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Herr Dr. Bredereke-Wiedling, welche Beschwerden beobachten Sie in der Notaufnahme besonders häufig an sehr heißen Tagen?

An heißen Tagen sehen wir deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufproblemen und allgemeinem Unwohlsein. Häufig ist Flüssigkeitsmangel die Ursache, da der Körper durch das Schwitzen viel Wasser und wichtige Mineralstoffe verliert. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, weil ihr Flüssigkeitsanteil am Körpergewicht geringer ist und das Durstgefühl im Alter nachlässt.

Was empfehlen Sie, um sich bei Hitze effektiv zu schützen und einen Notfall zu vermeiden?

Mein wichtigster Tipp ist: Trinken Sie regelmäßig Wasser, am besten jede Stunde ein Glas, auch wenn Sie keinen Durst verspüren. Der Körper kann pro Stunde nur eine begrenzte Menge Flüssigkeit aufnehmen – also nicht zu viel auf einmal trinken. Zusätzlich sollten Sie sich möglichst im Schatten oder in kühlen Räumen aufhalten, körperliche Anstrengung vermeiden und leichte, helle Kleidung tragen. Bei Anzeichen wie Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Verwirrtheit sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Gibt es besondere Empfehlungen für ältere Menschen oder chronisch Kranke?

Ja, gerade ältere Menschen und Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen müssen besonders vorsichtig sein. Sie sollten regelmäßig trinken, auch ohne Durst, und auf angereichertes Mineralwasser achten, um den Verlust von Mineralstoffen auszugleichen. Wer unsicher ist, welche Wassersorten und Mengen geeignet sind, sollte dies mit seinem Hausarzt besprechen. Generell gilt: Bei ungewöhnlichen Beschwerden ist es ratsam, lieber einmal mehr ärztlichen Rat einholen.