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Was ist Schilddrüsenkrebs?

Schilddrüsenkrebs, auch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet, ist eine seltene, meist gut behandelbare Tumorerkrankung. In Deutschland erkranken jährlich rund 5.700 Menschen daran. Die meisten Formen wachsen langsam und haben bei frühzeitiger Therapie sehr gute Heilungschancen. Die zentrale Behandlung ist die Operation.

Im Zentrum für Endokrine Chirurgie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg klären wir sorgfältig ab, um welchen Tumortyp es sich handelt und welche Therapie individuell sinnvoll ist.

Schilddrüsenkrebs ist in vielen Fällen gut behandelbar. Entscheidend sind eine eindeutige Diagnostik und eine Operation auf höchstem Niveau.

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Welche Symptome treten bei Schilddrüsenkrebs auf?

Schilddrüsenkrebs verursacht oft lange keine Beschwerden. Viele Tumoren werden zufällig entdeckt, etwa bei einem Ultraschall der Schilddrüse.

Mögliche Beschwerden bei Schilddrüsenkrebs hängen oft mit der Lage der Schilddrüse im vorderen Hals zusammen. Sie liegt direkt neben Luft- und Speiseröhre sowie in der Nähe der Nerven, die die Kehlkopfmuskulatur steuern.

Typische Symptome von Schilddrüsenkrebs können sein:

Da diese Beschwerden auch viele andere Ursachen haben können, ist eine frühe, strukturierte Abklärung besonders wichtig – vor allem, wenn Symptome neu auftreten oder sich verändern.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für Schilddrüsenkrebs?

Die genauen Ursachen von Schilddrüsenkrebs sind nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen entsteht der Tumor ohne erkennbaren Auslöser. Risikofaktoren für Schilddrüsenkrebs können sein:

Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig. Welche Veränderungen abgeklärt werden müssen, zeigt eine genaue Diagnostik – die wir im Zentrum für Endokrine Chirurgie am Amalie Sieveking Krankenhaus mit viel Erfahrung durchführen.

Wie wird Schilddrüsenkrebs diagnostiziert?

Ist ein Knoten auffällig, folgen weitere Untersuchungen, um einzuschätzen, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Feinnadelpunktion, bei der Zellen entnommen und nach dem Bethesda-System bewertet werden. Manche Bethesda-Kategorien (III/IV) liefern unklare Ergebnisse liefern, dann ist eine OP zur endgültigen Klärung notwendig.

Alle relevanten diagnostischen Schritte erfolgen koordiniert im Zentrum für Endokrine Chirurgie.

Ultraschall

Der Ultraschall ist die wichtigste Untersuchung. Der Ultraschall der Schilddrüse zeigt:

Bestimmte Muster können auf ein erhöhtes Risiko für Krebs hinweisen und bestimmen, ob weitere Diagnostik nötig ist.

Labor

Eine Blutuntersuchung zeigt, wie die Schilddrüse arbeitet. Bestimmt werden u. a.:

Laborwerte allein können einen Tumor nicht beweisen, helfen aber bei der Gesamtbeurteilung und der Therapieplanung. Sie ersetzen nicht die bildgebende Diagnostik.

Schilddrüsenszintigraphie

Bei einer Szintigraphie wird die Funktion eines Knotens beurteilt. Man unterscheidet:

Kalte Knoten sind häufiger als heiße – nur ein Teil davon ist bösartig.

Gewebeprobe (Feinnadelpunktion)

Die Feinnadelpunktion ist ein zentrales Verfahren zur Abklärung. Unter Ultraschallkontrolle werden wenige Zellen entnommen und nach dem Bethesda-System bewertet.
Die Einordnung zeigt, ob ein Knoten:

Das Ergebnis leitet die weitere Therapie – etwa eine Operation – gezielt ein.

Ausbreitungsdiagnostik

Eine Ausbreitungsdiagnostik folgt, wenn die Krebsdiagnose bestätigt ist (Staging). Dazu gehören:

Mit Hilfe dieser Untersuchungen lässt sich klären, ob der Tumor lokal begrenzt ist oder sich bereits ausgebreitet hat. Auf der Basis der Befunde entwickeln die Expertinnen und Experten der interdisziplinären Tumorkonferenz des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus die bestmögliche Therapie für jede einzelne Patientin und jeden Patienten.

Welche Arten von Schilddrüsenkrebs gibt es?

