
Dr. med. Saskia Otte
Chefärztin, Geriatrie und Physikalische Medizin

Schwindel, Gangunsicherheit und Sturzneigung im Alter können die Selbstständigkeit stark beeinträchtigen. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg stehen die geriatrische Abklärung und die gezielte Behandlung im Mittelpunkt.
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehören zu den Beschwerden, die im höheren Lebensalter besonders häufig auftreten. Oft beginnt es schleichend: Der Gang wird unsicherer, das Aufstehen dauert länger, der Weg durch die Wohnung fühlt sich weniger selbstverständlich an. Manche Betroffene berichten von Drehschwindel, andere eher von Schwanken, Benommenheit oder dem Gefühl, jederzeit das Gleichgewicht verlieren zu können.
Gerade im Alter steckt dahinter häufig nicht nur eine einzelne Ursache. Vielmehr kommen oft mehrere Faktoren zusammen: nachlassende Muskelkraft, Unsicherheit beim Gehen, Seh- oder Hörprobleme, Medikamente oder Folgen früherer Erkrankungen. Dadurch steigt auch das Risiko für Stürze.
In der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg steht deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie sich Sicherheit, Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag erhalten lassen. Wenn nötig, kann die Geriatrie dabei auch durch neurologische oder internistische Diagnostik ergänzt werden. Dafür gibt es kompetente Unterstützung durch Neurologinnen und Neurologen im Team der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin sowie in der Klinik für Neurologie oder Klinik für Kardiologie.
Schwindel kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Eine genaue Beschreibung der Beschwerden hilft dabei, die Ursache besser einzugrenzen und die passende Diagnostik einzuleiten.
Zu den häufigsten Schwindelformen gehören:
Bei solchen Beschwerden prüfen wir im Amalie gezielt, ob neurologische Ursachen, altersbedingte Veränderungen, eine „Kreislaufschwäche“, Herzrhythmusstörungen oder ein niedriger Blutdruck eine Rolle spielen.
Schwindel im höheren Lebensalter hat oft nicht nur einen einzelnen Auslöser. Genau das macht die Beschwerden im Alltag oft so unberechenbar und belastend: Die Unsicherheit beim Gehen nimmt zu, Wege werden anstrengender und das Vertrauen in den eigenen Körper sinkt.
Unser Ziel ist es, nicht nur den Schwindel zu benennen, sondern die Ursachen hinter Gangunsicherheit und Sturzneigung im Alter genau zu verstehen. Erst dann lässt sich gezielt behandeln.
Dr. med. Saskia Otte, Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg
Eine erhöhte Sturzneigung bei älteren Menschen entsteht häufig durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Das Gleichgewichtsorgan arbeitet nicht mehr ganz so präzise wie früher, die Muskelkraft hat nachgelassen, die Sehschärfe ist gesunken. Dazu kommen vielleicht mehrere Medikamente, deren Wechselwirkungen die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen – oder chronische Erkrankungen, die Kraft und Koordination zusätzlich belasten. Wer einmal gestürzt ist, traut sich oft weniger zu, bewegt sich vorsichtiger, wird unsicherer.
Genau deshalb reicht bei Gangstörungen im Alter ein einzelner Blickwinkel selten aus. Im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg führen wir deshalb ein umfassendes geriatrisches Assessment durch – eine strukturierte Gesamteinschätzung, die körperliche, neurologische und funktionelle Faktoren gleichermaßen berücksichtigt. Ziel ist es, die individuellen Risiken gezielt zu erkennen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und das Sturzrisiko wirksam zu senken.
Schwindel sollte besonders ernst genommen werden, wenn zusätzliche Beschwerden auftreten oder die Unsicherheit beim Gehen zunimmt.
Warnzeichen können sein:
In solchen Fällen sollte eine ärztliche Untersuchung sehr schnell erfolgen.
Wenn ältere Menschen über Schwindel, Unsicherheit beim Gehen oder wiederholte Stürze berichten, reicht ein schneller Blick oft nicht aus. Entscheidend ist, die Beschwerden in ihrem Gesamtzusammenhang zu verstehen: Wie sicher ist das Gehen noch? Wie viel Kraft ist vorhanden? Welche Medikamente werden eingenommen? Und wie sehr ist der Alltag bereits eingeschränkt?
Deshalb erfolgt die Diagnostik in der Geriatrie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg strukturiert und alltagsnah. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Frage, woher der Schwindel kommt, sondern auch, wie hoch das Sturzrisiko ist und welche Faktoren die Selbstständigkeit gefährden.
