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Was ist Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Im Gehirn sterben nach und nach Nervenzellen ab, die vor allem den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist entscheidend für die Steuerung von automatischen Bewegungen (z.B. das Gehen). Fehlt dieser Botenstoff, treten typische Symptome wie Zittern und Steifigkeit auf, und die Bewegungen sind verlangsamt.

Doch Parkinson betrifft nicht nur die Motorik: Auch Stimmung, Schlaf und Verdauung können beeinflusst sein – dies sind einige der wichtigen nicht-motorischen Symptome. Deshalb verfolgen wir im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg einen ganzheitlichen Ansatz auf drei Säulen: neurologisch präzise, therapeutisch breit und menschlich zugewandt – immer mit der Lebensqualität der Betroffenen vor Augen.

Wer ist von Parkinson betroffen?

Morbus Parkinson ist in der Regel eine Erkrankung des höheren Lebensalters und trifft daher vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr, in einzelnen Fällen aber auch jüngere Erwachsene: Etwa jede fünfte Patientin und jeder fünfte Patient erkrankt vor dem 50. Lebensjahr, in seltenen Fällen sogar noch deutlich früher. Bei früh beginnendem Parkinson verlaufen die Symptome meist langsamer, sodass Betroffene - unter der passgenauen und oft sehr individuell gestalteten Therapie - oft viele Jahre aktiv bleiben können.

Was sind die Symptome von Parkinson?

Die Symptome entwickeln sich oft schleichend sowie uncharakteristisch und werden anfangs leicht übersehen. Typisch ist, dass Beschwerden meist einseitig beginnen und sich im Verlauf verstärken.

Häufige Anzeichen sind:

Doch nicht immer beginnt Parkinson mit Zittern oder Steifigkeit. Auch unspezifische Veränderungen sollten daher ernst genommen und frühzeitig neurologisch abgeklärt werden. Je früher die Diagnose erfolgt, desto gezielter lässt sich die Behandlung beginnen. Riechstörungen, Verstopfung oder Schlafstörungen sollten ernst genommen und weiter abgeklärt werden, insbesondere wenn diese Symptome kombiniert auftreten.

Wie wird die Diagnose Parkinson gestellt?

Die Diagnose stützt sich auf die genaue Erhebung der Krankengeschichte sowie eine gründliche neurologische Untersuchung. Wir untersuchen Sie körperlich und testen Dinge wie Bewegungsabläufe, Reflexe, Muskelspannung und das Riechempfinden. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns (sog. Hirnparenchymsonographie) zum Einsatz. Sehr selten wird auch die sogenannte Dopamin-Transporter-Szintigraphie (DaT-SPECT) durchgeführt. Ganz entscheidend ist aber, wie die Betroffenen auf eine symptomatische Therapie (z.B. L-Dopa-Test) ansprechen.

So können wir Parkinson von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, etwa vaskuläre oder atypische Parkinson-Syndrome oder Demenzen, unterscheiden. Zusätzlich erfassen wir Begleitsymptome wie Gedächtnisstörungen, Schlafprobleme oder Depressionen, um die Therapie so gut wie möglich auf Ihre Bedürfnisse und Beschwerden

Therapie bei Parkinson: Wie wird Parkinson behandelt?

Nach der Diagnose von Parkinson planen wir die Behandlung individuell – von der medikamentösen Einstellung und aktivierenden Behandlungsmethoden bis zu spezialisierten Therapien. Das Ziel der Behandlung von Parkinson ist, Beweglichkeit, Lebensqualität und Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. In der Neurologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg bieten wir ein breites Spektrum an bewährten und modernen Therapieverfahren, die wir auf Ihren persönlichen Fall abstimmen.

Medikamentöse Behandlung bei Parkinson

Die Basis jeder Behandlung ist die Gabe von Medikamenten, die insbesondere den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Dabei kommen unterschiedliche Wirkstoffgruppen zum Einsatz, etwa Levodopa, Dopaminagonisten oder COMT-/MAO-B-Hemmer. Wir orientieren uns hier eng an den Leitlinien unserer Fachgesellschaft. Im persönlichen Gespräch erläutern wir die Unterschiede und warum welche Medikation zu Ihnen passt. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, damit die Wirkung und die Verträglichkeit der Medikamente gut ausbalanciert sind.

