungen bis hin zur fortgeschrittenen Leberzirrhose.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Behandlung von Komplikationen der Leberzirrhose, sowie auf der strukturierten Abklärung unklarer Leberbefunde, der individuellen Therapieplanung und der langfristigen Begleitung chronisch erkrankter Patientinnen und Patienten. Eine ambulante Behandlung kann derzeit allerdings nur für Privatpatientinnen und -patienten angeboten werden. Wichtig ist ihm, dass medizinische Entscheidungen nachvollziehbar sind und gemeinsam getroffen werden.

Lebererkrankungen verlaufen oft lange unbemerkt. Umso wichtiger ist es, früh hinzusehen – denn dann können wir den Verlauf in vielen Fällen entscheidend beeinflussen.

Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg

Ihr Kontakt zu uns

Aufnahmemanagement und planbare Krankenhausaufenthalte

Für planbare Krankenhausaufenthalte sowie vorstationäre und ambulante Endoskopien und Sonographien erfolgt die Anmeldung über unser Aufnahmemanagement.

Erreichbarkeit:
Montag bis Freitag: 8:00-14:00 Uhr

Privatsprechstunde

Die Terminvergabe für die Privatsprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

Sprechzeiten:
Dienstagvormittag

Sekretariat der ärztlichen Leitung

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Häufige Fragen zur Leberzirrhose

In der Regel nicht. Die Leber selbst verursacht kaum Schmerzen. Beschwerden entstehen eher durch Begleiterscheinungen wie, Flüssigkeitsansammlungen im Bauch oder Komplikationen.

Nein. Alkohol belastet die Leber zusätzlich und beschleunigt das Fortschreiten der Erkrankung – auch in kleinen Mengen. Ein konsequenter Verzicht ist entscheidend für den Verlauf.

Eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung ist wichtig, um Muskelabbau zu verhindern. Gleichzeitig sollten Salz und stark verarbeitete Lebensmittel reduziert werden, insbesondere bei Neigung zu Wassereinlagerungen.

In frühen Stadien kann sich die Leber teilweise erholen, sofern die Ursache konsequent behandelt wird. Fortgeschrittene Vernarbungen sind jedoch in der Regel nicht vollständig reversibel.

Eine vollständige Heilung ist in fortgeschrittenen Stadien meist nicht möglich. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und Komplikationen zu verhindern.

Nein, die Zirrhose selbst ist nicht ansteckend. Allerdings können zugrunde liegende Ursachen wie Hepatitis B oder C übertragbar sein.

Das hängt vom Stadium ab. In der Regel sind regelmäßige Kontrollen alle drei bis sechs Monate sinnvoll, um Komplikationen früh zu erkennen – insbesondere im Hinblick auf Leberkrebs.

Ja, in angepasster Form sogar ausdrücklich. Bewegung hilft, Muskelabbau zu verhindern und den Stoffwechsel zu stabilisieren. Wichtig ist, die Belastung individuell abzustimmen.

Bei neuen Symptomen wie zunehmendem Bauchumfang, Verwirrtheit, Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das können Hinweise auf Komplikationen sein.

Die Prognose hängt stark vom Stadium und der Ursache der Erkrankung ab. Entscheidend ist, wie früh die Leberzirrhose erkannt und behandelt wird.

Nein. Eine Transplantation ist nur bei weit fortgeschrittener Erkrankung erforderlich und wird stets individuell geprüft.