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Was ist Demenz?

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, bei denen die geistigen Fähigkeiten nach und nach abnehmen. Erste Anzeichen zeigen sich häufig beim Gedächtnis. Mit fortschreitender Erkrankung fällt es Betroffenen zunehmend schwerer, sich Dinge zu merken, sich zu orientieren, Entscheidungen zu treffen und den Alltag selbständig zu bewältigen.

Aber: Vergesslichkeit ist nicht automatisch eine (beginnende) Demenz. Auch Stress, Schlafmangel, Depressionen, Medikamente oder andere Erkrankungen können das Gedächtnis beeinträchtigen. Eine sorgfältige neurologische Abklärung hilft dabei, die Ursache zu erkennen und behandelbare Auslöser auszuschließen.

Mit einer Demenz zu leben, verändert den Alltag schrittweise – sowohl für Betroffene als auch für ihre Angehörigen. Eine frühe Diagnose kann helfen, geeignete Therapien und Unterstützungsangebote rechtzeitig einzuleiten.

Vergesslichkeit gehört nicht zwangsläufig zum normalen Altern. Entscheidend ist, Veränderungen frühzeitig einzuordnen und behandelbare Ursachen nicht zu übersehen.

Dr. med. Dirk Becker, Leitender Arzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus

Welche Symptome und ersten Anzeichen für Demenz gibt es?

Demenz beginnt häufig schleichend. Die Veränderungen entwickeln sich meist über Monate oder Jahre hinweg und werden anfangs oft nur von nahestehenden Menschen bemerkt. Viele Betroffene wirken zunächst weiterhin selbstständig, haben aber zunehmend Schwierigkeiten mit Aufgaben, die ihnen früher leichtfielen.

Mögliche erste Anzeichen sind:

Wenn Gedächtnisprobleme zunehmen oder den Alltag spürbar beeinträchtigen, ist eine neurologische Abklärung sehr wichtig.

Welche Formen der Demenz gibt es?

Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, sie macht etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus. Dabei lagern sich spezielle Eiweiße im Gehirn ab, welche die Nervenzellen nach und nach schädigen.

Daneben gibt es weitere Formen:

Viele Menschen setzen Demenz mit Alzheimer gleich. Tatsächlich gibt es verschiedene Formen der Demenz. Für die Behandlung ist es deshalb wichtig, möglichst genau herauszufinden, welche Form vorliegt.

Dr. med. Ingmar Wellach, Leitender Arzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus

Ursachen und Risikofaktoren der Demenz

Das Risiko für eine Demenzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Daneben können verschiedene weitere Faktoren die Entstehung begünstigen.

Dazu gehören unter anderem:

Auch Depressionen, Schlafstörungen, Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können Vergesslichkeit verursachen. Einige dieser Ursachen sind gut behandelbar.

Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, geistiger Aktivität und einer guten Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dazu beitragen, das Demenz-Risiko zu senken oder den Krankheitsbeginn hinauszuzögern.

Diagnose: Wie wird eine Demenz festgestellt?

Eine frühzeitige und sorgfältige Diagnostik ist wichtig, um die Ursache von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen zu erkennen. Gleichzeitig ermöglicht die genaue Diagnose, die Behandlung individuell zu planen und Betroffene sowie Angehörige frühzeitig zu beraten und zu unterstützen.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Abklärung. Zunächst sprechen wir ausführlich mit den Betroffenen und beziehen, wenn möglich, auch Angehörige in die Diagnostik ein. Ergänzend kommen Gedächtnistests, Blutuntersuchungen, eine Messung der Hirnströme (EEG) sowie bildgebende Verfahren wie CT oder MRT des Gehirns zum Einsatz. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen folgen, beispielsweise die Analyse des Nervenwassers (Liquordiagnostik).

Anamnese und neurologische Untersuchung

Am Anfang jeder neurologischen Diagnostik steht die sogenannte Anamneseerhebung. Wir fragen Sie

Bei vorliegenden Gedächtnisstörungen befragen wir – natürlich nur mit Ihrem Einverständnis – üblicherweise auch Ihre Angehörigen.

Gedächtnistests und Laboruntersuchungen

Standardisierte Tests helfen uns dabei, geistige Veränderungen objektiv zu erfassen. Ergänzend werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um behandelbare Ursachen wie Vitaminmangel, Schilddrüsenstörungen oder Stoffwechselprobleme auszuschließen.

Bildgebung des Gehirns

Je nach Fragestellung kommen Untersuchungen wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) zum Einsatz. Sie helfen dabei, Durchblutungsstörungen, frühere Schlaganfälle oder andere Veränderungen des Gehirns, etwa einen Altershirndruck, zu erkennen.

