Zum Seiteninhalt springen

Was ist Morbus Basedow?

Morbus Basedow ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) im Erwachsenenalter. Ausgelöst wird die Erkrankung durch TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper). Diese speziellen Antikörper, die sich gegen die eigene Schilddrüsengewebe richten, regen das Organ dauerhaft zur Überproduktion von Schilddrüsenhormon an. Dadurch beschleunigt sich der Stoffwechsel, Herz und Nervensystem geraten in einen Zustand ständiger Überaktivität.

Da Morbus Basedow sehr unterschiedlich verlaufen kann, sind eine sorgfältige Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie wichtig. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg arbeitet das Team der Endokrinen Chirurgie eng mit Kooperationspartnern aus den Bereichen Nuklearmedizin, Endokrinologie und Augenheilkunde zusammen, um Ihre Behandlung leitliniengerecht zu planen.

Morbus Basedow ist nicht einfach nur eine Überfunktion, es ist eine komplexe Autoimmunerkrankung. Erfahrung in der Beurteilung und Behandlung entscheiden über den Erfolg der Therapie.

Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Welche Symptome findet man bei Morbus Basedow?

Die Symptome variieren sehr stark. Typische Anzeichen sind:

Manche Patientinnen und Patienten entwickeln eine sogenannte endokrine Orbitopathie. Dabei entzündet sich das Fett- und Muskelgewebe hinter den Augen, da es auf die gleichen Antikörper wie die Schilddrüse reagiert. Das kann zu Schwellungen, Druckgefühl, trockenen Augen oder einem Hervortreten der Augen (medizinisch: Exophthalmus) führen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für Morbus Basedow?

Morbus Basedow entsteht durch eine Fehlregulation des Immunsystems. Die genauen Auslöser sind nicht vollständig geklärt; vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen.

Zu den bekannten Risikofaktoren zählen:

Wie wird Morbus Basedow diagnostiziert?

Die Diagnose ist entscheidend, weil Morbus Basedow sehr unterschiedlich verlaufen kann und die Therapiewahl davon abhängt. Die Diagnostik kombiniert Laborwerte, bildgebende Verfahren und – falls nötig – weitere Untersuchungen, um ein vollständiges Bild der Erkrankung zu erhalten.

Viele dieser Untersuchungen erfolgen bereits ambulant. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg bündeln wir alle Befunde, prüfen den Schweregrad der Erkrankung und beraten Sie, ob eine operative Entfernung der Schilddrüse in Frage kommt. Hier wägen wir leitliniengerecht zwischen den Alternativmethoden ab.

Blutuntersuchung: erster Hinweis auf die Überfunktion

Zu Beginn steht meist eine Untersuchung bei der Hausärztin, einem Internisten oder einer endokrinologischen Praxis. Ein erniedrigter TSH-Wert bei erhöhten fT3- und fT4-Werten ist ein erster Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion.

TRAK-Antikörper als zentraler Marker

Charakteristisch für Morbus Basedow ist der Nachweis der TRAK-Antikörper. Sie lassen sich im Blut bestimmen und spielen eine entscheidende Rolle für die Diagnose und Therapieplanung.

Bildgebende Verfahren und begleitende Untersuchungen

Verschiedene zusätzliche Untersuchungen helfen uns, ein umfassendes Bild der Erkrankung zu erhalten.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, die vielen Puzzleteile der Diagnostik zu einem klaren Gesamtbild zusammenzuführen.

Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Morbus Basedow?

Morbus Basedow lässt sich mit Medikamenten, Radiojodtherapie oder einer Operation behandeln. Welche Option die beste ist, hängt von Verlauf, Verträglichkeit und Lebenssituation ab. Wir entwickeln anhand der Befunde und Ihrer persönlichen Situation ein Behandlungskonzept, das medizinisch sinnvoll ist und zu Ihrem Leben passt. Unser Team bespricht alle dafür notwendigen Schritte ausführlich mit Ihnen.