Die Schilddrüse produziert wichtige Hormone, die zahlreiche Körperfunktionen steuern. Als endokrines Organ gibt sie diese Botenstoffe direkt ins Blut ab. Entsprechend zählt auch Schilddrüsenkrebs – Schilddrüsenkarzinome – zu den endokrinen Tumoren.

Ein Schilddrüsentumor kann von verschiedenen Zellarten der Schilddrüse ausgehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet vier Haupttypen:

Wir sehen uns alle Befunde sehr genau an. Nicht jeder verdächtige Knoten ist tatsächlich ein Tumor – und nicht jeder Tumor erfordert die gleiche Therapie

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Behandlung von Schilddrüsenkrebs am Amalie in Hamburg

Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs richtet sich nach der Tumorform, der Größe und dem Stadium. Ziel der Therapie ist, den Tumor vollständig zu entfernen und gleichzeitig umliegende Strukturen zu schützen.

Im Zentrum für Endokrine Chirurgie am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus arbeiten wir eng mit anderen Abteilungen und der Tumorkonferenz zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept zu entwickeln. 

Schilddrüsenoperation

Für die Mehrheit der Betroffenen ist die Operation der zentrale Therapieschritt. Je nach Befund wird ein Schilddrüsenlappen oder die gesamte Schilddrüse entfernt. Der Eingriff sollte in einem erfahrenen Zentrum erfolgen, da die Nerven der Stimmbandfunktion und die Nebenschilddrüsen unmittelbar an der Schilddrüse liegen. Die Schilddrüsenchirurgie am Amalie gehört zu den hochspezialisierten Zentren in Hamburg.

Bei bestimmten Tumorformen oder wenn Lymphknoten auffällig sind, wird zusätzlich eine Lymphknotenausräumung (Neck Dissection) vorgenommen. Unser Ziel ist eine sichere, schonende Operation mit optimalem funktionellem Ergebnis.

Radioiodtherapie

Nach der Operation folgt bei vielen Tumorformen – insbesondere beim papillären und follikulären Karzinom – eine Radioiodtherapie. Dabei wird radioaktives Jod über Kapseln aufgenommen. Die Schilddrüsenzellen und eventuelle Tumorreste speichern dieses Jod und werden von innen gezielt bestrahlt.

Die Therapie:

Sie wird von der Nuklearmedizin in einer speziellen Radiojodstation geplant und durchgeführt, mit der wir eng kooperieren.

Zielgerichtete Medikamente

Wenn Schilddrüsenkrebs nicht mehr operativ oder durch Radioiodtherapie behandelbar ist – etwa bei fortgeschrittenen oder aggressiven Tumoren – kommen zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Dazu gehören Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI), die gezielt Wachstumsprozesse der Tumorzellen blockieren.

Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom ist sehr selten, aber besonders aggressiv und muss daher häufig sofort behandelt werden. Da diese Tumoren kein Jod speichern, spricht eine Radioiodtherapie nicht an. Es erfordert ein anderes Therapiekonzept. Je nach Situation kommen eine rasche Operation, Strahlen- und/oder Chemotherapie sowie zielgerichtete oder immunonkologische Therapien zum Einsatz.

Das Zentrum für Endokrine Chirurgie am Amalie Hamburg

Sollten Sie sich für eine Schilddrüsenoperation in Hamburg entscheiden, freuen wir uns, Sie am Zentrum für Endokrine Chirurgie des Evangelischen Krankenhaus Amalie Sieveking zu begrüßen. Das Amalie gehört bundesweit zu den führenden Einrichtungen für Schilddrüsenchirurgie. Hier operieren ausschließlich ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz. Schließlich hat die Qualität der Operation einen großen Einfluss auf die Heilungschancen.

Nervenschonende Schilddrüsenchirurgie

Schilddrüsenkrebs erfordert eine Chirurgie, die präzise und gleichzeitig schonend ist. Am Amalie arbeiten wir mit modernsten Techniken, um umliegende Strukturen bestmöglich zu schützen.

Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf:

Diese Spezialisierung erlaubt es, Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Erholung zu unterstützen – ein zentraler Vorteil für Patientinnen und Patienten mit einem Tumorbefund.

Die Operation bei Schilddrüsenkrebs muss nicht nur sicher sein, sondern auch fein abgestimmt. Jede Struktur zählt – und wir schützen sie mit maximaler Sorgfalt.

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Interdisziplinäre Therapieplanung – Ihr Vorteil im Amalie

Schilddrüsenkrebs wird am besten behandelt, wenn mehrere Fachrichtungen eng zusammenarbeiten. Genau das ist ein Prinzip unseres Zentrums für Endokrine Chirurgie am Amalie in Hamburg.

