
Dr. med. Matthias Gasthaus
Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie

Vorhofflimmern ist weltweit die häufigste Herzrhythmusstörung (Arrhythmie). In der Kardiologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg erkennen und behandeln wir Vorhofflimmern mit moderner Diagnostik, viel Erfahrung und einem individuell abgestimmten Therapiekonzept.
Beim Vorhofflimmern kommt es zu unkontrollierten elektrischen Impulsen in den Vorhöfen. Dadurch schlägt das Herz unregelmäßig und oft zu schnell. Die Vorhöfe können das Blut dann nicht mehr wirksam in die Herzkammern pumpen. Die Folgen reichen von Leistungsabfall über Herzklopfen bis hin zu Atemnot, Schwindel und Benommenheit.
Vor allem aber steigt das Schlaganfallrisiko, weil sich im Vorhof das Blut staut und die Gefahr für Blutgerinnsel zunimmt. Die gute Nachricht: Vorhofflimmern lässt sich gut diagnostizieren und behandeln – je früher, desto besser.
Anfallsartiges (paroxysmales) Vorhofflimmern
Das Vorhofflimmern tritt plötzlich auf und verschwindet meist innerhalb weniger Stunden oder Tage von allein oder nach einer Behandlung. Der Herzrhythmus findet also zeitnah in den normalen Takt zurück.
Persistierendes Vorhofflimmern
Diese Form hält länger als sieben Tage an und normalisiert sich nicht von selbst. Der Sinusrhythmus muss in der Regel mit Medikamenten oder einer Kardioversion (milde Elektroschock-Behandlung in Narkose) wiederhergestellt werden.
Langanhaltend persistierendes Vorhofflimmern
Hier bleibt der unregelmäßige Herzschlag über ein Jahr bestehen. Häufig ist eine Ablation notwendig, also das Veröden des krankhaften Gewebes, das das Vorhofflimmern auslöst.
Permanentes Vorhofflimmern
Der unregelmäßige Herzrhythmus ist von Dauer; der normale Sinusrhythmus lässt sich trotz intensiver Therapie nicht wiederherstellen. Ziel der Therapie ist es dann, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Vorhofflimmern hat viele mögliche Auslöser. Mit einer sorgfältigen Diagnostik verstehen wir genau, woher die Rhythmusstörung kommt und welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist.
Dr. med. Matthias Gasthaus, Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie
Vorhofflimmern kann unterschiedliche Beschwerden auslösen. Betroffene verspüren leichtes Herzstolpern bis hin zu ausgeprägter Atemnot. Typisch ist ein unregelmäßiger und oft zu schneller Herzschlag, der beunruhigend sein kann.
Häufige Symptome sind:
Vorhofflimmern kann auch ohne spürbare Beschwerden auftreten. Dann wird es zufällig bei einer Routineuntersuchung erkannt. Gerade in solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung entscheidend, um Risiken wie einen Schlaganfall frühzeitig zu erkennen.
In bestimmten Situationen müssen Sie sofort die 112 wählen oder in einer Notaufnahme vorstellig werden:
Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko für Vorhofflimmern. Häufig liegt eine Veränderung am Herzmuskel oder am elektrischen Reizleitungssystem zugrunde, zum Beispiel durch Bluthochdruck, andere Herzerkrankungen oder altersbedingte Umbauprozesse im Herzgewebe.
Einige Erkrankungen und Lebensstilfaktoren wie Übergewicht oder Diabetes begünstigen Vorhofflimmern. Sie sollten daher früh und konsequent behandelt werden.
Das Risiko lässt sich senken durch:
Vorhofflimmern entsteht oft schleichend, doch bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko deutlich. Wer seine persönlichen Auslöser kennt, kann früh gegensteuern.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt, sollte unbedingt abgeklärt werden. Es erhöht nicht nur das Risiko für Vorhofflimmern, sondern schränkt auch den Therapieerfolg ein.
Die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie am Amalie ist Teil des Albertinen-Herzzentrums, eines der größten Herzzentren in Hamburg und Norddeutschland. Die Diagnose von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern erfolgt bei uns nach klaren medizinischen Standards und mit modernster kardiologischer Diagnostik. Ziel ist es, den unregelmäßigen Herzrhythmus zuverlässig zu erfassen, mögliche Auslöser zu identifizieren und das individuelle Risiko – etwa für einen Schlaganfall – präzise einzuschätzen. Auf dieser Grundlage planen wir gemeinsam die nächsten Schritte der Behandlung.
Der wichtigste Schritt zur Diagnose ist das Elektrokardiogramm (EKG). Es zeigt, ob der Herzschlag unregelmäßig ist und ob typische Zeichen eines Vorhofflimmerns vorliegen. Da die Rhythmusstörung nicht ständig auftreten muss, setzen wir bei Bedarf Langzeit-EKG-Untersuchungen über 24 bis 72 Stunden oder Event-Recorder ein. So können auch kurzzeitige oder anfallsartige Episoden zuverlässig erfasst werden.
Mit einer Echokardiographie beurteilen wir die Struktur und Funktion des Herzens, insbesondere die Vorhöfe, Herzklappen und Pumpfunktion. Diese Untersuchung hilft uns zu erkennen, ob bereits Folgeerkrankungen vorliegen oder ob strukturelle Veränderungen das Vorhofflimmern begünstigen. Sie ist ein fester Bestandteil der Diagnostik in der Kardiologie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhauses, um die weitere Therapie gezielt planen zu können.
Blutuntersuchungen geben Hinweise auf mögliche Auslöser, zum Beispiel Schilddrüsenveränderungen oder Entzündungen.
In besonderen Fällen können zusätzlich bildgebende Verfahren wie CT oder MRT notwendig sein, etwa zur Vorbereitung einer Katheterablation oder zur genaueren Beurteilung der Vorhöfe. Diese ergänzenden Diagnoseschritte werden individuell und nur dann eingesetzt, wenn sie medizinisch sinnvoll sind.
Die Katheterablation ist eine wirksame Therapieoption, insbesondere bei wiederkehrendem Vorhofflimmern. Sie kann den Rhythmus langfristig stabilisieren, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen.
PD Dr. med. Benjamin Schäffer, Leitender Arzt, Elektrophysiologie am Standort Hamburg-Volksdorf
Welche Behandlung bei Vorhofflimmern sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von Begleiterkrankungen, strukturellen Veränderungen am Herzen und Ihrem persönlichen Beschwerdebild. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung lindert Beschwerden, senkt das Risiko von Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche und verbessert langfristig die Prognose.
Deshalb verfolgen wir im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus einen strukturierten und individualisierten Therapieansatz. Unser Ziel ist es, den Herzrhythmus zu stabilisieren, Symptome zu lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Die Behandlung von Vorhofflimmern basiert im Wesentlichen auf drei Säulen:
Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Blutgerinnsel, die einen Schlaganfall auslösen können. Deshalb ist für viele Patientinnen und Patienten eine Therapie mit Blutverdünnern notwendig. Die Medikamente sind in der Regel gut verträglich. Gelegentlich treten blaue Flecken oder Nasenbluten auf, schwerere Blutungen sind selten – werden aber eng ärztlich überwacht.
Bei einigen Patientinnen und Patienten werden sogenannte Antiarrhythmika, also Wirkstoffe zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, eingesetzt. Allerdings wirken sie nicht bei allen Menschen gleich gut und können Nebenwirkungen haben.
Manchmal ist bei Vorhofflimmern eine sogenannte Kardioversion sinnvoll, um das Herz wieder in einen normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) zurückzuführen - entweder durch intravenös verabreichte Medikamente oder mithilfe eines milden Elektroschocks in Narkose.
Die Katheterablation ist heute eine der wirksamsten Behandlungen bei Vorhofflimmern, besonders wenn Beschwerden immer wieder auftreten oder Medikamente nicht ausreichend helfen. Dabei wird das Gewebe im Herzen verödet, das die unregelmäßigen elektrischen Impulse auslöst. Ziel ist es, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) langfristig wiederherzustellen und erneute Episoden von Vorhofflimmern zu verhindern.
In der Elektrophysiologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses nutzen wir moderne, schonende Verfahren und hochpräzise 3D-Mapping-Systeme, die eine sichere und effektive Behandlung ermöglichen. Wenn Sie anhaltende Beschwerden haben oder über eine Katheterablation nachdenken, beraten wir Sie umfassend zu Diagnostik, Ablauf und Therapieoptionen.
Für viele Patientinnen und Patienten ist die Katheterablation mittlerweile die Therapie der Wahl. Sie wird empfohlen, wenn
Studien zeigen: Eine frühe Ablation verbessert die Erfolgschancen und kann dazu beitragen, dass Vorhofflimmern nicht chronisch wird.
Die Behandlung erfolgt minimal-invasiv. Über ein Gefäß in der Leiste (seltener am Arm) wird ein dünner Katheter bis ins Herz vorgeschoben. Mithilfe moderner 3D-Mapping-Systeme wird das Herz elektrisch kartiert, um die störenden Impulse präzise zu identifizieren.
Je nach Befund kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, die wir Ihnen im persönlichen Gespräch auch gern noch genauer erklären:
Der Eingriff erfolgt üblicherweise im Dämmerschlaf, ist schmerzarm und dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten.
Die Pulmonalvenenisolation (PVI) ist der wichtigste Schritt der Ablation bei Vorhofflimmern. Dabei werden die elektrischen Signale aus den Lungenvenen, die das Flimmern auslösen, vom Vorhof elektrisch isoliert. So kann das Vorhofflimmern nicht mehr entstehen.
Die PVI gilt heute als Goldstandard der Behandlung.
Die Erfolgsaussichten sind sehr gut:
Je früher behandelt wird, desto höher ist die Erfolgsrate – das zeigen zahlreiche internationale Studien.
Die Katheterablation ist ein etabliertes, sicheres Verfahren. Am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus wird sie von erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten der Elektrophysiologie durchgeführt, die solche Eingriffe regelmäßig vornehmen.
Bei erhöhtem Risiko, etwa bei COPD oder starkem Übergewicht, arbeiten wir zu Ihrer Sicherheit eng mit Anästhesie und Intensivmedizin zusammen.
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen erfordert Erfahrung, Spezialisierung und klare Zuständigkeiten. In der Kardiologie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern von einem interdisziplinären Team betreut, das moderne Diagnostik mit individuell abgestimmten Therapiekonzepten verbindet.
Kardiologinnen und Kardiologen, Pflegekräfte sowie Expertinnen und Experten der Elektrophysiologie und interventionellen Herzmedizin arbeiten dabei eng zusammen. Diagnostik und Therapie erfolgen leitliniengerecht und aus einer Hand – vom ersten EKG über die medikamentöse Einstellung bis hin zur Katheterablation. Ziel ist es, den Herzrhythmus zu stabilisieren, Beschwerden zu lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen wie einen Schlaganfall zu senken.
Zu unserem Team gehören:

Chefarzt, Innere Medizin - Kardiologie
Dr. med. Matthias Gasthaus ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus und Leiter des Herz- und Gefäßzentrums Volksdorf. Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, insbesondere des Vorhofflimmerns.
Unter seiner Leitung stehen eine sichere Diagnostik, moderne Therapieverfahren und eine persönliche, patientennahe Betreuung im Mittelpunkt. Wichtig ist ihm, dass Patientinnen und Patienten ihre Erkrankung verstehen und gemeinsam fundierte Therapieentscheidungen treffen können.
Vorhofflimmern lässt sich heute gut behandeln. Entscheidend ist, die Rhythmusstörung frühzeitig zu erkennen und die Therapie individuell auszurichten.
Dr. med. Matthias Gasthaus, Chefarzt Innere Medizin – Kardiologie
Für die Vereinbarung eines Untersuchungstermins wenden Sie sich bitte an die zentrale Terminvergabe.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag bis Donnerstag | 08:00 bis 15:30 Uhr |
| Freitag | 08:00 bis 14:00 Uhr |
Einen Termin in der privatärztlichen ambulanten Sprechstunde vereinbaren Sie bitte über das Chefarztsekretariat.
Sprechstunde:
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Mittwoch | 10:00–12:30 Uhr |
Und nach Vereinbarung.
Chefarztsekretärin:
Birte Kobrow
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Vorhofflimmern ist nicht immer gefährlich, aber unbehandelt erhöht es das Risiko für Schlaganfälle deutlich. Durch den unregelmäßigen Herzschlag können sich Blutgerinnsel im Vorhof bilden. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie schützt und senkt das Risiko für Schlaganfälle deutlich.
Typisch sind Herzrasen, Herzstolpern, ein unregelmäßiger Puls, Schwindel oder Luftnot. Manche Betroffene spüren jedoch kaum Beschwerden. Kommen Brustschmerzen, Ohnmacht oder starke Atemnot hinzu, ist sofort medizinische Hilfe notwendig.
Setzen oder legen Sie sich hin, atmen Sie ruhig und – wenn möglich – messen Sie den Puls.
Hält das Herzrasen an, kommt es wieder oder verursacht Schwindel, Schwäche oder Atemnot, sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe suchen. Bei akuten Beschwerden wählen Sie bitte den Notruf 112.
Je nach Befund kommen Medikamente, Blutverdünner zum Schlaganfallschutz, eine Kardioversion oder eine Katheterablation infrage. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie Schlaganfälle zu verhindern.
Die Pulmonalvenenisolation (PVI) – minimalinvasiver Herzkatheter-Eingriff zur Behandlung von Vorhofflimmern – kann als Erstlinientherapie erwogen werden oder wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder wenn diese starke Nebenwirkungen verursachen. Die Ablation kann wiederkehrendes Vorhofflimmern langfristig stabilisieren – besonders bei jüngeren, aktiven Patientinnen und Patienten oder wenn der Rhythmus stark beunruhigt.
Ja – anfallsartiges Vorhofflimmern kann sich spontan zurückbilden. Häufig wird es jedoch chronisch. Je früher behandelt wird, desto größer die Chance, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen und zu stabilisieren.
Ja. Stress, Schlafmangel oder starker Alkoholkonsum können Episoden begünstigen.
Stress ist selten die einzige Ursache, aber ein relevanter Verstärker. Entspannung, Schlaf und ein ausgeglichener Alltag reduzieren Attacken.
In vielen Fällen ja – aber unbedingt nach ärztlicher Rücksprache. Regelmäßige, angepasste Bewegung wirkt sich oft positiv auf Herz und Kreislauf aus. Wichtig ist, Belastungen individuell abzustimmen und Risikofaktoren wie Bluthochdruck konsequent zu behandeln.