Medikamentöse Behandlung

Für viele Patientinnen und Patienten sind Medikamente der erste Schritt. Thyreostatika senken die Produktion der Schilddrüsenhormone. Allerdings kommt es bei einem Teil der Betroffenen zu Rückfällen oder Nebenwirkungen. Auch eine geplante Schwangerschaft kann die Therapieentscheidung beeinflussen.

Radiojodtherapie

Bei dieser nuklearmedizinischen Methode nimmt die Schilddrüse radioaktives Jod auf, wodurch überaktives Gewebe gezielt reduziert wird. Die Therapie ist bei Kinderwunsch oder ausgeprägter Augenbeteiligung nicht zu bevorzugen.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine operative Entfernung – meist nahezu der gesamten Schilddrüse – ist oft die langfristig zuverlässigste Behandlung, besonders wenn:

Warum das Amalie – hochspezialisierte Schilddrüsenchirurgie in Hamburg

Die operative Behandlung von Morbus Basedow stellt besondere Anforderungen: Die Schilddrüse ist oft stark durchblutet und empfindlich. Präzises Arbeiten ist daher essenziell.

Das Evangelische Amalie Sieveking Krankenhaus zählt als zertifiziertes Kompetenzzentrum der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie zu den ausgewiesenen Zentren für Schilddrüsenchirurgie in Norddeutschland. Im Zentrum für Endokrine Chirurgie werden Eingriffe – darunter auch die Morbus Basedow Operation – ausschließlich von erfahrenen Expertinnen und Experten (zertifizierten Zentrumschirurgen) durchgeführt.

Unsere Operationstechnik umfasst:

Diese Spezialisierung sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit – gerade bei einer komplexen Erkrankung wie Morbus Basedow.

Bei Morbus Basedow entscheidet nicht nur die Operation an sich, sondern die Art, wie sie ausgeführt wird. Erfahrung und Präzision machen hier den Unterschied.

Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Interdisziplinäre Betreuung – optimale Behandlung bei Morbus Basedow in Hamburg

Morbus Basedow kann mehrere Organsysteme beeinflussen, etwa Herz oder Augen. Eine eng abgestimmte, fachübergreifende Betreuung ist daher besonders wichtig – gerade für Patientinnen und Patienten, die bei Morbus Basedow eine Operation benötigen oder über eine Radiojodtherapie nachdenken.

Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus arbeiten wir eng zusammen mit internen Kooperationspartnern:

Wir werden außerdem von externen Kooperationspartnern unterstützt:

Durch diese enge Vernetzung entsteht eine ganzheitliche Therapie – ein wesentlicher Vorteil insbesondere bei schweren Verläufen oder Begleiterkrankungen.

Wie geht es nach der Therapie weiter?

Nach einer operativen Therapie überwachen wir zunächst engmaschig den Hals, den Kalziumspiegel und die Stimmbandfunktion. Sobald es medizinisch sinnvoll ist, übernehmen wieder Ihr Hausarzt oder Ihre Endokrinologin die Betreuung – abgestimmt auf Ihren individuellen Verlauf.

Bei Beschwerden an den Augen bleiben wir in engem Austausch mit der Augenheilkunde. So können wir Beschwerden früh erkennen und rechtzeitig eine passende Behandlung einleiten.

Unser Team: persönlich für Sie da

Im Zentrum für Endokrine Chirurgie des Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus werden Patientinnen und Patienten mit Morbus Basedow von einem hochspezialisierten, interdisziplinären Team betreut. Die Erkrankung verläuft oft sehr unterschiedlich und ist für viele Betroffene mit Verunsicherung verbunden. Umso wichtiger sind eine präzise Diagnostik, eine leitliniengerechte Therapieplanung und eine Behandlung, die fachliche Exzellenz mit klarer Orientierung verbindet.

Wir arbeiten eng mit Innerer Medizin, Radiologie, Anästhesie sowie mit externen Kooperationspartnern in Endokrinologie, Nuklearmedizin, Augenheilkunde und Pathologie zusammen. Alle Befunde werden strukturiert zusammengeführt und im interdisziplinären Expertenteam besprochen. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell passende, medizinisch sinnvolle Therapie festzulegen – von der medikamentösen Behandlung über eine Radiojodtherapie bis hin zur operativen Therapie und Nachsorge.

Zu unserem Team gehören:

Ihr Experte für die Behandlung von Morbus Basedow in Hamburg

Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz ist Chefarzt des Zentrums für Endokrine Chirurgie und Ärztlicher Direktor am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen Behandlung komplexer Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere bei Morbus Basedow und anderen Formen der Schilddrüsenüberfunktion.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf nervenschonenden Hochpräzisionsverfahren, der sorgfältigen Abwägung aller Therapieoptionen und einer exakten Indikationsstellung. Wichtig ist ihm, dass jede Therapieentscheidung transparent, nachvollziehbar und medizinisch fundiert getroffen wird – und dass Patientinnen und Patienten sich während des gesamten Behandlungsprozesses gut begleitet fühlen.

Morbus Basedow ist eine komplexe Autoimmunerkrankung. Erfahrung in der Beurteilung und Behandlung entscheidet darüber, welche Therapie langfristig wirklich sinnvoll ist.

Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Ihr Kontakt zu uns

Terminvereinbarung

Für die Abklärung bei Morbus Basedow, zur Beratung über medikamentöse Therapien, Radiojodtherapie oder eine mögliche Operation vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer spezialisierten Sprechstunde über das Chefarztsekretariat.

Chefarztsekretariat Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz

Ambulanz-Sprechstunde „Schilddrüse und Endokrine Chirurgie“

Wochentag Uhrzeit
Donnerstag 9:00-13:00 Uhr
Freitag 8:30-12:30 Uhr

Privatsprechstunde Prof. Dr. med. Ernst von Dobschütz

Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.

Wochentag Uhrzeit
Freitag

9:00-13:00 Uhr

Notfälle

In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.

    Zentrale Notaufnahme

    • Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus
      Haselkamp 33
      22359 Hamburg
    • Telefon: +49 40 64411-379

Bei lebensbedrohlichen Situationen

Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.

Häufige Fragen zu Morbus Basedow

Ja, das ist möglich. Manche Menschen erleben nach einer medikamentösen Therapie eine längere Phase der Ruhe oder sogar eine vollständige Remission. Andere haben dagegen immer wieder Schübe. Morbus Basedow verläuft sehr individuell – deshalb begleiten wir Sie aufmerksam durch alle Phasen.

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung – das heißt, das eigene Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht. Eine gewisse genetische Veranlagung spielt meist eine Rolle. Zusätzlich können Stress, Infekte oder hormonelle Veränderungen einen Schub auslösen. Aber: Sie haben nichts „falsch gemacht“ – die Erkrankung ist nicht durch Verhalten verursacht.

Nicht zwingend. Viele Menschen starten mit einer medikamentösen Behandlung und kommen damit gut zurecht. Eine Operation wird meist dann empfohlen, wenn die Erkrankung immer wiederkehrt, Medikamente nicht vertragen werden oder eine stabile Lösung – etwa bei Kinderwunsch – wichtig ist. Gemeinsam überlegen wir, welcher Weg zu Ihrem Leben passt.

Die gleichen Antikörper, die die Schilddrüse anfeuern, können auch Gewebe hinter den Augen beeinflussen. Dadurch kann es zu Trockenheit, Druckgefühl oder einem Hervortreten der Augen kommen. Wir arbeiten eng mit spezialisierten Augenärzten zusammen, um Beschwerden früh zu erkennen und zu behandeln.

In der Regel nicht. Viele Patientinnen und Patienten sind schon nach wenigen Tagen wieder erstaunlich fit. Die Narbe am Hals ist fein und heilt meist so gut, dass sie später kaum auffällt. Wir erklären Ihnen genau, worauf Sie nach dem Eingriff achten sollten und begleiten Sie sicher durch die erste Zeit.