Wir stimmen uns eng ab mit:

Diese interdisziplinäre Struktur stellt sicher, dass Sie eine Therapie erhalten, die leitliniengerecht, individuell und ganzheitlich geplant ist. Vor allem bei komplexen Befunden – etwa, wenn Lymphknoten betroffen sind oder der Tumor seltene Wachstumsmuster zeigt – hilft die Diskussion im interdisziplinären  Expertenteam, die bestmögliche Therapie für Sie zu finden.

Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs

Die Nachsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Direkt nach der Operation überwachen wir Ihren Kreislauf, kontrollieren den Kalziumspiegel und prüfen die Stimmbandfunktion.

Nach der vollständigen Entfernung der Schilddrüse mit oder ohne Radioiodtherapie kann der Körper keine eigenen Schilddrüsenhormone mehr bilden. Deshalb ist die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) notwendig. Nur so lässt sich der Hormonhaushalt stabil halten.

Langfristig stehen regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormone und Ultraschalluntersuchungen an. Die weitere Betreuung erfolgt gemeinsam mit Ihrer Hausarztpraxis und Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt.

Unser Team: persönlich für Sie da

Im Zentrum für Endokrine Chirurgie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenkrebs von einem hochspezialisierten, interdisziplinären Team betreut. Eine Krebsdiagnose ist für viele Betroffene mit großer Verunsicherung verbunden. Umso wichtiger sind eine präzise Diagnostik, eine leitliniengerechte Therapieplanung und eine Behandlung, die fachliche Exzellenz mit klarer Orientierung verbindet.

Wir arbeiten eng mit Innerer Medizin, Radiologie, Anästhesie sowie mit externen Kooperationspartnern in Nuklearmedizin und Pathologie zusammen. Alle Befunde werden strukturiert zusammengeführt und im interdisziplinären Expertenteam besprochen. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell passende, medizinisch sinnvolle Therapie festzulegen – von der operativen Behandlung bis zur Nachsorge.

Zu unserem Team gehören:

Ihr Experte für die Behandlung von Schilddrüsenkrebs in Hamburg

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz ist Chefarzt des Zentrums für Endokrine Chirurgie und Ärztlicher Direktor am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen Behandlung von Schilddrüsenkarzinomen und komplexen Tumorerkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf nervenschonenden Hochpräzisionsverfahren, einer exakten Tumorausbreitungsanalyse und einer sorgfältigen Indikationsstellung. Wichtig ist ihm, dass jede Therapieentscheidung transparent, nachvollziehbar und medizinisch fundiert getroffen wird – und dass Patientinnen und Patienten sich während des gesamten Behandlungsprozesses gut begleitet fühlen.

Schilddrüsenkrebs ist in vielen Fällen gut behandelbar. Entscheidend sind eine eindeutige Diagnostik und eine Operation auf höchstem fachlichen Niveau.

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Abklärung bei Schilddrüsenkrebs, Tumorverdacht oder zur Planung einer operativen Therapie vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer spezialisierten Sprechstunde über das Chefarztsekretariat.

Chefarztsekretariat Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz

Ambulanz-Sprechstunde „Schilddrüse und Endokrine Chirurgie“

Wochentag Uhrzeit
Donnerstag 9:00-13:00 Uhr
Freitag 8:30-12:30 Uhr

Privatsprechstunde Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz

Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

Wochentag Uhrzeit
Freitag

9:00-13:00 Uhr

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Wichtige Fragen zu Schilddrüsenkrebs

Viele Formen – vor allem das papilläre und follikuläre Karzinom – haben sehr gute Heilungschancen, wenn sie früh erkannt und fachgerecht behandelt werden.

Oft leider gar nicht. Die meisten Tumoren werden zufällig entdeckt. Selten treten Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder tastbare Knoten auf.

In der Regel ja. Wie operiert wird, hängt vom Tumortyp ab. Manche Tumoren erfordern die Entfernung der gesamten Schilddrüse, bei anderen reicht ein Lappen aus. Das klären wir individuell.

Ja, nach vollständiger Entfernung. Nach einer Teiloperation kann die verbliebene Schilddrüse oft ausreichend Hormone bilden.

Nein. Sie ist nur bei bestimmten Tumorformen und -größen sinnvoll. Wir beraten Sie dazu ausführlich.

Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich nach wenigen Tagen wieder fit. Der Schnitt heilt meist sehr gut und ist später kaum sichtbar.