Therapien bei fortgeschrittenem Parkinson

In späteren Stadien stehen spezielle Verfahren zur Verfügung, um die Wirkung der Medikamente zu stabilisieren und die Beweglichkeit nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören unter anderem verschiedene Pumpensysteme und die Tiefe Hirnstimulation als neurochirurgisches Verfahren, neuerdings auch der fokussierte Ultraschall (FUS). Die beiden letztgenannten Methoden werden in speziellen Zentren eingeleitet.

Pumpensysteme
Sie helfen, die Medikamente kontinuierlich über die Haut oder direkt in den Dünndarm zu verabreichen. So werden Wirkstoffspiegel möglichst stabil gehalten, um darüber eine gleichmäßigere Beweglichkeit zu erreichen.

Hirnschrittmacher
Die Tiefe Hirnstimulation (THS), auch als „Hirnschrittmacher“ bezeichnet, ist ein etabliertes Verfahren bei fortgeschrittenen Erkrankungsstadien mit Wirkschwankungen. Dabei werden gezielt Hirnregionen elektrisch stimuliert, um Bewegungen wieder flüssiger zu machen. Am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus betreuen wir Patientinnen und Patienten mit THS-Systemen engmaschig und in enger Kooperation mit spezialisierten Zentren.

Parkinson-Komplexbehandlung

Manchmal reichen ambulante Maßnahmen nicht mehr aus, um die Lebensqualität zu erhalten. Dann kann eine Parkinson-Komplexbehandlung helfen. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom, die eine intensivere und eng koordinierte Therapie benötigen.

Für die Therapie werden Sie in der Regel zwei bis drei Wochen stationär in der Neurologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses von einem multiprofessionellen Team betreut. Das interdisziplinäre Konzept umfasst:

Ziel ist es, Symptome zu lindern, Sicherheit im Alltag zu stärken und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit ist eine stadiengerechte Medikation ebenso wichtig wie körperliche Aktivität bzw. aktivierende Therapien des Patienten oder der Patientin.

Dr. med. Dirk Becker, Leitender Arzt Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Was bedeutet interdisziplinäre Parkinson-Therapie im Amalie Hamburg?

Die Parkinson-Therapie umfasst weit mehr als nur die Gabe von Medikamenten. Unser Team arbeitet interdisziplinär zusammen, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Zum Behandlungsteam gehören:

Zusammen verfolgen wir unsere vorrangigen Ziele: Ihre Beweglichkeit, Kommunikation und Lebensfreude zu erhalten.

Durch die Verzahnung von Klinik und Praxis haben wir die Möglichkeit, Problemen beim Übergang von stationärer zu ambulanter Therapie effektiv zu begegnen und Patientinnen und Patienten über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg möglichst optimal zu begleiten.

Dr. med. Ingmar Wellach, Leitender Arzt Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Nachsorge bei Parkinson: Wie geht es nach der Therapie weiter?

Im Anschluss an eine stationäre Behandlung steht die nachhaltige Betreuung im Mittelpunkt. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus profitieren Sie von kurzen Wegen zwischen den Disziplinen, Professionen und vor allem den Sektoren: Unsere Ärztinnen und Ärzte sind auch in einer auf die Parkinson-Erkrankungen spezialisierten und zertifizierten Schwerpunktpraxis für Neurologie und Psychiatrie in enger Nachbarschaft zum Amalie tätig.

So bleibt die Behandlung kontinuierlich und individuell abgestimmt. Verschlechterungen, erforderliche Medikamentenanpassungen oder neue Symptome geben Anlass für eine zeitnahe Abklärung. Auch Angehörige können hier kompetente Ansprechpartnerinnen und -partner finden.

Unsere ambulanten Behandlungsangebote umfassen:

Unser Team: Persönlich für Sie da

Die Klinik für Neurologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg wird geleitet von Dr. med. Dirk Becker und Dr. med. Ingmar Wellach. Beide Fachärzte verfügen über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Parkinson-Syndromen und Bewegungsstörungen und stehen für moderne, patientennahe Neurologie ein.