Weitere Untersuchungen bei Bedarf

In bestimmten Situationen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein, etwa eine Nervenwasseruntersuchung oder spezielle bildgebende Verfahren. Welche Diagnostik notwendig ist, entscheiden wir individuell.

Eine sorgfältige Diagnostik schafft Klarheit. Sie hilft uns, Ursachen zu erkennen und zu behandeln und die bestmögliche Unterstützung für Betroffene und Angehörige zu planen.

Dr. med. Dirk Becker, Leitender Arzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus

Behandlung und Unterstützung bei Demenz

Auch wenn sich die meisten Demenzerkrankungen derzeit nicht heilen lassen, kann eine frühzeitige Behandlung viel bewirken. Ziel ist es, geistige Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, Beschwerden zu lindern und die Selbstständigkeit im Alltag zu unterstützen.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Form und dem Stadium der Erkrankung sowie von den individuellen Bedürfnissen ab.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus beraten wir Patientinnen, Patienten und Angehörige ausführlich zu medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.

Medikamentöse Behandlung

Bei der Alzheimer-Demenz können bestimmte Medikamente dazu beitragen, Gedächtnis, Alltagsfähigkeiten und Selbstständigkeit für eine gewisse Zeit zu stabilisieren. Dazu gehören sogenannte Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin sowie der Wirkstoff Memantin. Je nach Form der Demenz und den individuellen Beschwerden können auch weitere Medikamente zum Einsatz kommen. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der endgültigen Diagnose, dem Stadium der Erkrankung und möglichen Begleiterkrankungen ab. Dabei halten wir uns an die Empfehlungen der Fachgesellschaften.

In den vergangenen Jahren wurden zudem neue Antikörpertherapien entwickelt, die gezielt gegen Eiweißablagerungen im Gehirn wirken. Diese Medikamente kommen derzeit nur für ausgewählte Patientinnen und Patienten in frühen Krankheitsstadien infrage und erfordern eine sehr sorgfältige Diagnostik sowie engmaschige Kontrollen.

Ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist und welche Therapie am besten zu Ihrer Situation passt, besprechen wir individuell mit Ihnen und Ihren Angehörigen. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg orientieren wir uns dabei an aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Mindestens ebenso wichtig sind strukturierende und aktivierende Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

Solche Maßnahmen können helfen, Fähigkeiten länger zu erhalten und Orientierung sowie Lebensqualität zu verbessern. Auch kleine unterstützende Angebote wie taktile Beschäftigungsmaterialien können dazu beitragen, Unruhe zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.

Behandelbare Begleiterkrankungen

Depressionen, Schlafstörungen, Schmerzen oder Unruhe können die Beschwerden zusätzlich verstärken. Wenn solche Begleiterkrankungen erkannt und gezielt behandelt werden, lässt sich die Lebensqualität oft deutlich verbessern.

Unterstützung für Angehörige

Eine Demenzerkrankung betrifft immer auch das persönliche Umfeld. Angehörige übernehmen häufig eine zentrale Rolle im Alltag und stehen vor vielen organisatorischen und emotionalen Herausforderungen. Beratung und frühzeitige Unterstützung können helfen, diese Aufgabe langfristig besser zu bewältigen.

Leben mit Demenz: Unterstützung im Alltag

Die Diagnose einer Demenzerkrankung verändert das Leben oft schrittweise. Viele Betroffene bleiben über lange Zeit selbstständig, benötigen jedoch zunehmend Unterstützung bei einzelnen Aufgaben. Eine frühzeitige Planung kann helfen, Sicherheit zu gewinnen und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Erkrankung, sondern vor allem der Mensch mit seinen Gewohnheiten, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Ein strukturierter Tagesablauf, vertraute Bezugspersonen und eine angepasste Umgebung können wesentlich dazu beitragen, Orientierung und Selbstständigkeit zu fördern.

Den Alltag aktiv gestalten

Regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und geistige Anregung können helfen, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten. Ebenso wichtig sind feste Routinen und eine Umgebung, in der sich Betroffene sicher und gut aufgehoben fühlen.

Vorsorge und rechtliche Fragen

Viele Menschen empfinden es als entlastend, wichtige Entscheidungen frühzeitig zu treffen. Dazu gehören beispielsweise Vorsorgevollmacht, Bankvollmachten, Patientenverfügung und organisatorische Fragen rund um Wohnen, Pflege und finanzielle Angelegenheiten.

Unterstützung für Angehörige

Angehörige leisten oft einen wesentlichen Beitrag zur Betreuung. Gleichzeitig kann diese Aufgabe belastend sein. Ein wichtiger Bestandteil unserer Betreuung ist daher die Beratung von Angehörigen. Wir unterstützen Familien dabei, Veränderungen besser zu verstehen, den Alltag zu strukturieren und passende Hilfsangebote zu finden.

Unser Team: Persönlich für Sie da

Gedächtnisstörungen und der Verdacht auf eine Demenz werfen bei Betroffenen und Angehörigen oft viele Fragen auf. In der Klinik für Neurologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Diagnostik, eine verständliche Einordnung der Befunde und eine individuell abgestimmte Behandlung.

Unser Team begleitet Sie mit viel Erfahrung und neurologischer Expertise. Dabei betrachten wir nicht nur Testergebnisse und Untersuchungsbefunde, sondern immer den Menschen mit seiner persönlichen Lebenssituation. Wenn gewünscht, beziehen wir Angehörige von Anfang an in Diagnostik, Beratung und Therapie ein.

Gemeinsam verfolgen wir ein Ziel: Klarheit schaffen, behandelbare Ursachen erkennen und Betroffene sowie ihre Familien kompetent und einfühlsam beraten.

Ihre Experten für Demenz in Hamburg

Dr. med. Dirk Becker ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Demenz, Parkinson und akute neurologische Erkrankungen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Gedächtnisstörungen und begleitet Betroffene mit großer fachlicher und menschlicher Erfahrung.

Vergesslichkeit kann viele Ursachen haben. Entscheidend ist, Veränderungen sorgfältig einzuordnen und gemeinsam den bestmöglichen Weg für Betroffene und ihre Angehörigen zu finden.

Dr. med. Dirk Becker, Leitender Arzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Dr. med. Ingmar Wellach ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Zu seinen Schwerpunkten gehören unter anderem Parkinson, Epileptologie und neurologische Intensivmedizin. Gemeinsam mit Dr. Becker ist er Inhaber der Praxis für Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer in direkter Nachbarschaft zum Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus.

Eine Demenzerkrankung betrifft nicht nur das Gedächtnis, sondern das gesamte Leben der Erkrankten. Deshalb ist es uns ein Anliegen, Betroffene und Angehörige umfassend aufzuklären und zum weiteren Vorgehen zu beraten.

Dr. med. Ingmar Wellach, Leitender Arzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für geplante stationäre Aufnahmen über das Aufnahmemanagement.

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zu Demenz

Zu den häufigsten frühen Anzeichen gehören zunehmende Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Orientierungsschwierigkeiten und Probleme bei Planung und Organisation. Viele Betroffene finden sich in vertrauten Situationen zunächst noch gut zurecht.

Nein. Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Abbau geistiger Fähigkeiten einhergehen. Alzheimer ist die häufigste Form und macht etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus. Daneben gibt es unter anderem die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körper-Demenz und die frontotemporale Demenz.

Eine leichte Altersvergesslichkeit ist nicht ungewöhnlich. Wenn jedoch die Vergesslichkeit zunimmt, wichtige Termine oder vertraute Abläufe häufiger vergessen werden oder Angehörige deutliche – also alltagsrelevante – Veränderungen bemerken, ist eine sorgfältige neurologische Untersuchung sinnvoll.

Die meisten Demenzerkrankungen sind derzeit nicht heilbar. Eine frühe Behandlung kann jedoch helfen, Beschwerden zu lindern und Fähigkeiten länger zu erhalten. Medikamente, Gedächtnistraining, Bewegung und eine strukturierte Alltagsgestaltung können die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen deutlich verbessern.

Nein. Gedächtnisprobleme können viele Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem Stress, Schlafmangel, Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen, Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Einige dieser Auslöser sind gut behandelbar, weshalb eine genaue Abklärung besonders wichtig ist.

Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form. Darüber hinaus gibt es unter anderem die vaskuläre Demenz infolge von Durchblutungsstörungen, die Lewy-Körper-Demenz sowie die frontotemporale Demenz. Darüber hinaus kennen wir einige noch seltenere Gedächtniserkrankungen. Welche Symptome auftreten und welche Behandlung infrage kommt, hängt von der jeweiligen Form der Erkrankung ab.

Die Diagnostik beginnt mit ausführlichen Erfragung der Krankheitsgeschichte und einer neurologischen Untersuchung. Ergänzend kommen Gedächtnistests, Blutuntersuchungen und bei Bedarf bildgebende Verfahren wie MRT oder CT zum Einsatz. Ziel ist es, die Ursache der Beschwerden möglichst genau zu bestimmen und behandelbare Auslöser auszuschließen.

Angehörige spielen eine zentrale Rolle im Alltag von Menschen mit Demenz. Vertraute Routinen, Orientierungshilfen und geduldige Unterstützung können viel zur Stabilität beitragen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Angehörige selbst Beratung und Entlastungsangebote nutzen, um langfristig gut für sich und ihre nahestehenden Menschen sorgen zu können.

Dies hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Ganz generell kann ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, das Risiko für eine Demenz zu senken oder den Krankheitsbeginn hinauszuzögern. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, geistige Aktivität, soziale Kontakte sowie eine gute Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und anderen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.