Ein wichtiger erster Schritt ist das geriatrische Assessment. Es hilft dabei, körperliche, funktionelle und kognitive Faktoren gemeinsam zu erfassen und die Beschwerden nicht isoliert zu betrachten.
Dabei wird unter anderem geprüft:
So entsteht ein Bild, das für die weitere Behandlung deutlich aussagekräftiger ist als ein einzelner Test.
Gerade bei älteren Menschen zeigt sich vieles bereits in einfachen Alltagssituationen: beim Aufstehen vom Stuhl, beim Wenden, beim Gehen über kurze Strecken oder beim sicheren Stehen ohne Unterstützung. Solche Beobachtungen sind für die Diagnostik sehr wertvoll, weil sie unmittelbar zeigen, wo Unsicherheiten entstehen.
Ergänzt wird dies durch standardisierte Untersuchungen zu Gangbild, Gleichgewicht und körperlicher Belastbarkeit. So lässt sich besser einschätzen, ob eher Muskelschwäche, Unsicherheit, Kreislaufprobleme oder mehrere Faktoren gleichzeitig im Vordergrund stehen.
Nicht immer liegt die Ursache allein im geriatrischen Bereich. Wenn sich Hinweise auf eine spezielle neurologische Störung, einen Lagerungsschwindel oder andere abklärungsbedürftige Ursachen ergeben, kann die Diagnostik gezielt erweitert werden. Dafür gibt es kompetente Unterstützung durch Neurologinnen und Neurologen im Team der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin sowie in der Klinik für Neurologie oder Klinik für Kardiologie. Die kurzen Wege im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus erleichtern die Diagnose und Therapie enorm.
Wenn sich Hinweise auf eine spezielle neurologische Ursache ergeben, kann die Klinik für Neurologie die geriatrische Diagnostik gezielt ergänzen. Dabei arbeitet die Neurologie eng mit der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin zusammen, um Schwindel, Gangunsicherheit und Sturzneigung im Alter fachübergreifend abzuklären.
Die neurologische Schwindeldiagnostik kann unter anderem helfen bei:
Ansprechpartner in der Klinik für Neurologie sind Dr. med. Dirk Becker und Dr. med. Ingmar Wellach.
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen werden immer nach ihrer Ursache behandelt. Gerade im höheren Lebensalter geht es dabei selten nur um den Schwindel selbst. Häufig müssen mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden, etwa Muskelkraft, Gleichgewicht, Medikation, Sehvermögen und Sicherheit im Alltag. Ziel ist es, die Mobilität zu verbessern, Stürze zu vermeiden und die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Bei älteren Menschen steht häufig nicht nur der Schwindel selbst im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Stürze vermieden werden können. Deshalb wird die Therapie oft breiter angelegt und mit Maßnahmen zur Sturzprävention kombiniert.
Dazu gehören zum Beispiel:
Hier arbeitet die Geriatrie eng mit der Neurologie zusammen. So lassen sich auch komplexe Beschwerden im Alter besser einordnen und gezielt behandeln.
Wenn mehrere Faktoren zu Schwindel und Unsicherheit beitragen, ist ein geriatrischer Behandlungsansatz besonders wichtig. Dann geht es nicht nur um ein einzelnes Symptom, sondern um die Gesamtsituation der Patientin oder des Patienten.
Unter der Leitung von Dr. med. Saskia Otte, Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin, werden im Amalie individuelle Maßnahmen zur Sturzprävention entwickelt. Dazu gehören geriatrisches Assessment, Training, Alltagsanpassungen und eine eng abgestimmte Therapie mit dem Ziel, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Nach der Behandlung von Schwindel, Gangstörungen oder Sturzneigung ist entscheidend, dass die erreichten Fortschritte im Alltag Bestand haben. Es reicht also nicht, dass Beschwerden kurzfristig besser werden. Wichtig ist vielmehr, dass Gehen, Aufstehen und alltägliche Wege wieder sicherer gelingen und das Vertrauen in die eigene Bewegung zurückkehrt.
Viele Patientinnen und Patienten profitieren davon, wenn Übungen und Verhaltensstrategien nach der Behandlung weitergeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel, Bewegungsabläufe bewusst zu trainieren, Hilfsmittel sicher einzusetzen und auf eine möglichst stabile Tagesstruktur zu achten. So wird aus einer akuten Behandlung Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Alltag. Zudem bietet die Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin Eigenübungsprogramme für die Wochen nach der Krankenhaus-Entlassung an, damit Sie zuhause weitertrainieren können.