Ihre Experten für die Behandlung von Parkinson in Hamburg

Dr. Dirk Becker ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie mit den Schwerpunkten Bewegungsstörungen, Parkinson, Demenz und Schwindelerkrankungen. Er hat langjährige klinische Erfahrungen in der stationären und ambulanten Parkinson-Behandlung. Sein besonderes Interesse gilt der interdisziplinären Zusammenarbeit, um neurologische Erkrankungen ganzheitlich zu behandeln.

Wir behandeln Patientinnen und Patienten in allen Phasen der Parkinson-Krankheit. Wichtig ist es uns, sie gut über die Erkrankung aufzuklären, um zusammen die richtigen Therapieentscheidungen zu treffen.

Dr. med. Dirk Becker, Leitender Arzt Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Dr. Ingmar Wellach ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie mit den Schwerpunkten Parkinson, Elektroenzephalographie (EEG) sowie Epilepsien und neurologische Intensivmedizin. Neben seiner Tätigkeit in der Klinik leitet Dr. Wellach gemeinsam mit Dr. Becker die Praxis für Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer in direkter Nachbarschaft des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses. Sein Anliegen ist eine wohnortnahe, kontinuierliche Versorgung von Parkinson-Patientinnen und -Patienten sowie die Unterstützung der betroffenen Angehörigen – von der Erstdiagnose bis zur Langzeittherapie.

Parkinson ist direkt nach der Diagnose eine lebenslange Herausforderung. Unser Ziel ist es, die Betroffenen und ihre Angehörigen bei der Meisterung dieser Herausforderung bestmöglich zu unterstützen und Ihnen auf diesem Weg die Mögliche Stabilität, viel Vertrauen und bestmögliche medizinische Sicherheit zu geben.

Dr. med. Ingmar Wellach, Leitender Arzt Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Wenn Sie an einem Parkinson-Syndrom leiden oder den Verdacht auf eine Bewegungsstörung haben, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Bitte vereinbaren Sie einen möglichen stationären Aufnahmetermin telefonisch oder per E-Mail über das Sekretariat der Klinik für Neurologie.

Ambulante Konsultationen

Für ambulante Konsultationen erreichen Sie die benachbarte Parkinson-Schwerpunktpraxis Praxis für Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer über das Kontaktformular im Internet oder telefonisch:

Dr. med. Dirk Becker
Dr. med. Ingmar Wellach

Wiesenkamp 22c
22359 Hamburg
Tel.:  +49 40 645 383 2-0
Termine für Privatpatienten: +49 40 6453832-23

Zur Webseite der Parkinson-Schwerpunktpraxis ür Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer.

Oder nutzen Sie das Kontaktformular auf der Webseite der Praxis.  Kontaktformular.

Telefonische Erreichbarkeit:
Montag, Dienstag und Donnerstag 11:00-12:30 Uhr 

(Aus organisatorischen Gründen kann es vorübergehend zu Abweichungen kommen)

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Häufige Fragen zur Parkinson-Behandlung

Wenn sich Symptome unter ambulanter Therapie verschlechtern oder Nebenwirkungen der Medikamente auftreten bzw. eine Intensivierung der aktivierenden Therapien oder weitere Untersuchungen notwendig werden, kann eine stationäre Diagnostik oder Therapie helfen, die Behandlung zu optimieren.

Dabei werden feine Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert, die über einen Schrittmacher Impulse senden. So können insbesondere das Zittern und auch die Bewegungsstörung deutlich gemildert werden.

Ja – Bewegung ist essenziell. Physiotherapie und regelmäßige Aktivität fördern Beweglichkeit und Wohlbefinden. Wichtig ist, das Training an die individuelle Leistungsfähigkeit anzupassen.

Geduld, Motivation und gemeinsame Aktivität sind entscheidend. Angehörige helfen, wenn sie Bewegung fördern, die Kommunikation erleichtern und auf Veränderungen achten.

Nach der stationären Diagnostik oder Therapie sollte die weitere und kontinuierliche Begleitung über eine neurologische, neurologisch-psychiatrische oder nervenärztliche  Praxis erfolgen – idealerweise mit kurzer Anbindung zur Klinik und guter Erreichbarkeit über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg.