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Unter dem Titel „Ileostomie und alternative Pouchverfahren“ kamen rund 90 Teilnehmende – sowohl vor Ort als auch online – zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Therapien und Erfahrungen rund um den Dünndarm-Pouch auszutauschen.

„Das große Interesse zeigt, wie wichtig der offene Dialog zwischen Medizin, Selbsthilfe und Betroffenen ist“, betonte Prof. Dr. Christoph Isbert, Chefarzt der Allgemeinen, Viszeral- und koloproktologischen Chirurgie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus, in seiner Eröffnungsrede. Gemeinsam mit Silke Reise (DCCV e. V.) begrüßte er die Gäste herzlich und stellte die Relevanz des Themas für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen heraus.

Das vielseitige Programm spannte den Bogen von medizinischen Fachvorträgen bis zu sehr persönlichen Erfahrungsberichten. Neben Beiträgen zu den Funktions- und Komplikationsaspekten des ileoanalen Pouchs erläuterten Prof. Dr. Karl-Wilhelm Ecker und PD Dr. med. Johannes Kluwe unterschiedliche Sichtweisen auf die häufig auftretende Pouchitis – aus chirurgischer und gastroenterologischer Perspektive.

Zusätzlich referierte Dr. Stefanie Howaldt (Hamburgisches Forschungsinstitut für CED, MVZ für Immunologie) zum Thema „Die Rolle der Biologika bei CED – wann, welche und wie lange?“ und gab einen umfassenden Überblick über aktuelle Therapieansätze und klinische Erfahrungen aus der Praxis.

Auch Themen, die oft zu kurz kommen, fanden Raum: Dr. med. Rebekka Westphal sprach offen über Sexualität und Schwangerschaft bei Betroffenen. Dabei wurde deutlich, wie bedeutsam eine ganzheitliche Aufklärung über alle Lebensbereiche ist. Eine ehemalige Patientin gab außerdem eindrucksvolle Einblicke in ihren persönlichen Krankheits- und Heilungsverlauf und machte vielen Anwesenden Mut.

Im Foyer präsentierten sich verschiedene Selbsthilfeorganisationen, darunter die Deutsche ILCO, die DCCV e. V. sowie Chronisch Glücklich. Sie boten Raum für individuelle Gespräche und Erfahrungsaustausch – ein Angebot, das intensiv genutzt wurde.

„Die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Selbsthilfe ist das Herzstück dieser Veranstaltung“, hob Rainer Büßelmann (Deutsche ILCO) hervor. „Nur gemeinsam können wir Betroffene umfassend unterstützen – medizinisch, sozial und emotional.“

Am Nachmittag nutzten viele Teilnehmende die Möglichkeit zur Fragerunde, um individuelle Anliegen mit den Fachleuten zu besprechen. Zum Abschluss fasste Prof. Dr. Ecker die zentralen Erkenntnisse des Tages zusammen und unterstrich die Relevanz regelmäßiger Fortbildung und Vernetzung. „Unser Ziel ist es, dass Betroffene verstehen, welche Optionen sie haben – und dass sie wissen, sie sind nicht allein“, so Ecker.

Das Amalie Pouch Zentrum Hamburg kündigte an, die Informationsreihe auch im kommenden Jahr fortzusetzen – mit neuen Themen und erneut in Hybridform.

PD Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie
PD Dr. med. Johannes Kluwe, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie
Prof. Dr. Karl-Wilhelm Ecker, Leiter des Amalie Pouch Zentrums Hamburg
Prof. Dr. Karl-Wilhelm Ecker, Leiter des Amalie Pouch Zentrums Hamburg