Oft ist es sinnvoll, die begonnenen Maßnahmen nach dem Krankenhausaufenthalt weiterzuführen. Das kann Physiotherapie, Gleichgewichtstraining oder ein angepasstes Krafttraining umfassen. Auch eine erneute Überprüfung von Medikamenten oder Hilfsmitteln kann wichtig sein, wenn weiterhin Unsicherheit beim Gehen besteht.
Je nach Situation kommen zum Beispiel infrage:
Gerade im höheren Lebensalter geht es nicht nur darum, Schwindel zu lindern, sondern Selbstständigkeit möglichst lange zu bewahren. Deshalb wird frühzeitig überlegt, welche Unterstützung im Alltag sinnvoll ist und wie sich Sturzrisiken dauerhaft senken lassen. In der Geriatrie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg wird die Nachsorge so geplant, dass Behandlung, Alltag und Wohnsituation möglichst gut zusammenpassen.
Schwindel, Gangunsicherheit und Sturzneigung im Alter brauchen oft eine Behandlung, die mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt. In der Geriatrie des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses Hamburg arbeiten deshalb Medizin, Pflege und Therapie eng zusammen. Ziel ist es, nicht nur Beschwerden zu lindern, sondern Sicherheit beim Gehen zurückzugewinnen und die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten.

Chefärztin, Geriatrie und Physikalische Medizin
Dr. med. Saskia Otte ist Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Behandlung älterer Patientinnen und Patienten mit Schwindel, Gangstörungen und erhöhter Sturzneigung.
Unter ihrer Leitung werden geriatrische Assessments durchgeführt, die Mobilität, Gleichgewicht, Muskelkraft, Medikation und Alltagssituation gemeinsam in den Blick nehmen. So entsteht eine Behandlung, die nicht nur auf einzelne Symptome reagiert, sondern darauf zielt, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten.
Unser Ziel ist es, älteren Menschen Sicherheit zurückzugeben – beim Gehen, im Alltag und im eigenen Zuhause.
Dr. med. Saskia Otte, Chefärztin der geriatrischen Klinik am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus Hamburg
Wenn sich Hinweise auf spezielle neurologische Ursachen ergeben, kann die geriatrische Diagnostik durch die Klinik für Neurologie ergänzt werden. Dabei arbeitet die Neurologie eng mit der Geriatrie zusammen. Ansprechpartner sind Dr. med. Dirk Becker und Dr. med. Ingmar Wellach.
Die Vergabe von Terminen für die privatärztliche Sprechstunde erfolgt über das Chefarztsekretariat.
nach Vereinbarung
Chefarztsekretärin:
Katharina Goetz
In akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme (ZNA). Diese ist rund um die Uhr geöffnet.
Bei lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie bitte den Notruf 112.
Im höheren Lebensalter wirken oft mehrere Faktoren zusammen, etwa Muskelabbau, Sehprobleme, Medikamenteneinflüsse oder neurologische Veränderungen. Diese Kombination kann das Gleichgewicht beeinträchtigen und die Sturzneigung erhöhen.
Wenn Schwindel wiederholt auftritt, das Gehen unsicherer wird oder bereits Stürze passiert sind, sollte eine Abklärung erfolgen. Auch anhaltende Benommenheit oder zunehmende Gangunsicherheit sind wichtige Warnzeichen. Ein guter erster Anlaufpunkt, um diese Beschwerden abzuklären, ist hier die Institutsambulanz der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin.
Ein geriatrisches Assessment hilft dabei, mehrere Ursachen gleichzeitig zu erkennen, etwa Muskelabbau, Medikamenteneinflüsse oder Sehprobleme. So können gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um die Sicherheit im Alltag zu verbessern.
Ja, in vielen Fällen lässt sich Gangunsicherheit deutlich bessern. Entscheidend sind eine genaue Abklärung der Ursachen und eine alltagsnahe Behandlung mit Training, Therapie und gezielter Sturzprävention.
Hilfreich sind Gleichgewichtsübungen, Krafttraining, die Überprüfung von Medikamenten und eine sichere Wohnumgebung. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer von der individuellen Ursache ab.
Medikamente können Schwindel, Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen verstärken. Gerade wenn mehrere Präparate eingenommen werden, lohnt sich eine sorgfältige Überprüfung im Rahmen der Behandlung.
Ja, ein gutartiger Lagerungsschwindel kommt auch im Alter häufig vor. Er lässt sich meist gut behandeln, sollte aber gerade bei älteren Menschen ernst genommen werden, weil er Stürze begünstigen kann.
Regelmäßige Bewegung, gute Schuhe, ein aufgeräumtes Zuhause und die konsequente Nutzung empfohlener Hilfsmittel können helfen. Auch kleine Veränderungen im Alltag senken oft schon das Sturzrisiko.